"The Times" Titelseiten zum entführten Journalisten. Bild: Twitter

Im Jahr 2014 wurde ein britischer Journalist in Syrien von "Rebellen" entführt und gefoltert. Nun stellte sich heraus, dass es sich um Milizen handelt, die von den USA unterstützt werden.

Von Marco Maier

In einem Video, welches von den USA unterstützte "Rebellen" zeigt, erkannte der britische Journalist Anthony Loyd einen seiner Peiniger wieder, die ihn und den Fotografen Jack Hill im Jahr 2014 in Syrien entführten und folterten. Besonders interessant dabei: Jener "Rebell" der Loyd schlug und zwei Mal in den Fuß schoss, weil er ein "CIA-Spion" sei, arbeitet nun mit der CIA zusammen.

Die Videoaufnahmen, die den Kämpfer mit dem Namen Hakim Abu Jamal zeigen, entdeckte Loyd laut seinen Angaben in einem Artikel für die "The Times" auf Facebook. Er sei "einigermaßen überrascht" gewesen, das "Gesicht des jüngsten Verbündeten Amerikas" im Kampf gegen die Terrorgruppe "Islamischer Staat" in Syrien zu sehen. Jamal, der in dem Video mit einer Kalaschnikow hantiert und den Sieg der von den USA unterstützten Miliz "Erstes Regiment" ("al-Fawj al-Awwal") in der syrischen Grenzstadt Al-Rai feierte, wurde dabei von dem britischen Reporter wiedererkannt.

"Es war das Gesicht eines Mannes, den ich zuletzt im Mai 2014 gesehen habe, als er sich vorbeugte, um mir aus nächster Nähe zwei Mal in den linken Knöchel zu schießen", schrieb Loyd. Um ihn herum hätten Schaulustige zugesehen. Er sei von seinem Peiniger als "CIA-Spion" beschimpft worden, fuhr Loyd mit Blick auf den US-Geheimdienst hinzu. "Nun scheint es so, als arbeite er selbst mit ihnen zusammen."

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Es zeigt sich damit eindrücklich, wie wenig Wert die USA auf die Auswahl ihrer Verbündeten in Syrien legen. Jeder der sich mit Pentagon und CIA "ins Bett legen" will, ist willkommen und bekommt dafür Geld und Waffen. Hintergrundchecks sind angesichts des Chaos in Syrien ohnehin nur bedingt möglich, so dass die Milizionäre dort den Amerikanern etwas vom Pferd erzählen können. Andererseits waren die Amerikaner jedoch auch noch nie besonders wählerisch, was die Kür ihrer Verbündeten anbelangt.

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3 KOMMENTARE

  1. Makaber! 

    Gegen diesen verantwortlichen Abschaum der USA, gegen diese Finsternis, war scheinbar der Abschaum Soddoms noch sternenklarer Nachthimmel bei Vollmond.

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