Billionen-Maschine EZB

Das Anleihenkaufprogramm der Europäischen Zentralbank EZB schlägt weiterhin die Rekorde. Mit aller Gewalt wollen die Notenbanker ihr Inflationsziel von zwei Prozent erreichen. Bisher sind sie damit kaum vorangekommen. Die Inflationsrate liegt bei 0,2 Prozent. Inzwischen hat die EZB schon eine Billion Euro in den Markt gepumpt und das Gelddrucken wird weitergehen.

Von Dr. Christian Weilmeier

Im Gefolge der Finanzkrise hat sich die EZB zum sogenannten quantitative easing entschlossen. Bei dieser Art der expansiven Geldpolitik kauft die Notenbank vor allem Staatsanleihen auf. Bisher mit wenig Erfolg. Die Laufzeit wurde daher bereits verlängert. Es fällt einem nichts anderes mehr ein, als immer weiterzumachen. Das Geld der EZB flutet den Markt und treibt auch die Börse. Das Marktgeschehen wird massiv verzerrt.

Zuerst kaufte die Europäische Zentralbank nur Staatsanleihen, dann auch Papiere von Kommunen und Regionen. In einem weiteren Schritt im Frühjahr 2016 wurden die Anleihekäufe verstärkt und es kamen noch Anleihen von Unternehmen dazu. Dieser Trend wird weitergehen, da die EZB immer betont hat, dass sie sich alles vorbehält. Bis jetzt ist sie noch weit von ihrem angestrebten Inflationsziel entfernt, 0,2 Prozent statt zwei Prozent. Der EZB ist es allerdings gelungen dadurch die Kreditkonditionen für Unternehmenskredite zu verbessern. Die EZB will, dass Kredite in Anspruch genommen werden, um die Wirtschaft anzukurbeln. Der Konsum von Privathaushalten soll steigen. Das wieder soll die Inflation steigern.

Die Banken geben aber Kredite nicht offenherzig, weil sie noch genug faule Kredite in ihren Büchern stehen haben und die rechtlichen Anforderungen an die Banken inzwischen gestiegen sind. Darüber hinaus belegt eine Studie der EZB, dass die Unternehmen in der eingeschränkten Kreditvergabe gar nicht so sehr das Problem sehen. Viel entscheidender sei, dass die Konjunktur nicht in Fahrt komme und die Leute nicht die Produkte kaufen. Daher halten sich viele Unternehmen mit Investitionen zurück. Das weckt natürlich grundsätzliche Zweifel am Vorgehen der EZB. Es scheint, dass die Zentralbank auf dem völlig falschen Dampfer ist und die enormen Risiken des maßlosen Gelddruckens umsonst eingegangen werden. Die Niedrigzinsen machen den Banken Sorgen und die Geldflut führt zu Fehlsteuerungen und Blasenbildung im Markt. Trotzdem macht die Notenbank weiter, bis zum womöglich bitteren Ende.

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13 Kommentare

  1. Immer schön prassen. Kostet ja nichts.

    Dass die Staaten die Anleihen zurückzahlen müssen, habe ich noch nie irgendwo gelesen. Da werden sich europäische Kinder, Enkel und Urenkel aber freuen, mein lieber Mann.

    1. Das derzeitige Schuld-Geldsystem (Geldschöpfung aus dem NICHTS, durch Schulden = Entstehung der Euros) basiert auf Macht (Gefängnisstrafen), Zwang (Waffengewalt) und Schuld (Besicherung / Schuldgeldverträge).
       

      Jeder Euro und jedes Sparguthaben ist eine Schuld! 
      Diese Schuld haben die Bürger, die Unternehmen und der Staat nicht bei irgendjemand!!, sondern bei den internationalen Bankstern. 
       

      Diese Bankster verlangen frecherweise auch noch Zinsen, für das aus dem „NICHTS“ geschöpfte, leistungslose Geld!
      ZUSAMMENGEFASST: alles Geld = Bank-KREDIT!
       

