Commerzbank und Deutsche Bank – Forderungen nach Verstaatlichung

Von den Linken, in Person Riexingers, wird  der Ruf nach Verstaatlichung laut. Speziell die Commerzbank sei ein Fass ohne Boden. Die Bank taumle von einem Sanierungsprogramm zum nächsten. Bei der Deutschen Bank sind sich die SPD-Finanzexperten einig: sie kann es schaffen. Wirtschaftsexperte Burghof hält eine Attacke von Spekulanten, für die jüngsten Kursstürze der Deutschen Bank, für möglich.

Von Redaktion/dts

Angesichts der Turbulenzen bei der Deutschen Bank und der Commerzbank fordert der Vorsitzende der Linkspartei, Bernd Riexinger, die beiden größten Geldhäuser der Bundesrepublik zu verstaatlichen. "Die Commerzbank und die Deutsche Bank taumeln ohne funktionierendes Geschäftsmodell weiter in Richtung Abgrund. Sie müssen verstaatlicht und neu ausgerichtet werden", sagte Riexinger dem "Handelsblatt".

Riexinger warf den beiden Instituten vor, "sich bei ihrem finanziellen Absturz gegenseitig überholen zu wollen". Der Politik hielt er Untätigkeit vor: Die Commerzbank sei mit Milliarden an Steuergeldern gerettet worden, "doch statt sie unter demokratische Kontrolle zu stellen, zog sich der Staat mit massiven Verlusten zurück". Seitdem taumle die Bank von einem Sanierungsprogramm zum nächsten. "Die geplante Entlassung von fast 10.000 Beschäftigten und Einsparungen in Milliardenhöhe werden das angeschlagene Bankhaus auch nicht retten", betonte der Linken-Chef. "Das ist Raubbau auf Kosten der Beschäftigten statt Umbau."

SPD: Deutsche Bank kann sich selbst helfen

Die führenden Finanz- und Haushaltsexperten der SPD-Bundestagfraktion sehen derzeit keinen Anlass, der Deutschen Bank staatliche Hilfen in Aussicht zu stellen. "Die Frage einer staatlichen Rettung der Deutschen Bank stellt sich nicht. Die Deutsche Bank hat eine gute Finanzlage", sagte der finanzpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Lothar Binding, den Zeitungen der "Funke-Mediengruppe". Die Bank sei längst nicht mehr unterkapitalisiert. "Die Deutsche Bank ist ausreichend in der Lage, sich selbst zu helfen. Die Debatte um das Bankhaus ist total überhitzt", kritisierte Binding. Der haushaltspolitische Sprecher Johannes Kahrs bekräftigte dies: Er sagte den Zeitungen der "Funke-Mediengruppe", es gebe aktuell keinen Grund, beunruhigt zu sein. "Es gibt keinen Anlass, über staatliche Hilfen nachdenken.

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Die Deutsche Bank wird es schaffen", erklärte Kahrs. Wenn sie es nicht schaffen sollte, so der SPD-Chefhaushälter, "werden wir natürlich etwas tun". Niemand könne ein Interesse daran haben, dass die Deutsche Bank in Turbulenzen gerate, so Kahrs. Binding und Kahrs äußerten sich skeptisch zur Forderung der US-Regierung über 14 Milliarden US-Dollar wegen dubioser Hypothekendeals. Binding erklärte: "Ich will nicht ausschließen, dass das US-Justizministerium die 14 Milliarden Dollar auch aus wirtschaftstaktischen Gründen fordert. Ich gehe davon aus, dass diese Forderung so nicht aufrechterhalten wird." Kahrs sagte: "Die Forderungen aus den USA haben mit realen Lage der Bank nichts zu tun."

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Opfer von Spekulanten geworden

Hans-Peter Burghof, Professor für Bankwirtschaft an der Universität Hohenheim, hat die Bankenaufsicht Bafin aufgefordert, die jüngsten Kursstürze bei der Deutschen Bank genau unter die Lupe zu nehmen. "Es ist möglich, dass es sich um eine Attacke von Spekulanten handelt", sagte der Bankenexperte dem "Tagesspiegel". In einem nervösen Umfeld, in dem der Kurs der größten deutschen Bank schon seit Tagen unter Druck steht, sei es klar, dass die Nachricht von einem Teilrückzug von US-Hedge Fonds zu weiteren Kursrückgängen führen muss.

"Die Börsenaufsicht muss hier genau hinschauen", sagte Burghof. Sollte die Bank weiter unter Druck geraten, sollte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Meinung Burghofs doch noch einmal über Staatshilfen nachdenken. Zwar müsse die Bank ihre Probleme primär selber lösen, aber bevor die Abwicklung drohe, müsse der Staat eingreifen.

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10 Kommentare

  1. Welcher Staat soll die denn übernehmen?

    Die Amis etwa?

    Wir haben mit denen nix zu tun – und die mit uns auch nicht.

    Globalisierung, schon vergessen?

  2. Commerzbank? Ist doch schon seit Jahren staatlich, oder habe ich da etwas verpasst.
    Die Deutsche Bank zu verstaatlichen bedeutet, der deutsche Steuersklave zahlt den geforderten amerikanischen Obulus von 14 Mrd plus geschätzte 100 Mrd, wenn man im Vergleich die Hypo sieht.
    Man kann nicht soviel essen die man kot.en kann…

  3. jep schiebt mal noch was Kohle an die Finanzmärkte. Die Krankenkassenrücklage beträgt 1,3 Milliarden und in der Rentenkasse schlummern auch noch ein paar Milliarden. Die sollten den Aktienmärkten ebenfalls noch als Opfergabe dargebracht werden. Krieg gegen Russland muss schließlich von irgendwem Finanziert werden. Im Idealfall von denen die den sowieso verlieren werden, die Europäer.

     

  4. Wenn der Staat eine staatliche Bank will, soll er einfach eine Staatsbank gründen !!!

    Das ist einfacher und billiger, als sich zwei total an die Wand gefahrene Bankrotteure aufzuhalsen. Man müsste internationalen Aktionären gutes (Steuer-)Geld schenken, um an die Aktienmehrheit eines Schuldenberges zu kommen. Das wäre widernatürlicher Schwachsinn!

    Die Banken ausbluten lassen und abwickeln, bis die Aktienkurse bei 1ct Erinnerungswert sind. Dann Geschäfte & Verträge, welche ausschließlich für die deutsche Industrie lebenswichtig sind, überführen in die Staatsbank. Den Derivatekasinodreck können die Idioten von London und WallStreet behalten. FERTIG! 

  5. Da die Brd ein tributpfichtiger Vasallenstaat, ein immer noch besetztes Land ist werden die deutschen Konzerne mit allen Mitteln gezwunden Wetten mit derivaten Finanzinstrumenten gegen den Globalparasit USA zu verlieren und so eben den geforderten Tribut eines besetzten Sklavenstaates zu entrichten, so schauts leider aus. 🙁

  6. Der Steuerzahler wird schon seit Jahren dazu gezwungen, mit seinem Steueraufkommen die Finanzlöcher dieser Banken zu stopfen – logischerweise müssen dem Steuerzahler nun diese Banken gehören. Deutsche Bank, Commerzbank, und viele weitere Banken gehören enteignet und ins Volkseigentum überführt !

  7. ich wette am montag wirds auf den märkten krachen! wir haben feiertag…. die welt nicht 😉

    vileicht nochmal am wochenende etwas geld vom konto holen… bevor man am dienstag sein böses erwachen hat

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