NAFTA, TTIP & Co: Die Freihandelsabkommen nützen nur den Superreichen

Während den Menschen in Europa und den USA verklickert wird, dass die Freihandelsabkommen wie NAFTA, TTIP, CETA oder TTP zu einem Wohlstandsgewinn für alle führen würden, sieht die Realität anders aus.

Von Marco Maier

Die grundsätzliche Idee vom freien Handel zwischen den Staaten an sich ist keine schlechte. Zumindest dann nicht, wenn diese unter der Prämisse von fairen Bedingungen geschlossen werden, die eine sukzessive Annäherung des Wohlstands zwischen ärmeren und reicheren Staaten ermöglichen, ohne dabei zu einer breiten Verarmung der Mittelschicht in den wohlhabenderen Ländern zu führen und gleichzeitig die Binnenmärkte der ärmeren Länder mit subventionierten Billigprodukten zu fluten.

Ein Blick auf die Nordamerikanische Freihandelszone (NAFTA), welche die Länder Kanada, USA und Mexiko umfasst, ist ein exemplarisches Beispiel dafür, wie man es nicht machen sollte. Dennoch werden auch die anderen Freihandelsabkommen wie TTIP, CETA und TPP zu ähnlichen Konditionen abgeschlossen, wie die bereits veröffentlichten Leaks zeigen.

So zeigen Untersuchungen in den USA auf, dass dort alleine im ersten Jahrzehnt dieses Jahrtausends 56.190 Fabriken verloren gingen – das sind durchschnittlich 15 pro Tag. Diese wurden zu einem nicht unerheblichen Teil nach Mexiko ausgelagert. Der Totalverlust an Jobs in Gewerbe und Industrie seit dem Jahr 2000 in den USA liegt bei rund 5 Millionen! Klar: Wenn ein Unternehmen in den Vereinigten Staaten 20 Dollar pro Stunde bezahlen muss, in Mexiko nur 3 Dollar, dann lohnt sich für dieses Unternehmen auch der Umzug.

Doch wer glaubt, dass das automatisch zu günstigeren Preisen führt, der irrt. Stattdessen fließt der zusätzliche Profit vor allem den "Shareholdern" und dem Management (Boni) zu. Kein Wunder also, dass der Anteil der 0,01 Prozent der Superreichen in den USA einen immer größer werdenden Anteil am Gesamteinkommen erhalten. Lag dieser im Jahr 1993 (als NAFTA etabliert wurde) noch bei rund 2 Prozent, so sind es zwischenzeitlich in etwa 5 Prozent.

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In Mexiko selbst wurde durch die Abwanderung von Betrieben aus den USA und Kanada jedoch kein Wohlstandsboom geschaffen. Zwar fanden viele Mexikaner einen Job bei einem US-Unternehmen, doch die Einkommen sind weiterhin gering, so dass nach wie vor viele Mexikaner in die USA drängen um dort Arbeit zu finden (die es dort jedoch kaum mehr gibt).

Wer glaubt, dass die anderen Freihandelsabkommen, die derzeit in Verhandlung sind, schlussendlich positivere Auswirkungen haben würden als NAFTA, der wird enttäuscht werden. Ausverhandelt zwischen Beamten, hochrangigen von Lobbyisten beeinflussten Politikern, Vertretern von Konzernen und großen Branchen und dergleichen, werden diese Abkommen wieder einmal so ausfallen, dass die Plutokratie ihre Profite ausweiten können, während die einfachen Menschen das Nachsehen haben. Mehr Wohlstand dürfen sich hierbei nur die Kleptokraten erwarten.

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8 Kommentare

  1. Ich kann schon die Argumentationsstruktur nachvollziehen: Lohngefälle zwischen USA und Mexico, Faktor 7, und daher sind die Jobs in Mexico und nicht in den USA. Aber Sie können ja dies nicht 1 zu 1 auf Deutschland oder EU übertragen, was dieser Artikel jedoch suggeriert!

    Oder herrscht ein Lohngefälle mit Faktor 7, USA und Europa bzw. Deutschland und somit sind Millionen Jobs bald in den USA und dann in Mexico?

    Klärt mich auf

  2. Ich kann schon die Argumentationsstruktur nachvollziehen: Lohngefälle zwischen USA und Mexico, Faktor 7, und daher sind die Jobs in Mexico und nicht in den USA. Aber Sie können ja dies nicht 1 zu 1 auf Deutschland oder EU übertragen, was dieser Artikel jedoch suggeriert!!

