Dass Tsipras versucht mit den anderen Südländern ein Bündnis zu schließen, das stößt Weber und Ferber sauer auf. Weber wirft Tsipras Versäumnisse vor. Tsipras soll Reformen umsetzen und nicht Bündnisse schließen, so der einhellige Tenor. Die Befürchtungen: Nach dem Brexit-Votum könnten nun die Südeuropäer zum Spaltpiltz der EU werden.

Von Redaktion/dts

Der Vorsitzende der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, Manfred Weber (CSU), hat den für Freitag geplanten Südeuropa-Gipfel von Griechenlands Premier Alexis Tsipras scharf kritisiert. "Ministerpräsident Tsipras könnte auch einmal Danke an Europa für die Solidarität sagen, bevor er jetzt versucht, neue Bündnisse zu schmieden", sagte Weber gegenüber der "Bild"-Zeitung.

"Wir brauchen nicht alle paar Monate neue Forderungen aus Athen, sondern es müssen dort erst einmal die versprochenen Reformen vollständig umgesetzt werden. Da bleibt Herr Tsipras aber in Verzug." Auf Einladung Griechenlands treffen sich am Freitag die wichtigsten Mittelmeer-Anrainer-Staaten, hauptsächlich um über Wirtschaftsthemen und die Flüchtlingsfrage zu beraten.

Furcht vor Erstarken der südlichen EU-Staaten

Unmittelbar vor dem Treffen der Staats- und Regierungschefs aus dem Mittelmeerraum in Athen am Freitag hat auch der EU-Abgeordnete Markus Ferber (CSU) vor einer stärkeren Rolle dieser Staaten in der Europäischen Union gewarnt. "Ich bin in großer Sorge, dass die südlichen EU-Länder künftig gemeinsam eine starke Koalition der reformunwilligen Umverteiler bilden, die die finanzielle Stabilität in Europa gefährdet", sagte Ferber, der auch Vizechef des Wirtschafts- und Währungsausschusses im EU-Parlament ist, der "Welt".

Nach dem Brexit-Votum brauche die EU Einigkeit. "Europa darf nicht ausfransen und die Mittelmeerländer dürfen nicht zum Spaltpilz werden". Ferber betonte zugleich, "dass der 'Club Med' nach dem Austritt Großbritanniens eine Sperrminorität besitzt, mit der er in Brüssel sämtliche Gesetze verhindern kann, die ihm nicht passen". Am Freitag treffen sich auf Einladung des griechischen Ministerpräsidenten Tsipras die Staats- und Regeirungschefs von Italien, Frankreich, Malta, Zypern und Portugal und ein ranghoher Regierungsvertreter aus Spanien zu Beratungen über die Zukunft der EU in Athen.

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10 thoughts on “Furcht vor Erstarken Südeuropas – Weber kritisiert Gipfel in Athen”

  1. Europa und somit die Brüsseler Bürokraten werden fallen, das läßt sich nicht verhindern und wie immer werden dann zum Schluß die Deutschen die Schuldigen sein, dank der Berliner Führungsriege.

  2. Vielleicht dürfen die Deutschen schon bald ihrer ideologischen und rhetorischen Euro-Begeisterung auch einmal Taten folgen lassen. Mögen Sie ihre Überzeugung von der Unverzichtbarkeit der Gemeinschaftswährung mit real eingeforderter Haftung für das marode Bankensystem und mit spürbarem Wohlstandsverlust bezahlen. Es kommt alles, wie es vorhergesagt wurde und natürlich will es wieder keiner gewusst haben –  typisch deutsch eben.

  3. Wie schön… Nur mal ne Frage. Wenn sich das Merkel mit dem Franzmann und und Renzi trifft um über die Zukunft Europas zu reden und dabei alle anderen sich Fragen warum sie nicht gefragt werden, dann frage ich mich doch… Wer hat den Weber denn gefragt? Ist doch fraglich, dass dem seine Meinung jemanden juckt… Wie???

  4. Zu spät Herr Weber. Jahrelang hat Merkeldeutschland arrogant durchregiert und alle mehr oder weniger gefügig gemacht. Auch Sie hatten die Möglichkeit gegenzusteuern, haben aber lieber das Maul gehalten und dann hingeworfen.

    Zuletzt die Flüchtlingskrise, wir erinnern uns, das war ein Alleingang Merkels und Faymanns. Sie wollen jetzt allen ernstens den Südstaaten das Recht absprechen sich in kleinen Gruppen zu treffen und Lösungen zu suchen? Es geht wohl auch um die Flüchtlinge. Wir rühren den Mist an und die Südländer werden dann allein gelassen um aufzuräumen.

    Aus Griechenland hat man ein failed state gemacht und erbärmlich behandelt. Griechenland wird nun ausgeplündert und die Bevölkerung verarmt. Ist das Solidarität?

    Die EU ist ein verkommener Lobbyistenverein, der die Bevölkerungen am Arsch vorbeigeht. Hoffentlich folgen noch mehr Staaten dem Beispiel BREXIT.

  5. Weber wirft Tsipras Versäumnisse vor. Tsipras soll Reformen umsetzen und nicht Bündnisse schließen, so der einhellige Tenor.

    Die Leine, an der die Suedstaten genommen wurden u. erst noch werden sollten ist morsch. Ha, ha, . . die Rechnung ohne die Wirte gemacht.

    Mit anderen Worten: ihr koennts uns mal!

    Wie so oft: erstens kommt es anders u. 2. als man denkt, u. 3. kann man nicht so denken, wie saudumm es dann wirklich kommt. Das wird ja heiter.

    Zukunft sah anders aus, die uns propagiert bzw. suggeriert wurde.

  6. Ja die EU steckt lieber Erdogan Milliarden in den Hintern.Genau der Erdogan , der zur Zeit einen Massenmord an den Kurden verübt, AL-Qaida unetrsützt. Alle säkularen Muslime als Terroristen abstempelt (Aleviten udn Gülen-Türken) udn Jpournalisten zu tausenden in Gefängnissen einsperrt…

    Während griechenland mit der Massenarmut, mit der Austeritätspolitik und mit dem Flüchtlongsproblem allein gelassen wird. Man darf nicht vergessen, dass viele Studien aufgedeckt,wie nahezu alle Rettungsgelder aus der EU nicht an den griechischen Staat udn auch niocht an die griech. Bevölkerung auf ihre Konten überwiesen werden, sondern ca. 95% aller Rettungsgelder in den letzten 6 Jahren sind direkt an die Gläubiger von Griechenland geflossen/überwiesen worden, vor allem and die Banken und Investoren "Finanzindustrie".

    DIe Investoren weigern sich immer noch Verluste hinzunehmen, obwohl sie wohlwissend das Risiko in Griechenland eingegangen sind.

    Unsere Finanzindustrie führt derzeit den größten Raubzug aller Zeiten durch. Alles begann mit der Finanzkrise im Jahre 2008 und dauert bis heute an!

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