      Extreme Staatsverschuldung zum BIP, Zinseszinseffekt, Exponentialfunktion bringen ca. alle 60- 80 Jahre ein ungedecktes Zinsgeldsystem zum Einsturz.

      Das zeigt auch die Geschichte. Dieses Schuldgeldsystem ist deshalb ein Ponzi-System, 
      welches den „Schuld-Euro-Halter“ durch Nichtzahlung von Zinsen (bei gleichzeitiger Inflation) und am Ende durch Währungs „Reset“, enteignet. 
       

      Das die Zinsen seit ca. 7-8 Jahren bei NULL sind, zeigt doch sehr deutlich, daß das Schuldgeldsystem so gut wie am Ende angekommen ist. 
      Das einzige was jetzt noch fehlt ist der Währungs „Reset“.
      Das Schuldgeldsystem kann mathematisch keine Zinsen mehr vertragen. Selbst bei NULL Zinsen, hat das System größte Schwierigkeiten am Leben zu bleiben! 
      Auch eine Rückführung der Schulden ist in einem Schuldgeld-System mathematisch unmöglich und würde den Systemkollaps sofort auslösen. 
      Angebliche Banken- und Staatenrettungen werden benötigt um politischen Druck auszuüben, durch Geld-Neuschöpfung aus dem „NICHTS“ im Grunde genommen überflüssig.
      Sämtliche Staaten in einem Schuld-Geldsystem werden von den internationalen Bankstern kontrolliert da diese die Geldversorgung des Staates sicher stellen.
      D.h. die wahre Macht in den Schuldgeld-Staaten sind die Bankster und sind nicht die Politikmarionetten.
      Der Hauptgrund der internationalen Bankster für die Einsetzung des Euros (und Abschaffung der nationalen Währungen), ist der garantierte, zeitgleiche Zusammenbruch des Währungssystems in Europa.
      Die internationalen "Eliten" wollen das System bis zu einem bestimmten Datum (nach ihren seltsamen Zahlen-System) halten, um es dann gezielt zusammen brechen zu lassen.
       

  2. Wahrlich ein Füllhorn, das offenbar niemals versiegt! Anscheinend hat Draghi den Stein der Weisen gefunden, nach dem die Alchemisten im Mittelalter vergeblich suchten. Solange diese Geldquelle funktioniert, wird auch die EU fortbestehen, denn ihr einziger Zusammenhalt sind gewaltige Geldzuweisungen, die dann nur zu oft auf wundersame Weise verschwinden….

  3. Zum Inflationsziel:

    Im Euro-Land hat die Inflation schon angefangen zu galoppieren, man unterdrückt nur jegliche Veröffentlichungen seriöser Finanzwissenschaftler. Die Methoden der Statistiker werden so eingerichtet, daß das von der Politik gewünschte Ergebnis erzielt wird. Der Warenkorb wird deshalb jedes Jahr in seiner Zusammensetzung so verändert, bis das Ergebnis stimmt ! Und wenn die Teuerung beim besten Willen nicht mehr zu verheimlichen ist, dann wird einfach behauptet, daß doch die Reise zum Mond viel billiger geworden ist, deshalb besteht schon die Gefahr der Deflation !

    Was ist das Ergebnis der Geldschöpfung durch die uns aufgezwungene EZB ? Das Gleichgewicht zwischen vorhandener Warenmenge und Geldmenge wird empfindlic gestört. Es kommt unweigerlich zur galoppierenden Inflation ! Die Bevölkerung verarmt ganz gezielt, aber die Finanzminister nehmen durch die Preisinflation jede Menge mehr an Umsatzsteuer ein. Ungeniert verkünden diese Finanzjongleure dann die schwarze Null im Staatshaushalt als Erfolg ihrer Sparbemühungen ! Welch ein Trauerspiel ! ! !