    Oder herrscht ein Lohngefälle mit Faktor 7, USA und Europa bzw. Deutschland und somit sind Millionen Jobs bald in den USA und dann in Mexico?

    Klärt mich auf

  3. »Manchmal hat man das dumme Gefühl, auf der Bühne herumzustehen und nicht einmal Statist zu sein.«
    Stanislaw Jerzy Lec (1909-66), poln. Schriftsteller

    In den Staaten Europas und darüber hinaus halten sich die wenigen jüdischen Banken sämtliche Regierungen (!?) Gleichviel ob Diktatur, Plutokratie, Demokratie, Monarchie,… Man kann zwar wählen, ob man die gleichgeschalteten Medien oder pseudo-nicht-Gleichgeschalteten konsumiert, welche Konsumgüter und Hobbys, … dagegen die Regierung(en) und deren Höllentrip nicht (mehr). Man kann wählen, was man will und füttert damit immerzu denselben zionistischen Clan und den eigenen Untergang. Ist es soweit, dann stellt sich die Grundfrage des Übels. Diese Grundfrage – Jahrhunderte oder Jahrzehnte – davor gestellt, würden die irregeleiteten Völker weder zugeben noch eingestehen wollen.
    Ich führe nun das, was uns alle ereilte und leibhaftig betrifft, ein wenig aus:

    »Demokratie ist Theorie. Wär‹ Demokratie Demokratie, wär‹ der Krieg abgewählt.« – Manfred Hinrich

    Gibt es gute Parteien? Gibt es die Wahlmöglichkeit aus der Knechtschaft jedweder Führerschaft? Ist es nicht so?: Solange Parteien/Politiker sind ist Frieden nicht; ist Frieden sind Parteien/Politiker nicht.

    Konnten jemals Blinde Blinde nicht in die Grube führen?

    »Lasst sie reden! Sie wollen Blinde führen und sind selbst blind. Wenn ein Blinder den andern führt, fallen beide in die Grube.« Matth. 15, 14

    Uns wurde viel von einem sogenannten 1. Sündenfall erzählt, von der Erbsünde im Paradies. Dagegen wurde uns tunlichst unterschlagen der 2. Sündenfall, die Erlösung von den Zeitdieben und Lohnhütern. Diese Lohnhüter (PolitikerInnen) hüten anstatt das Volk ihre Löhne und Eitelkeiten. Im Bericht des 2. Sündenfalls heißt es abschließend: »Ihr alle werdet seine Sklaven sein!« Diese Quintessenz steht tausende Jahre unkommentiert im Weltenraum. Hier nachzulesen:

    https://www.die-bibel.de/online-bibeln/gute-nachricht-bibel/bibeltext/bibel/text/lesen/?tx_buhbibelmodul_bibletext%5Bscripture%5D=1.+Samuel+8
    ________

    Hat jemand von Ihnen schon manches oder je überhaupt etwas über den 2. Sündenfall gehört? Warum wohl nicht? Eine angebliche Erbsünde wird gleichviel gewinnbringend breitgetreten, wie der Holocaust der Holocaust-Industrie*; hingegen diese aufklärende Sicht der Dinge, wie oben vorliegend, wird uns, um Freiheit und Frieden dürstenden Völkern, unterschlagen.
    Es gibt immer einen Weg aus absichtlich diabolisch konstruierten Dilemmas. Und meine Ausgangsfrage zum Abschluss: Konnten/Wollten jemals Blinde Blinde nicht in die Grube führen?
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    *) zum Buch »Die Holocaust-Industrie« geht’s hier:  https://www.amazon.de/Die-Holocaust-Industrie-Leiden-Juden-ausgebeutet-ebook/dp/B01AGQGH04/ref=sr_1_1?s=digital-text&ie=UTF8&qid=1470213976&sr=1-1&keywords=Holocaust-Industrie

  4. Ich sehe nicht die "Abwanderung von Betrieben" als die größte Gefahr, sondern die Tatsache, dass diese gierigen Unternehmen die Staaten für verloren gegangene, sprich nicht eingetroffene, sogenannte >GewinnERWARTUNGen< verklagen können!

    Die genauso dummen, wie feigen Politiker werden nach Unterschrift unter diese menschenverachtenden Handelsabkommen kein einziges Interesse der Völker mehr vertreten oder durchsetzen, sondern als reine Handlanger verbrecherischer, mafiöser und teuflischer Konzerne agieren.

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