Strittige MH17-Recherche: Warum Correctiv besucht wurde

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Eine andere Frage könnte auch lauten: Unterstellt man mal die Tatsache, dass wie viele Reportagen und offizielle Untersuchungsberichte bestätigen, eine Buk-M1-Rakete das Flugzeug vom Himmel holte, ist es doch nicht ausgeschlossen, dass auch ein ukrainischer Offizier oder ehemaliger Offizier, diese komplizierte Raketensystem vom Himmel geholt haben könnte. Immerhin schließt die Correctiv-Version aus, dass es die Donbass-Rebellen gewesen sein könnten, wobei man auch nicht komplett ausschließen kann, dass sich dort ehemalige Angehörige des ukrainischen Militärs befinden könnten. Immerhin sagt ein Wikipedia-Artikel auch, dass auch die Ukraine im Besitz von Buk-M1-Raketenabwehrsystemen ist, das zu Sowjetzeiten von der Firma Almas-Antei hergestellt wurde. Bezeichnet wird dieses System im Artikel immer noch als „Buk-3“ beschrieben. Zudem wird nur von einem „aktiven Radar“ gesprochen, wobei das sowjetische Rakenabwehrsystem ein Suchradar und ein Feuerleitradar, also mit zwei Radar-Anlagen arbeitet. Im übrigens wird das Buk-System als ein System beschrieben, welches – anders als der Experte im Text sagt – recht schwierig aufzuklären ist. Zudem belegt das britische Institut für Strategische Studien in einem Bericht aus dem Jahr 2014, dass dieses Luftabwehrsystem in der Ukraine noch genutzt wird, womit sich abermals die Frage aufdrängt, wieso diese Möglichkeit von Correctiv nicht behandelt wurde. Zudem gingen Generäle der NATO davon aus, dass nicht nur „russische Offiziere“ ein hochkomplexes System wie das Buk-M1-System bedienen könnten, sondern auch Separatisten, aber halt auch ukrainische Offiziere. Richtig ist wahrscheinlich, dass es leichter ist Fahrrad zu fahren als ein komplexes Raketensabwehrsystem zu bedienen, wie die Reportage beschreibt. Angeblich muss man fünf Jahre Offiziersausbildung hinter sich haben, bevor man mit diesem System umgehen kann.

In der Ukraine soll es aufgrund der Schließung des Institutes für Raketentechnik in Kiew nicht möglich gewesen sein, dass die Soldaten in der Ukraine, ob Offiziere oder Feldwebel, ein solches Gerät bedienen könnten. Gleichwohl soll es aber noch Menschen geben, die sich an diese Ausbildung erinnern könnten, da sie vor der Schließung 1995 in den Genuss kamen, an diesem hochkomplexen, aber zugleich sehr ungenauen System ausgebildet worden zu sein. Die Ukraine hat – wie oben beschrieben – mehrere Raketenabwehrsysteme wie das betreffende Modell im Bestand, aber bildet ihre Soldaten daran nicht mehr aus? Das scheint ziemlich paradox. Ebenso konterkariert man sich mit dem Vorfall aus dem Jahr 2001, wo das ukrainische Militär vermutlich mit einer S-200 eine Passagiermaschine abgeschossen hatte, zu diesem Zeitpunkt wurde auch das Buk-System noch genutzt und man „mottete“ es laut Correctiv nicht ein, sondern verzichtete lediglich, bei Manövern Luftabwehr-Raketen in die Luft zu jagen. Also müssen doch noch Ukrainer in der Lage gewesen sein, dieses System zu bedienen. Auch die Dauer einer Ausbildung von über fünf Jahren an diesem komplexen System scheint sehr hoch gegriffen zu sein, denn wenn man bedenkt, dass im deutschen Militär Feldwebel und Offiziere innerhalb von 3 Jahren ihre Ausbildung fertig haben und auf mehrmonatigen Lehrgängen die Bedienung von ähnlich komplizierten Waffensystemen beigebracht bekommt, warum sollte es in Russland alleine fünf Jahre dauern, bis man in der Lage ist, ein solches Waffensystem zu bedienen, wenn man in Deutschland innerhalb von summarisch 12 Monaten Lehrgangszeit zumindest an den Pendants wie Ozelot in der Lage ist, diese zu bedienen?! Zugegeben, Deutschland ist nicht Russland, aber es drängt sich schon die Frage auf, ob die Offiziere aus Kursk bei den deutschen Journalisten nicht übertrieben haben. Unterstellt sie haben wirklich mit solchen Offizieren gesprochen.

