Ungerechtes Rentensystem: Wenn Arbeitnehmer die Konzernkonten füllen und dafür in Altersarmut darben

Das deutsche Rentensystem ist höchst ungerecht. Erst werden die Kassen der Konzerne gefüllt, dann reicht es im Alter oftmals nicht einmal mehr zum Leben. Eine Quersubvention der Renten mittels Konzern- und vermögensbezogenen Steuern ist notwendig.

Von Marco Maier

Die Rentner (und solche, die es einmal werden) in Deutschland haben es nicht leicht. Jahrzehntelang erarbeiten sie den Wohlstand von Aktionären, Managern und Politikern, später dann dürfen sie mit einer der niedrigsten Rentenquoten in der OECD in den Altersruhestand gehen. Zuschüsse für Geringverdiener? Faktisch Fehlanzeige, wenn man vom Hartz-IV-Niveau einmal absieht.

Einer OECF-Studie zufolge erhalten Geringverdiener in Österreich immerhin rund 93 Prozent ihres Durchschnittslohns als Altersversorgung. Im OECD-Schnitt sind es immerhin noch 75 Prozent. Und in Deutschland? Da müssen sie sich mit 53 Prozent zufriedengeben. Bei den Durchschnittsverdienern sieht es nicht besser aus: Da kommen die Österreicher – wie der OECD-Schnitt – immerhin noch auf 63 Prozent ihres Durchschnittseinkommens, während die deutschen Rentner mit 50 Prozent gerade einmal noch die Hälfte erhalten.

Gut, in Österreich ist auch der Steuerzuschuss in die Pensionskassen deutlich höher als in der Deutschland – dafür leistet sich Berlin jedoch ein niedrigeres Steuerniveau und eine "schwarze Null". Das mag zwar auf den ersten Blick für mehr Nachhaltigkeit sorgen als beim österreichischen System, für mehr Gerechtigkeit spricht das allerdings nicht.

Vor allem zeigen sowohl die demographische Entwicklung als auch der Umstand (der zumindest teilweise darauf zurückzuführen ist), dass der Anteil der Löhne am Volkseinkommen trotz steigender Beschäftigungszahlen in den letzten Jahren deutlich unter dem Niveau der 1990er liegt und auch künftig weiter sinken wird. Doch diese Einkommen stellen den Hauptteil der Rentenbeiträge und somit im Umlagesystem auch die Basis für die Auszahlung der Renten.

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Die systematische Verteilungsungerechtigkeit zeigt sich darin, dass man einerseits immer wieder neue Rekordumsätze im Außenhandel vermeldet, die Konzernmanager mit fetten Boni und die Aktionäre mit satten Dividenden bedacht werden, während jene die dieses erst mit ihrer Arbeit ermöglichten, im Alter mit einem Leben als Bittsteller zurechtkommen müssen. Das ist kein wünschenswerter Zustand.

Vielmehr muss eine Querfinanzierung der Renten über die Steuern stattfinden – und zwar vor allem über eine Besteuerung von Dividenden, Zinsen und anderen Vermögenseinkünften, sowie einer effektiveren Besteuerung von Konzerngewinnen. Immerhin können diese Dank "steuerschonender" Modelle ihre Steuerlast dramatisch drücken und bezahlen dadurch prozentual deutlich weniger an Steuern als die meisten kleinen und mittleren Unternehmen.

Wenn nämlich die reichsten 0,5 Prozent der Deutschen (ca. 400.000 Personen) gleich viel Vermögen besitzen wie die unteren 90 Prozent (73,6 Millionen Menschen) zusammen, muss man sich fragen, ob sie auch einen entsprechenden Anteil für den Erhalt der Gesellschaft leisten. Immerhin basiert deren Reichtum ja vor allem auf der Arbeitskraft der vielen Millionen Menschen, die dafür nur mit "einem Appel und einem Ei" abgespeist werden.

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6 Kommentare

  1. Ich bin mal gespannt, ob man mir ausnahmsweise doch noch einen kurzen Beitrag erlaubt. Ich halte mich mit meiner Kritik an den Kapitalkonzernen, in Deutschland zurück.

    Alle Generationen, nach dem Krieg, wurden um ihre Renten betrogen. Alle ausnahmslos alle.

