Trümmer von MH17. Bild: Youtube

Nachdem die beiden Reporter Graham W. Phillips und Billy Six aus dem Büro des Rechercheportals Correctiv nebst Anzeige wegen Hausfriedensbruch rausflogen, berichteten nahezu alle Leitmedien über diesen Vorfall in Berlin. Hintergrund war die Tatsache, dass die beiden Journalisten über eine Reportage des Recherchebüros sprechen wollten, die sich mit den Hintergründen des Absturzes der MH17 vor zwei Jahren in der Ukraine beschäftigt. Zu Recht.

Von Christian Saarländer

Contra Magazin berichte bereits zwei Mal über diesen Vorfall , wobei es mehr darum ging, über den Vorfall in Berlin zu sprechen und wie die westlichen Leitmedien die Geschichte recht einseitig und deutlich zu Gunsten des Berliner Recherchenetzwerkes publizierten. Dass dabei auch Fehler gemacht wurden, haben inzwischen bereits einige Portale zugegeben. RT Deutsch hat hierzu ein Video veröffentlicht, wo man falsche Anschuldigungen gegen RT und Russland glaubhaft widerlegt.

Wie gesagt, der Hintergrund des Besuchs von Phillips und Six war das Thema des Absturzes der MH17, worüber Correctiv auch eine lange Reportage geschrieben hat, die multimedial aufbereitet wurde. Diese wurde sogar preisgekrönt und von vielen Medien nahezu kritiklos übernommen – wahrscheinlich deshalb, weil sie Russland als Hauptschuldigen in der ganzen Sache ausfindig gemacht hat. Aus aktuellem Anlass twitterte man noch einmal die streitige Reportage, die für die beiden einige Fragen offen ließ.

Zugeben, man könnte echt den Eindruck gewinnen, dass die Berliner wirklich ein Interesse daran gehabt hätten, keine Frage mehr offen zu lassen. Gleich die Einleitung spricht von einer „dichten Beweiskette“, die man im Verlauf der Reportage gesammelt habe. Und am Ende sind irgendwie alle Schuld: Die Regierung der Ukraine, die Separatisten, Deutschland und die anderen Regierungen in der EU, aber vor allem auch Russland. Denn letztlich kommt man zum Schluss, dass nur russische Offiziere die BUK-M3-Raketen auf das Flugzeug abgefeuert haben können. Und nebenbei wird eine „russische Invasion“ mit Panzern erwähnt, die sich ohne die Begleitung von Luftabwehr-Raketensystem trauen. Dabei nutzen auch die ukrainischen Streitkräfte russische Panzer.

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Auch will man eine verantwortliche Brigade gefunden haben, die 53. Luftabwehrbrigade, die in Kursk stationiert ist. Interessant hierbei ist, dass die Plattenbausiedlung „Marschall Schukow“ dem Text zufolge von der Bundesrepublik Deutschland bezahlt wurde, die kurz nach der Wende eine türkische Firma mit dem Bau beauftragt haben soll und 4.500 Menschen noch heute eine Heimat bietet. Der Text ist mit vielen Verlinkungen versehen, aber darüber findet man irgendwie nichts, wo sich schon hier Fragen aufdrängen. Fragen hatte aber auch der britische Journalist, die man hier im Wortlaut finden kann.