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Stichwort Interviews: Auch der Journalist Billy Six hatte viele Fragen über die Reportage von Correctiv. Oben haben wir den Militär-Experten Horlings genannt, der laut Six zwar existieren soll, allerdings niemals mit jemanden vom Recherchenetzwerk Correctiv gesprochen habe. Weiter heißt es, dass er niemals von der alleinigen Möglichkeit gesprochen habe, dass es sich ausschließlich um ein Buk-System gehandelt haben muss, sondern er schloss auch nicht aus, dass ein Kampfjet am Werke gewesen sein könnte. Wie Correctiv, war auch Six in der Ukraine, wo er ebenfalls Zeugen hörte, die Kampfjets am Tag des Unglücks gesehen haben wollen. Zudem deckte er auf, dass ein Interview von Correctiv mit einem anonymen Zeugen nachgesprochen wurde, von einem Schauspieler. Einzelheiten kann man hier einsehen und auch das Portal Propagandaschau erhebt Vorwürfe gegen das Recherchenetzwerk, die an dieser Stelle durchaus nachvollziehbar sind. Hinzu kommt noch, dass die Recherche aus dem Berliner Hause sich bei den Fotos vielfach auf Bellingcat beruft, die nicht gerade dafür bekannt sind, dass sie gegenüber Russland positiv eingestellt wären. Konkret geht es um die Verortung der Fotos, die falsch verortet worden seien. Der genaue Standort der Raketen entspreche nicht den Angaben von der Reportage, wie Daniel Romein in einem Artikel beschreibt. Zudem sei es nicht schlüssig dargestellt wie eine Batterie von Kursk in das ukrainische Tores fahren konnten und sich danach wieder auf den Weg zurück gemacht haben könnten. Im Übrigen berichtete Stimme Russlands am selben Tag des Abschusses des malaysischen Boeing 777, dass Separatisten eine Antonov der ukrainischen Luftwaffe abgeschossen haben sollen, was laut Augenzeugen der Fall gewesen sein soll. Details über das verwendete Waffensystem wurden aber nicht genannt. Auch der niederländische Journalist Max van der Werff sprach ebenfalls mit Zeugen, die von Correctiv genannt werden, die ebenfalls der Version von Correctiv widersprachen beziehungsweise falsch zitiert worden sind.

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Zugegeben – es gibt inzwischen hunderte von Versionen, wie sich der Vorfall am 17. Juli 2014 ereignet haben kann. Zahlreiche Spekulationen griff auch das BBC auf, wobei die Recherchen aus Berlin nicht mehr als eine mittlere Landplage sind. Contra Magazin hat es sich hier auch nicht zur Aufgabe gemacht den Fall zu lösen, sondern hier wurden auf einige Punkte eingegangen, die zeigen, dass die Fragen von Phillips und Six berechtigt sind und es durchaus Anlass gibt an der Reportage von Correctiv berechtigte Zweifel zu erheben. Man braucht sich allerdings nun nicht mehr zu wundern, warum die beiden Reporter schnell aus dem Büro des Recherchenetzwerkes verwiesen wurden. Auch die Medienoffensive danach, die Correctiv startete und sämtliche Medien, die unkritisch die Reportage aus Berlin übernommen hatten, aggressiv und einseitig den Vorfall vor ein paar Tagen skandierten. Natürlich sind auch nicht alle Details in der fraglichen Reportage falsch und man erhält in einer empfohlenen Lesezeit von 35 Minuten sehr viele Details, wo man auch auf wichtige Links verweist. Aber gerade da, wo es interessant wird, werden auf solche Details gerne verzichtet. Und am Ende auf den abenteuerlichen Schluss zu kommen, dass nur ihre Version stimmt, also russische Offiziere die Maschine vom Himmel geholt haben können, schießt dann doch den Vogel ab. Und daraufhin die alleinige Schuld beim russischen Präsidenten zu suchen, der zu diesem Zeitpunkt sicher am wenigsten davon gehabt hätte, dass so etwas in der Ukraine passiert, ist nur noch billig. So billig, dass man für das kritiklose Veröffentlichen dieser Reportage, den hiesigen Medien noch hätte Geld geben müssen, dass sie es veröffentlichen. Letztlich reiht sich dieser Report in viele andere Reportagen ein, die auf den medialen Anti-Russland-Markt gesprungen sind, dessen Nachfrage Anfang 2015 immer stetiger gewachsen ist.

