Der ARD-Journalist Ulrich Teusch wirft in einem Buch den Mainstreammedien vor, bewusst Informationen zu unterdrücken, einseitig zu berichten und mit zweierlei Maß zu messen. Die deutsche Medienlandschaft kommt immer stärker unter Druck – auch von Mainstreamjournalisten selbst.

Von Marco Maier

Im Interview mit dem Branchendienst Kress zu seinem neuen Buch übt der Journalist Prof. Dr. Ulrich Teusch heftige Kritik am der deutschen Medienlandschaft. Die Journalisten würden in Strukturen arbeiten, die dem "wahrhaften Journalismus eher abträglich sind". Zudem zeigt er auf, wie komplex das Nachrichtengeschäft ist und dass jedes Medium ein Lückenmedium ist. Denn egal ob Zeitung, TV-Nachrichten, Radionachrichten oder Onlinemedium – man kann immer nur einen Teil der ganzen Meldungen bearbeiten und lässt demnach immer irgendwelche Lücken frei. Dinge, über die man dann eben nicht berichtet.

Für Teusch gibt es einen "Mainstream innerhalb des Mainstreams", einem "dominanten Segment, das für den Gleichklang unserer Medienlandschaft verantwortlich ist". Daneben gebe es jedoch auch einen "Mainstream außerhalb des Mainstreams". Dieser habe jedoch "einen schweren Stand" und würde sich auf dem Rückzug befinden.

Auf die Frage, ob und wie sich das wieder verändern könne, dass die Menschen den etablierten Medien wieder vertrauen, sagt Teusch: "Das soll sich gar nicht ändern. Ich finde es gut, dass die Menschen dem Mainstream nicht vertrauen". Dies sei nämlich "kindisch und naiv". Die Menschen sollen sich, so Teusch, selbst kritisch und konstruktiv damit auseinandersetzen und sich ein eigenes Urteil bilden.

Die aktuelle "Lückenpresse" kritisiert der Autor scharf: "Medien müssen auswählen. Das Problem besteht darin, dass einseitig ausgewählt wird und dass das systematisch und interessengeleitet geschieht. Wenn es andere Mainstreammedien gäbe, die diese Lücken füllen, wäre alles in Ordnung. Die meisten Journalisten nehmen für sich in Anspruch, wahrhaftige Arbeit zu leisten. Sie sind aber gefangen in Strukturen und Narrativen. Viele glauben tatsächlich an das jeweilige Narrativ."

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In Sachen Russland-Bashing, Brexit, US-Wahlkampf und AfD sieht er eine gewisse mediale Kampfhaltung. Öffentliche und veröffentlichte Meinung würden auseinanderdriften. "Statt aber umzuschwenken, wird die Propaganda verstärkt, um die Menschen doch noch zu packen. Ich vergleiche das in meinem Buch mit den Volksparteien. Es öffnet sich eine Schere, die auch unter demokratietheoretischen Gesichtspunkten nicht unproblematisch ist. Mainstreammedien polarisieren und werden als Teil des Establishments wahrgenommen. Dabei ist es völlig egal, ob jemand nach links oder nach rechts abweicht. Sofern das System herausgefordert wird, positioniert sich der Mainstream aufseiten der Mächtigen", so Teusch zu Kress.

Geht es nach ihm, müsste ein "reformiertes öffentlich-rechtliches System aus Print- und elektronischen Medien" geschaffen werden, welches "der Gesellschaft gehört und alle Gruppen abbildet". Dabei dürfte es keine Werbung, Parteieneinfluss oder Staatsnähe geben. Die öffentlich-rechtlichen Sender seien immer staats- und wirtschaftsnäher geworden und die privaten Mainstreammedien gehören Aktiengesellschaften oder Megakonzernen. Diese haben natürlich auch eigene Interessen.

Ausdrücklich lobt Teusch die Existenz von alternativen Medien jenseits des Mainstreams. Zudem will er auch jene journalistische Zielgruppe erreichen, die es innerhalb der Mainstreammedien noch wagen (oder es sich erlauben können), abweichend zu artikulieren. Zudem versteht Teusch das Buch auch als medialen Ratgeber, wie man mit Medien umgehen sollte.

Das Buch "Lückenpresse" ist ab 1. September käuflich erwerbbar.

Das ganze Interview gibt es bei Kress.