Wie wir wissen, wurden seine Fragen nicht beantwortet – wobei die Fragen doch schon berechtigt sind. Denn obwohl die Reportage auch über ukrainische Militärflugzeuge schreibt, die zivile Passagierflugzeuge als „menschliche Schutzschilde“ missbrauchen, so der Text, wurde auf die Möglichkeit kaum eingegangen, dass ein solcher Jet den Passagierflieger abgeschossen haben könnte. Man beruft sich auf die „Experten-Meinung“ eines gewissen Harry Horlings, ein niederländischer Kampfpilot, der in den USA ausgebildet wurde. Deren Expertise sagt, dass Piloten niemals ein feindliches Flugzeug von hinten attackieren würde, sondern nur von vorne und hätte vorher durch den russischen Luftraum fliegen müssen. Es wird auch auf ein LinkedIn-Profil verwiesen,was allerdings nicht mehr existiert. Zudem widersprechen sich die Experten-Meinungen über die Abfanghöhe der Raketen, deren maximale Abfanghöhe auf 15 km geschätzt wird, während  die neueren Typen laut dem Hersteller eine Abfanghöhe von bis zu 25 km vorweisen sollen. Laut Artikel kann es auch nur ein Buk-System sein, welches den Passagierflieger vom Himmel geholt habe, denn man will wissen, dass es sonst keine anderen Luftabwehrsysteme geben kann, die zum einen „hochmobil“, zum anderen im Bestand der Streitkräfte in der Ukraine seien. Es gibt aber noch beispielsweise Systeme wie Strela, Tor M-1, S-300 und weitere, die allesamt auch mobil sind, allerdings allesamt nicht genannt werden.

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6 KOMMENTARE

  1. Graham Philips hat 2014 Super-Reportagen aus der Ostukraine gemacht, bis er ein(zwei) mal entführt und dann des Landes verwiesen wurde. Beim Rechercheclub correctiv handekt es sich wohl eher um Couchpotatos. Interresant liesrtsichbei denen nur die Liste der edlen Spender, die so "renommierte Geldhäuser" wie die Deutsche Bankabber auch Atlantikerpostillen wie die Zeit umfasst. Der Vorsitzende des "Ethikrates" ist der ehemalige Vorsitzende der WAZ-Guppe Essen

     

     

  2. Sicher mit heißer Nadel gestrickter Artikel, deshalb wohl die unzähligen Orthographie- und Grammatikfehler. Sowas passiert, diesmal sind es nur zu viele Fehler.

     

    Mutige Aktion der beiden. Trotzdem etwas undurchdacht und unzivilisiert. Wobei Correctiv sich hier ebenfalls nicht mit Ruhm bekleckert hat.

     

    Correctiv und Collectiv sind sicher nicht zufällig sehr ähnlich. Die Ethikindustrie hat im politischen und medialen Kontext nix verloren, solange sie ihre Hauptaufgabe im Beschneiden von freier Meinungsäußerung sowie dem Verbreiten von Halbwahrheiten und Ideologie sieht.

     

    Correktiv residiert wie Gott in Frankreich. Beansprucht dabei "gemeinnützig" (gGmbH) zu sein und genießt dadurch Finanzierungsprivilegien, die einer Propagandamaschine nicht zustehen.

     

    Was heute durch Wisnewski über die AAS geschrieben wurde passt ganz gut in diese Bild, der staatlich geförderten Gesinnungskontrolle zu unser aller Nachteil.

     

    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/gerhard-wisnewski/enthuellt-amadeu-antonio-stiftung-ist-tarnorganisation-des-verfassungsschutzes-.html
     

  3. Vermute da auch wieder eine gezielte Desinformationskampagne. Also Demagogen am Werk. Nur was machen wir dann mit all den Leuten von Correctiv, Bellingcat, den Sanktionsbefürwortern in der deutschen Regierung, der Lügenpresse u.v.a., wenn sich dann zweifelsfrei deren Lügen als genau dies herausgestellt haben?Nach dem Muster der Guantanamo-Befragungen dann Straflager, Laternenorden,  oder als Geste des guten Willens an Putin überstellen? Wurde bei  Kriegsverbrechern nicht auch  (?im Osten) das Vermögen eingezogen, hier dann zum Vorteil der Getöteten und der zu Unrecht Beschuldigten? Meiner Meinung nach ist die Urheberschaft ja bereits geklärt, wenn auch nicht der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Es gibt viel zu tun!

     

    • ja, eine schwere Frage. Ich befürworte ein Guantanamo in Fernost. Dies ließe sich sicherlich mit einer Uranerzmine kombinieren. Die Zahl der Toten seit ca. 200 Jahren, sie diese Brut zu verantworten hat geht in die Milliarden. Die Strafe sollte angemessen sein. Der Laternenorden ist zu gut für die…

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