Fukushima: Japans Ex-Premier Koizumi bezichtigt Premierminister Abe der Lüge

Der frühere Premierminister Japans, Junichiro Koizumi, bezichtigt seinen Nachfolger Shinzo Abe der Lüge, was die Sicherheit des havarierten Atomkraftwerks Fukushima betrifft. Abe würde der Atomlobby blind vertrauen.

Von Marco Maier

Die Beschwichtigungen von Premierminister Shinzo Abe, dass die Lage beim havarierten Atomkraftwerk Fukushima unter Kontrolle sei, wäre nicht richtig. "Es ist eine Lüge", sagte Ex-Premierminister Junichiro Koizumi am Mittwoch gegenüber Reportern. "Sie sagen weiterhin, dass sie es unter Kontrolle hätten, aber es ist immer noch nicht effektiv. Ich möchte wirklich wissen, wie Sie eine solche Lüge erzählen können", so Koizumi in Richtung Abe.

"Als Abe sagte, die Situation sei unter Kontolle, log er", so Koizumi. "Es ist nicht unter Kontrolle". Dabei sprach er die Probleme des Kraftwerksbetreibers Tokyo Electric Power (Tepco) an, einen teuren unterirdischen Eiswall zu errichten, um so eine Kontaminierung des Grundwassers mit Radioaktivität zu verhindern. "Sie sagen weiterhin, dass sie das machen können, aber sie können es nicht", sagte Koizumi dazu.

"Er glaubt was ihm die Nuklearexperten erzählen", so Koizumi über Abe. "Ich glaubte ihnen auch, als ich Premierminister war. Ich denke, Abe versteht die Argumente beider Seiten der Debatte, aber er hat entschieden der Pro-Nuklear-Lobby zu glauben". Die Experten hätten Abe genarrt als sie ihm sagten, dass die Atomenergie die sicherste, sauberste und billigste Form der Energie für das ressourcenarme Japan sei.

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7 Kommentare

  1. Erst im November 2015 (!!!) verkündete die japanische Atomaufsichtsbeörde NISA, die Atomkatastrophe von Fukushima sei "gravierender als gedacht" und hat sie in der Internationalen Bewertungsskala auf Stufe 7 , sprich größtmöglicher GAU, gesetzt. Allein aus der Meldung vom November 2015 läßt sich ersehen, daß Tepco und Abe eine verlogene Informationspolitik verfolgten, die sich nicht mehr aufrechterhalten ließ. – – Andere Nachrichten zur Havarie und dem Schicksal von Rettungskräften aus den USA, bereits vom dez. 2013, verkünden von den Krebserkrankungen einer Flugzeugträgercrew, die Tepco verklagen. Sie hatten mit der USS RonaldReagan im März 2011 Hilfe beim Bergen von "Erdbebenopfern" und Tsunamiopfern geleistet, das Trinkwasser des Trägers wurde kontaminiert und von der Besatzung konsumiert, Folgen sind nun Schilddrüsenkrebs, Hodenkrebs, Hirntumore und Leukämie. — Was die Ursachen des vermeintlichen Bebens und der Explosion eines Reaktors angeht, hat Pravda-Tv.com im September 2012 eine fundierte und mir durchaus plausibel erscheinende Theorie aufgestellt, die die Verschwörungsanhä#nger hier doch interessieren dürfte. Fazit: "Immer die gleichen (selben) Verdächtigen".

    1. Spielt DAS bei DEM Ausmaß der Katastrophe eine Rolle? Hier gehts nicht um das Bild, sondern um die menschenverachtende "Politik" der Atom-Lobby und um die verheerenden Folgen für Mensch und Umwelt, die in ihrer Gesamtheit noch gar nicht abgesehen werden können!

      Unglaublich, dieser Kommentar!

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