    1. Genauso ist es. Aber das ist auch der Beweis dafür, dass die Deflationsgefahr nur eine vorgeschobene Begründung ist, denn wenn man mit hedonistischen Methoden die Inflation kleinrechnen kann, dann kann man sie auch auf die gleiche Weise großrechnen, um zum gewünschten Ergebnis zu kommen. Macht man aber nicht, weil es tatsächlich überhaupt nicht um die angebliche Deflationsgefahr geht. Es geht vielmehr darum, das Geldsystem noch eine Weile am Leben zu erhalten, und das geht nur noch mit immer mehr neuem Geld, wie ein Junkie, der immer größere Dosen Rauschgift braucht.

  4.  Deutschland sitzt mit seinenEU-Partnern in einer Kneipe und sie lassen es sich gut gehen. Deutschland lädt wie immer-aus welchenGründen auch immer- sene EU-Partner zu einer riesigen Sause ein und vespricht die Kosten zu übernehmen. Nach durchzechter Nacht verlassen die EU-Partner nach und nach ohne einen Pieps zu zahlen die Party, da sie ja eingeladen worden sind. Zu guter letzt  will auch Deutschland die Kneipe verlassen, ohne die Rechnung für die Sause bezahlen zu wollen und auch nicht zu können, werden jedoch vom Kneipenwirt EZB aufgehalten und um die Übernahme der versprochenen Sausekosten aufgefordert. Es kam zu einer Rangelei, weil die Deutschen die Sausekosten nicht übernehmen konnten aber auch nicht wolten, was den Wirt kräftig -wegen  dieser  Unhöflichkeit der Deutschen -auf die Pame brachte.So ähnlich wird der Untergang der EU aussehen.

  5. So macht man aus falschem Geld, oder sollte ich sagen, Schulden, Spekulationen, Phantasien  und Träümereien eines Draghi und Konsorten, wahres Geld, durch Arbeit und Fleiß der ehrlichen Menschen.Diese Versager können nicht,s, es reicht nur zum Knöpfchen drücken, und das " Geld " fließt in Strömen. " Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt". nachfolgende Generationen, sofern es welche geben wird, werden es uns danken.

  6. Noch stirbt für Billionen ein Wald. Bald sind es nur noch "bits".

    Wer kennt nicht die Geschichte der "Giralkartoffel" und dessen bittere Erkenntnis?

  7. Arthur B. Laffer (Ami Econom,, Fiskal-Techniker und Berater von Ronald Regan)sagt aus,, 

    ,,Nemmt Obama und Clinton von uns und gebt uns Erdogan oder zumindest Putin,,

    Wenn Ihr ein Heruntergewirtschaftetes-Volkswirtschaft als Ruin/Wrack antreffen wollt, kommt jetzt nach USA – USA ein Ekonomisch-Sozialer Spagghetti-Sieb überall durchlöchert das längst ausgelaufen ist. Mit ByPass oder Dragnage sei es nicht zu beheben (Notenbanken die mit Geld den Markt versuchen zu Stabilisieren ) Es gebe kein Pflaster und auch kein aller Heilmittel für diese Resolate-Misswirtschafftspolitik das innerhalb von 15Jahren.

    Er häge denn berechtigten (gemäss seiner Studien) Verdacht dass die EU-Wirtschaft im Zoog der US-Fiskalpolitik mit ein gezogen werde und Rezession nicht schleichend sondern im Eilzug über Europa einziehen werde.

    Ob der Econom beim Trump ein neues Zuhause sucht sich einnisten will ist noch ausstehend,, ablehnende Haltung/Stellung beim Clinton-Clan das ist offensichtlich.

