Nach Besuch bei Correctiv: Medienkampagne gegen Graham W. Phillips

Sämtliche deutsche Leitmedien haben über den Besuch des britischen Journalisten Graham William Phillips berichtet, der das Recherchezentrum von Correctiv in Berlin besuchte, um mit seinen Kollegen zu diskutieren. Erstaunlich wie viele Medien sich solidarisch mit den Kollegen aus Berlin zeigten, die doch sehr unsouverän auf den Besuch reagierten.

Von Chris Saarländer

Gestern hat Contra Magazin (hier) bereits über den Vorfall berichtet und das Video eingebettet, wo man aus Sicht des britischen Journalisten sehen konnte, wie offen sich die Leute von Correctiv über den Besuch von Phillips zeigten. Das Video aus Sicht des britischen Reporters, der mit dem deutschen Kollegen Billy Six dem Recherchezentrum einen Besuch abstattete wurde mehrmals auf Twitter geteilt.

https://twitter.com/marcelsardo/status/760810928795443200

Das Video erinnert ein wenig an die Reportagen aus dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen, wo hin und wieder im Genre Verbraucherschutz über die Machenschaften von dubiosen Geschäftsleuten berichtet wird, die kein Interview geben wollen. Organisatoren von Kaffeefahrten, betrügerische Finanzdienstleister, aber auch Aktivisten aus dem rechtsextremen Spektrum reagieren ähnlich, wenn sie von Reportern aufgesucht werden. Man kann diesen Vorfall in Berlin nun als skandalösen Vorgang sehen oder einfach so interpretieren, dass die Herrschaften des Büros einfach unhöflich waren und keine Lust hatten, mit dem Kollegen über ein Thema zu sprechen, was beide behandelt haben. Die Rede ist vom Fall MH-17 aus dem Jahre 2014, wo es doch gravierende Unterschiede zwischen den Ergebnissen von Phillips und Correctv gibt.

https://twitter.com/4Brunhilde/status/760915091609030656

Loading...

Die Reaktionen in den Berliner Medien sind eindeutig. Sämtliche Portale meinen, dass „Pro-Russische Infokrieger“ das Büro von Correctiv „stürmten“, wobei selbstverständlich der Bild-Mitarbeiter Julian Röpke wohl am aggressivsten über den Vorfall twitterte und Phillips mit Rebellen aus der Ukraine zeigte. Gut wir wissen nun alle, dass westliche Leitmedien ein anderes Bild aus der Ukraine ihren Lesern präsentieren. Aber wer sich das Video oben anschaut, der sieht allerdings, dass die zwei Reporter keineswegs das Büro „gestürmt“ haben, sondern ganz normal in das Büro reingelassen wurden.

Lesen Sie auch:  Die Absurdität der Covid-"Fälle"

Mehrmals wurde auch fälschlicherweise berichtet, dass sowohl Phillips und Sixx Journalisten von „Russia Today“ seinen. Richtig ist, dass der Brite lange Zeit als freier Mitarbeiter beim internationalen Auftritt engagiert war und zuletzt in der Ukraine berichtete, wo er seit 2014 inzwischen ein Einreiseverbot hatte, nachdem er kritisch über die Ukraine berichtete. Seit etwa mehr als 2 Jahren berichtet der Reporter allerdings auf eigene Faust und gibt verschiedenen Medien Interviews zu den Ereignissen im Donbass aus seiner Sicht. Dazu gehört auch RT mit denen er wohl nicht im Streit auseinandergegangen ist.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung spricht von „Pseudoreportern“ und scheint wohl auf den aktuellsten Stand zu sein. Man könnte hier noch viele andere Berichte aufzeigen, die ähnlich einseitig berichten. Der Berliner Journalistenverband spricht von „Propaganda-Kriegern“ und zeigt sich nicht gerade als einen Verband, dem man sich als freier Schreiber anschließen sollte und noch unnötig Beiträge an diesen überweisen muss.

„Wer Journalist ist, bestimme ich“, könnte der Tenor lauten, den man aus den Berichten der deutschen Leitmedien herauslesen kann. Vor allem ist auch erstaunlich, dass die Presseberichte sich so darauf stützen, dass Phillips bei RT international gearbeitet hat und deswegen die Kreml-Keule schwingen. Nicht beachtet wird, dass Phillips zuvor auch Mitarbeiter beim jüdischen Presseportal Jewish News One gearbeitet hat und die ehemaligen Kollegen ihn auf der Business Plattform Linked In ihn als guten Kollegen in Erinnerung haben.

Lesen Sie auch:  Die westliche Kriegspropaganda zielt nach wie vor auf Syrien

https://twitter.com/GrahamWP_UK/status/760826611700826112

Insoweit ist es auch kaum verwunderlich, wenn viele aus der Twitter-Netzgemeinschaft dem Briten zustimmen, wenn er von „Nazi-Propaganda“ spricht. Denn irgendwie ist die Art und Weise der Berichterstattung wohl schon als eine hybride Mischung aus Hermann Göring und Joseph Goebbels, an die der Mainstream erinnern lässt. Ein Wunder ist es, dass dieses Presse-Konglomerat nicht noch die lettischen Behörden lobte, nachdem diese im April den Reporter aus dem Land schmissen, weil er über eine Demonstration kritisch berichtete, welche ehemalige Angehörige der Waffen-SS abgehalten hatten. Hervorzuheben ist am Ende vielleicht noch der Artikel der Berliner Tageszeitung taz, die dann neutral über den Vorgang schrieb.

Wenn ihnen dieser Artikel gefallen hat, können sie uns mit einer Spende (hier) unterstützen. Es besteht auch die Möglichkeit das neue ePaper oder ein eBook im Shop (hier) käuflich zu erwerben

Spread the love

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

5 Kommentare

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.