Deutsche Bank. Bild: Flickr / Elliott Brown CC BY 2.0

Während der Aktienkurs der Deutschen Bank in den Keller rauscht und auch die anderen europäischen Bankaktien zunhemend unter Druck geraten, braut sich etwas noch Schlimmeres zusammen: Die Billionen Dollar schwere Derivate-Bombe droht zu implodieren.

Von Marco Maier

Bei den Debatten um einen möglichen Zusammenbruch der Deutschen Bank werden in den meisten Medien vor allem die Verbindungen zu den anderen Finanzdienstleistern aufgezeigt und auch die hohe Bilanzsumme des Geldhauses thematisiert. Doch was aus dem Blickfeld der meisten Finanzjournalisten geriet ist der enorme Derivatemarkt, in dem auch die Deutsche Bank sehr aktiv ist.

Hinsichtlich der regulären Kennzahlen mag die Deutsche Bank zwar "nur" die elftgrößte Bank der Welt sein, doch das Kreditinstitut ist auf dem Derivatemarkt äußerst aktiv. Insgesamt befinden sich (teils abenteuerliche) Finanzkonstrukte im Wert von 61 Billionen Dollar in deren Büchern. Zudem ist die Deutsche Bank breit im europäischen Bankensystem engagiert, welches eine Größe der gesamten Assets von 46 Billionen Dollar umfasst und damit fast drei mal größer ist als das US-Bankensystem (rund 17 Billionen Dollar) selbst, welches infolge der Immobilien- und Finanzkrise 2007/2008 beinahe implodierte.

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Nun kann man sich vorstellen, was ein möglicher Zusammenbruch der Deutschen Bank für die europäische (aber auch die globale) Finanzwirtschaft bedeutet. Denn dass gesamte europäische Bankensystem ist mit einer Rate von etwa 26:1 gehebelt (zum Vergleich: alleine Lehman Brothers hatte einen Hebel von 30:1 und mit der Pleite eine enorme Krise ausgelöst), während die Deutsche Bank wohl bei über 50:1 liegt. Selbst kleinste Verwerfungen können dazu führen, dass die Bank Konkurs anmelden muss und es zu einem umfassenden Bankencrash kommt.

Wie kritisch die Lage in Europa ist, zeigen Zahlen, die von cnsnews erst im Juli veröffentlicht wurden: Während Deutschland ein BIP von 3,35 Billionen Dollar aufweist, ist das deutsche Bankensystem mit gut 11 Billionen Dollar 3,3 mal so stark. Frankreich hat ein BIP von 2,41 Billionen Dollar und mit 9,9 Billionen Dollar umfassenden Bankensystem gleich ein 4,1 mal so großes Problem. Italien, welches ein BIP von 1,81 Billionen Dollar aufweist kommt mit 4,5 Billionen Dollar an Assets bei den Banken auf einen Wert 2,5 mal der Wirtschaftsleistung. Zum Vergleich: Das US-BIP liegt bei etwa 18 Billionen Dollar und deren Bankensystem schafft mit 16 Billionen Dollar nicht einmal den Gleichstand.

Anhand all dieser Zahlen dürfte wohl klar sein, was auf uns alle zukommt, wenn die Deutsche Bank kollabiert. Doch die Frage hier lautet längst nicht mehr "ob" dies der Fall sein wird, sondern vielmehr nur noch "wann". Und dieses "wann" erscheint angesichts der aktuellen Meldungen ein kurzfristiger Begriff zu sein.

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10 KOMMENTARE

  1. Dieser ganze beschissene Haufen Dreck auf diesem Planeten explodiert bald. Wenn jetzt schon Polenböller vor Bückbuden den Rechten in die Socken geschossen werden. Dann sollte ich mal schauen, ob ich Karneval als Indianer rumlaufen werde. Sind ja alles Rote…Farben…

  2. Kann man auch positiv sehen. In einem solchen Szenario ist es das erste mal das die Buchung nicht Soll an Haben bzw. umgedreht lautet und damit Immer für irgendeinen Marktteilnehmer(vorzugsweise der kleine Otto) zur Last wird und zusätzlich gestemmt werden muss. Nein hier wäre der Fall eingetreten das die Konten aller Marktteilnehmer auf null gestellt werden. Schuldner und Gläubiger gleich gut dastehen und das Spiel neu gestartet werden kann. Fällt die DB, fallen alle anderen auch.