  8. – when you are in trouble, double –

    Inzwischen handelt die EZB wie ein verlierender Spieler in einer Spielbank, der seine Verluste jeweils um das Doppelte erhöht, in der Hoffnung auf die richtige Zahl und Farbe am Roulettetisch gesetzt zu haben, welche die Kugel hartnäckig verweigert. Daß das nichts bringt zeigt sich jetzt nach Jahren der expansiven Geldpolitik ohne nachhaltige Wirkung, außer einer galoppierenden Kaufkraftaushöhlung einer EUROsion. So bleibt der EZB nur noch eine Option, sie muß mit ihrem 'QE' Programm die Staatsschulden in dieser EUdSSR selbst übernehmen, was schon weitgehend mit Griechenland und Italien geschehen ist, so daß das alles nichts mehr mit einer 'Währungshütung' zu tun hat, sondern kann nur noch als geldpolitischer Voodoo-Zauber bezeichnet werden, dem niemand bis zur Generalpleite dieses gesamten EUROsions-Systems Einhalt zu gebieten scheint. So wird am Ende Christo bemüht werden, den EZB Tower mit Tüchern zu verhüllen, wie es in den Spielbanken mit den gesprengten Tischen üblich ist, aber sicherlich nur gegen Vorauskasse in einer vertrauenswürdigen Währung.

     

  9. Der Club Med wird in der Eurozone Zustände wie in Venezuela herbei führen. Deshalb hier der Ausblick was der Eurozone noch bevor steht: In Venezuela galoppiert die Inflation. Der Internationale Währungsfonds erwartet in diesem Jahr eine Teuerungsrate von 700 Prozent und einen Einbruch der Wirtschaft des Landes um 10 Prozent.
    An diesem Beispiel erkennt man deutlich, welche Auswirkungen Geldwertvernichtung im Endstadium hat und wie man sich für einen solchen Fall absichern kann. Denn mit dem Verfall der Inlandswährung steigen die Edelmetallpreise im Land in ungeahnte Höhen. Das heißt, wer in Venezuela rechtzeitig vorgesorgt und Gold und Silber gekauft hat, dessen wirtschaftliche Lage (Kaufkraft) ist nun erheblich besser als im Falle der meisten Haushalte des Landes. In einem Interview mit SRSrocco Report präsentiert US-Edelmetallhändler Tom Cloud die Schilderung eines Kunden. Er erzählt: „Ich habe einen Kunden, dessen Bruder sechs Jahre in Venezuela gelebt hat und gerade heimgekehrt ist. Er schilderte mir, dass man bei den Bauern auf dem Land für eine Unze Silber, Nahrung für bis zu sechs Monaten kaufen kann. So schlimm stehen die Dinge dort. Die Fiatwährung ist so gut wie hinüber. Und eine zweite Sache. Er hat erzählt, dass die Häuser auf den Plantagen und teilweise auch in den Städten vor sechs Jahren 25.000 bis 35.000 US-Dollar gekostet hätten. Jetzt hätte er jedes der Häuser für eine Unze Gold kaufen können“.

    1. @Incamas SRL

      Interessanter Bericht! So können sich die Menschen in dieser EUdSSR schon einmal auf solche Zustände einstellen, zumal man schon in den kalten Wintern 1946 – 1947 in  Deutschland die Erfahrung machen mußte, daß ein Wintermantel im Tausch mehr wert war als ein Haus. So dürfte wenigstens das, aufgrund der klimatischen Verhältnisse, den Bewohnern in Paraguay als schwacher Trost erspart bleiben. Sollten diese Zustände in Deutschland eintreten, so ist es nicht ausgeschlossen, daß ihr aufgrund der günstigen Immobilienpreise von unserer Kanzlerin, in deutscher Fluchttration, als Dauergast beglückt werdet. Viel Spaß!

       

  10. Das Erreichen einer Inflationssteigerung durch die Staatsanleihen- und Firmenanleihenaufkaufprogramme ist ein Märchen à la 'Draghi.

    Inflationsraten sind nur durch Kaufkraftsteigerungen von Arbeitnehmern und den dadurch erzielbaren verbesserten Gewinnen von Unternehmen zu erreichen.

    Alles andere ist Kokolores und Gesabbere.

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