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6 Kommentare

  1. Graham Philips hat 2014 Super-Reportagen aus der Ostukraine gemacht, bis er ein(zwei) mal entführt und dann des Landes verwiesen wurde. Beim Rechercheclub correctiv handekt es sich wohl eher um Couchpotatos. Interresant liesrtsichbei denen nur die Liste der edlen Spender, die so "renommierte Geldhäuser" wie die Deutsche Bankabber auch Atlantikerpostillen wie die Zeit umfasst. Der Vorsitzende des "Ethikrates" ist der ehemalige Vorsitzende der WAZ-Guppe Essen

     

     

  2. Sicher mit heißer Nadel gestrickter Artikel, deshalb wohl die unzähligen Orthographie- und Grammatikfehler. Sowas passiert, diesmal sind es nur zu viele Fehler.

     

    Mutige Aktion der beiden. Trotzdem etwas undurchdacht und unzivilisiert. Wobei Correctiv sich hier ebenfalls nicht mit Ruhm bekleckert hat.

     

    Correctiv und Collectiv sind sicher nicht zufällig sehr ähnlich. Die Ethikindustrie hat im politischen und medialen Kontext nix verloren, solange sie ihre Hauptaufgabe im Beschneiden von freier Meinungsäußerung sowie dem Verbreiten von Halbwahrheiten und Ideologie sieht.

     

    Correktiv residiert wie Gott in Frankreich. Beansprucht dabei "gemeinnützig" (gGmbH) zu sein und genießt dadurch Finanzierungsprivilegien, die einer Propagandamaschine nicht zustehen.

     

    Was heute durch Wisnewski über die AAS geschrieben wurde passt ganz gut in diese Bild, der staatlich geförderten Gesinnungskontrolle zu unser aller Nachteil.

     

    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/gerhard-wisnewski/enthuellt-amadeu-antonio-stiftung-ist-tarnorganisation-des-verfassungsschutzes-.html
     

  3. Vermute da auch wieder eine gezielte Desinformationskampagne. Also Demagogen am Werk. Nur was machen wir dann mit all den Leuten von Correctiv, Bellingcat, den Sanktionsbefürwortern in der deutschen Regierung, der Lügenpresse u.v.a., wenn sich dann zweifelsfrei deren Lügen als genau dies herausgestellt haben?Nach dem Muster der Guantanamo-Befragungen dann Straflager, Laternenorden,  oder als Geste des guten Willens an Putin überstellen? Wurde bei  Kriegsverbrechern nicht auch  (?im Osten) das Vermögen eingezogen, hier dann zum Vorteil der Getöteten und der zu Unrecht Beschuldigten? Meiner Meinung nach ist die Urheberschaft ja bereits geklärt, wenn auch nicht der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Es gibt viel zu tun!

     

    1. ja, eine schwere Frage. Ich befürworte ein Guantanamo in Fernost. Dies ließe sich sicherlich mit einer Uranerzmine kombinieren. Die Zahl der Toten seit ca. 200 Jahren, sie diese Brut zu verantworten hat geht in die Milliarden. Die Strafe sollte angemessen sein. Der Laternenorden ist zu gut für die…

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