  3. Das Ende ist Erleichterung .
    Denn das Ende ist notwendig.

    Diese astronomisch absurden Summen, die absolute Macht der Banken-Industrie,

    die Stück für Stück die Determinanten des Lebens enger setzt, den Lebenskäfig verkleinert,

    kann nur noch in einer Horrorvorstellung als Perspektive gesehen werden.

     

  4. Nun wo der Europäische Gerichtshof geurteilt hat, daß die Enteignung der Sparer von Zypern "rechtmässig" war und Bankenrettung vor Privateigentum steht und das in einer Zeit, wo ein Goldman Sachs Bänker monatlich für 80 Mrd. Anleihen von Firmen oder sonstwas ohne jede Kontrolle kauft.

    Also in dieser Zeit in der Kontoeigentümer mit Vermögen für das Vermögen der Bank haften nach der neuen Bail in Richtlinie und da braucht sich dann auch niemand mehr über den in den AGB getroffenen "Zugriff durch hohe Hand" wundern, der zum Standard geworden ist. Ohne die Zustimmung dafür wird das Konto im Übrigen gekündigt.

    Wer nun also die 14 Mrd. die Amerika wohl für einen Krieg gegen irgendein Land braucht und deshalb der D Bank aufbrummt zahlen wird daran sollte kein Zweifel herrschen. Wir alle. Wir schaffen das. Bezahlbare Kriege.

    • hinzu kommen noch die unerträglich hohen boni der bänker. ich dusel dacht ja immer, es gibt boni wenn ich gut und redlich arbeite! aber die boni steigen ja, je mehr minus gemacht wird!

  5. Nicht nur die Deutsche Bank steckt mit Billionen US$ in diesem CDS Markt. Die amerik. Banken haben Billionen US$ solcher CDS zur Absicherung z.B. gegen einen griech. Staatsbankrott verkauft der im Spekulationsrausch in astronomische Höhen getrieben wurde. So wird, wie im Falle Griechenland, die Deutsche Bank freiwillig, auf Steuerzahlers Kosten entschuldet werden müssen, denn sollte es zu einem unfreiwilligen Zusammenbruch kommen, werden die CDS fällig werden und man wird feststellen, daß diese Vesicherungen nicht das Papier wert sind auf das sie ausgestellt wurden. Damit sind in einem Dominoeffekt auch alle anderen CDS wertlos. So wäre nicht nur die Deutsche Bank pleite sondern ebenfalls sie sechs amerik. Großbanken, wenn sie die CDS auszahlen müßten. Weiterhin würde ein Großteil der Banken weltweit in Konkurs gehen und der Rest würde sich gegenseitig verklagen. Deshalb würde sogar ein Schuldenschnitt der Deutschen Bank von 99% als freiwillig verkauft werden, weil dann die CDS nicht fällig werden. Problematisch wird es ohnehin für die amerik. Großbanken und die Deutsche Bank, die sich 97 % des CDS Marktes teilen, woran auch die ISDA mit ihrer Verschleierungstaktik nichts mehr ändern kann, da alle Beteiligten wissen, daß die CDS, aufgrund ihres Billionenvolumes praktisch tot sind, da keine Institution der Welt in der Lage ist im Versicherungsfall diese Summen einzulösen. Diese Derivtatenbombe ist schlicht unkontrollierbar geworden, zumal weitere Bankenrettungen den ganz großen Knall nur noch etwas hinauszögern werden.

    • So wie ich unsere genialen Politiker kenne, werden sie die Schuld an dem Desaster willig auf sich nehmen und weinend bekennen: "Wir waren es schon wieder! Ein drittes Mal haben wir die Welt angezündet! Es wird Zeit, dass wir den definitiven Fangschuss bekommen! Wir sind es nicht mehr wert, unter zivilisierten Nationen zu leben!"

      • die bestrafung der politiker übernehme ich freiwillig und kostenlos!

        über die entsorgung des restmülls muss man sich dann unterhalten!

  6. Deutschebank wird von den Shareholder's getragen,, zu 60% von den Kuwaitis..!!

    Also was solls-Runterspülen und der Imageschaden ist gegessen..

    Hat ja sowieso nur Dreck-am-Stecken das Fantom-Hülle…

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