Die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro haben begonnen und ganz Brasilien ist aus dem Häuschen. Allerdings nicht alle aus denselben Gründen. Viele protestieren gegen die Kosten des globalen Megaevents und beklagen die Korruption im Land. Auch Michel Temer, Brasiliens Interimspräsident, bekam die Verachtung des Volkes zu spüren. Doch mit der Eröffnungsfeier begann der Olympische Friede und die große Mehrheit steht hinter den Spielen. Brasilien feiert mit der Jugend der Welt.

Von Rui Filipe Gutschmidt

Man hat über die Spiele in Rio de Janeiro sehr viel zu lesen bekommen und das Meiste davon war negativ. Ja, die Presse lies kein gutes Haar an der Organisation, Brasilien und dem IOC und scheinbar würden es die schlechtesten Spiele aller Zeiten werden. Manche bezweifelten sogar, dass es überhaupt zu den Spielen in dem politisch instabilen Land kommen würde. Der Bau von Sportstätten, Transportmitteln, dem olympischem Dorf und anderen Infrastrukturen hinkte Wochen hinter der Planung her und Massenproteste auf den Straßen im ganzen Land drohten die Olympiade ins Wasser fallen zu lassen. Besser gesagt, in die Kloake, in die die Bucht in der unter anderem die Segelwettbewerbe ausgetragen werden, seit langem verwandelt wurde. Doch nur wer Brasilien nicht kennt konnte Zweifel daran haben, dass am Ende alles glatt läuft.

Es ist die unerschütterliche Gabe eines Volkes, das sich aus unzähligen Völkern, Rassen, Religionen und Kulturen zusammen setzt, Ordnung im Chaos zu schaffen. Klingt paradox? Ist es aber nicht! Wer sonst könnte ein Event mit Menschen aus aller Welt besser organisieren, als ein Volk dessen Vorfahren selber aus aller Welt stammen? Eben diese Mischung spürt der Besucher in Rio und die Eröffnungsfeier war ein noch nie da gewesenes Spektakel, das genau diese Vielfalt widerspiegelte.

Nichtsdestotrotz hatten es die Mitglieder des Organisationskomitees nicht leicht, da alles und jeder die ersten Spiele auf dem südamerikanischen Kontinent zu boykottieren versuchten. Natürlich hat die weltweite Wirtschaftskrise nichts mit der Olympiade zu tun. Umgekehrt aber, wird ein Schuh daraus. Denn die Krise hat Brasilien besonders stark getroffen. Der Krieg in Syrien und im Irak hat den Ölpreis in den Keller rutschen lassen, was zwar für uns Europäer gut ist – obwohl die Ölkonzerne damit eher ihre Gewinnmarge erhöhen und das Preistief kaum an den Verbraucher weitergeben – Ländern wie Brasilien, Venezuela, Angola, den Iran oder Russland aber hat der niedrige Ölpreis einen schweren Schlag verpasst. Alles Gegner der USA… aha.

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Im Fall Brasiliens führte die Wirtschaftskrise, gepaart mit mal mehr, mal weniger inszenierten Antikorruptionskampagnen für eine schwere politische Krise. Contra-Magazin hat ausführlich über die durchaus berechtigten aber oft in die falsche Richtung geleiteten Proteste berichtet. Schon die Fußballweltmeisterschaft 2014 wurde genutzt, um internationale Aufmerksamkeit zu bekommen. „Não vai ter copa“ (es wird keine WM geben) war das Schlagwort vor zwei Jahren, das genauso wenig Sinn machte, wie heute das „vamos apagar a tocha“ (wir werden die Fackel löschen). Um den US-Putsch, den Brasiliens alte Machtelite durchgeführt hat bloßzustellen, muss man gewiss nicht den Traum von 11.000 Athleten, ihren Trainern und dem übrigem Stab zerstören. Außerdem sind die Proteste oft von den US-Agenten inszeniert die damit die Linken im Land diskreditieren wollen. Millionen Sportbegeisterte in aller Welt (auch den USA) haben das nicht verdient. Auf der Eröffnungsfeier wurde Putschist Michel Temer ausgebuht und das Publikum machte klar, dass sie den „Putsch“ verurteilen, die Spiele in Rio aber befürworten.

Leider hat nicht nur die brasilianische Politik Einfluss auf die Spiele nehmen wollen. Wie immer bemühen sich Politiker im Glanz ihrer Sportler zu sonnen und das ist nicht nur bei autokratischen Regimes der Fall. Die Spiele von 1936 und die Propagandamaschinerie des Dritten Reiches wurden ja jetzt oft genug als Beispiel für die Ausnutzung großer Sportveranstaltungen genannt. Auch im Kommunismus wurden Sportler zu Staatshelden gemacht und systematisch gedopt. Moskau 1980 und Los Angeles 1984 wurden jeweils vom Westen oder aber vom Osten boykottiert und die Spiele in Peking 2008 waren auch eine perfekt programmierte Propagandashow, die von den Problemen der Parteibosse der PKCh ablenken sollten. Nach dem Dopingskandal bei den Winterspielen in Sotschi 2014, bei dem wohl auch der russische Staat oder zumindest Putins Sportminister eine wesentliche Rolle gespielt haben soll, kamen Russlands Olympioniken unter Generalverdacht. Doch nicht um saubere Spiele zu garantieren forderten einige IOC-Mitglieder und Politiker eine Sperre für das gesamte Russische Komitee, sondern aus rein politischen Gründen wollten einige Russland ganz von den Spielen fernhalten.

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3 KOMMENTARE

    • mit Hillary Clinton & Claudie Roth, mit green,green RasenMorgenThau bei Kitzler der Sonnenwende immer wieder auf zu Stehen, wahr un um gänglich. Die schönsten Dinge wahren jetzt zu Schauen.Sie alle Stehen auf.Immer wieder.

      Jedes Milli-sekünd-chen, kommen viele Informationen rein.(PC)

      Macht jedoch nix.

      Mein geheimer  Name ist:Hier Ei ämm.

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