    Millionen Deutsche, arbeiteten seit BRiD., beginn, im „Niedriglohnsektor“. Immer in der Hoffnung doch eines Tages einen besser bezahlten Job zu erlangen. Das war die Verleugnung der Realität. Sie sollten immer billig bleiben, für den Export, für den Aktionär. Nur damals, hatten wir eine Währung, mit der man sich noch etwas kaufen konnte. Die haben wir heute nicht mehr.

  2. Nach meinem Kenntnisstand erhalten österreichische Renter 13 Renten im Jahr im Gegensatz zu deutschen Rentnern, die nur für 12 Renten im Jahr erhalten. Diesen einen Monat mehr an Rentenleistung kann man bezeichnen wie man will, zumindest haben sie im Gegensatz zu uns eine schöne Weihnachtsgratifikation.

  3. Die BRD ist ein Arbeitslager, das von deutschen Bonzen ausschließlich für ihrer Profite betrieben wird.

    Die Parteien in Deutschland sollen der „Belegschaft“ eine Meinungsvielfalt vortäuschen; in Wirklichkeit dienen sie nur dazu, das Volk in Gruppen aufzuteilen und diese wegen Nichtigkeiten gegeneinander  aufzuhetzen.

    Die Politiker gehören in Wirklichkeit zur Bonzenkaste und sind ausschließlich ihnen verpflichtet; es sind ihre Komplizen.

    Schaut einfach mal, wie viele Politiker nach "getaner Arbeit" (entsprechende Gesetzesänderungen) zur Belohnung dann genau in den Firmen im Vorstand sitzen, denen sie Vorteile verschafft haben!Diese BRD " Regierenden" machen uns deutlich, dass sie uns nur brauchen, wenn wir arbeiten,den Lebensstil dieser Parasiten in der Politik und Ihrer Spießgesellen finanzieren,
    alles tun was uns gesagt wird, Steuern bezahlen und jeden wirtschaftspolitischen
    Lobbyistenscheiß von in- und ausländischen Konzernen mitmachen.Das jetzige Volk ist durchsetzt mit Egoisten, Arschlöchern, Verrätern, Lügnern, Betrügern, gierigen und missgünstigen Menschen.In einem anständigen Staat würde die Regierung solche Leute von Machtpositionen fernhalten und sie an den Pranger stellen, doch in der Brd-Diktatur ist es natürlich genau umgekehrt: hier sind meist  schlechte Menschen in den Machtpositionen und benutzen die Institutionen, Gesetzeslücken, halbherzigen Vorschriften des "Staates", um gegen anständige Menschen vorzugehen.Machtmissbrauch gehört in diesen Kreisen zur Tagesordnung, Korruption und Lobbyismus gibt sich in den " oberen Etagen "die Klinke in die Hand. Behörden und Scheinbeamte, Gesetzesverdreher und Möchtegern-Wichtigtuer drangsalieren und belügen das gemeine Volk bewusst um Ihre Ziele und die Ihrer Bosse durchzusetzen. Dieses System muss verschwinden, erst dann wird ein Volk in seiner Gesellschaft und Moral gesunden. 

    1. Sehr gut geschrieben und auf den Punkt gebracht! In der DDR haben die meisten Deutschen auch nicht viel gehabt, aber eines hat man den Menschen dort nicht genommen, das Gefühl und die Tatsache, dass man Deutscher ist und sein kann!

      Kein DDR-Politiker hätte es sich gewagt, von den DDR-Bürgern zu verlangen, von heute auf morgen und für allezeit, dass man Hunderttausende oder Millionen von Kulturfremden zusätzlich mit durchfüttert bzw. für deren Unterhalt vorbehalt- u. bedingungslos aufzukommen!

      Die Merkel und alle anderen Politiker hat/haben sich des zigfachen Rechtsbruches, gegenüber den Deutschen, schuldig gemacht!

      Solche Vorgänge sucht man in der heutigen Zeit vergebens!

       

  4. aber das tun sie doch schon ewig ohne sich zu beschweren oder dagegen zu kämpfen, ein dummes schwaches deutsches volk was es so noch nie gegeben hat !!!!!!!!!!!!!!!!

  5. Warum wählt ihr dann ewig diese Penner ? – die nach der Devise handeln,,Gebt der Waffenindustrie was der Waffenindustrie gebührt und gebt den Flüchlingen was den Flüchtlingen gebührt-, aber gebt um Gottes Willen den deutschen Rentnern nichts. Es reicht,wenn sie vorder das Establishment und das politische Gesocks ernähren.

     

     

     

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