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17 thoughts on “Lückenpresse – Das Versagen der Mainstreammedien”

  1. Dem kann man nur zustimmen.

    Hier die unfassbare Antwort der ARD-Tagesschau auf eine Email eines Zuschauers:

    Die zurückliegenden Wochen mit zahlreichen Schreckensnachrichten haben in unserer Redaktion einen Diskussionsprozess in Gang gesetzt, in dessen Verlauf wir uns einmal mehr intensiv mit unserer Verantwortung gegenüber der Gesellschaft auseinandergesetzt haben. Wir sind dabei zu dem Schluss gekommen, uns eine gewisse freiwillige Zurückhaltung aufzuerlegen, was die Berichterstattung über Bluttaten angeht.

    Das hat zwei Gründe. Zum einen ist es erwiesen, dass Amok- und sonstige Bluttaten Nachahmer animieren. Die Ereignisse der vergangenen Wochen dürften diese These mit erschreckender Deutlichkeit belegt haben. Zum anderen aber entsteht bei der Bevölkerung durch die Berichterstattung über Bluttaten ein überproportionales Gefühl der Unsicherheit und Angst. Zwar steigt die Wahrscheinlichkeit, Opfer eines Terrorangriffs oder einer Amoktat zu werden, in keiner Weise an; das subjektive Sicherheitsempfinden der Menschen aber wird empfindlich gestört.

    Uns ist bewusst, dass nun der Vorwurf erhoben wird, wir verschwiegen mutwillig Tatsachen. Es sei Ihnen jedoch versichert, dass wir dies wenn, dann ausschließlich aus medienethischen Gründen und aus einem Verantwortungsgefühl der Gesellschaft gegenüber tun.

    Wir danken Ihnen für Ihre Anmerkungen und hoffen, dass Sie uns als kritischer Zuschauer erhalten bleiben.

    Mit freundlichen Grüßen

    Publikumsservice ARD-aktuell

    1. Was ich noch sagen wollte, so werden in Merkeldeutschland Probleme gelöst. Man verschweigt sie einfach. Und der Zustrom geht ungebremst weiter, wenn das kein Hochverrat am Volk ist was dann?

  2. Dessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. Dieser alte Spruch hat immer noch Gültigkeit und zeigt die Abhängigkeit des Arbeitnehmers vom Prinzipal. Das ist heute noch genauso wie früher und wer gegen die Interessen der Politik oder den Eignern verstößt hat keine Chance innerhalb des Systems zu überleben, wobei eigentlich der Journalist gehalten wäre frei zu berichten, ohne etwas wegzulassen oder zu beschönigen oder zu tadeln. Im Prinzip können das nur noch die kleinen, inhabergeführten Verlage und die sind wiederrum auch nicht ganz frei, denn auch sie lassen sich von ihren eigenen Idiologien leiten. Auf jeden Fall ist es für den Leser oder Zuschauer nicht schlecht, wenn er sich aus einem großen Spektrum an Informationen seine eigene Meinung bilden kann. Das ist zwar nicht leicht und kann durchaus anstrengend sein, aber wer mit der Lüge nicht leben kann, muß sich dieser Tortour unterziehen, anders geht es leider nicht.

  3. "Die Aufgabe der Journalisten ist es, die Wahrheit zu zerstören, gerade heraus zu lügen, zu verdrehen, zu verunglimpfen, vor den Füßen des Mammons zu kuschen und sein Land und seine Rasse um sein tägliches Brot zu verkaufen. Sie wissen es und ich weiß es;"

    – John Swinton, (1830-1901), Herausgeber und Chefredakteur der New York Times, vor Redakteuren im Jahr 1889

  4. "wir verschwiegen mutwillig Tatsachen. Es sei Ihnen jedoch versichert, dass wir dies wenn, dann ausschließlich aus medienethischen Gründen und aus einem Verantwortungsgefühl der Gesellschaft gegenüber tun."

    Die verlogene Schmierenpresse hat nicht das Recht für mich als Bürger zu entscheiden, was ich erfahren darf, egal, welche Gründe dort vorgeschoben werden, zumal mit jedem einzelnen illegalen, oft moslemischen Sozialschmarotzer, der hier widerrechtlich ins Land gelassen wird, die Gefahr für Leib und Leben um 100% steigt!!!! Die Lügenpresse hat nichts weg zu lassen, nichts zu verschleiern, nichts zu verschweigen, nichts zu deuten, nichts zu bewerten, sondern ausschließlich ZU BERICHTEN!

    Und dass ausgerechnet diese verlogene, widerlich sensationsgeile Zunft sich anmaßt die Worte ETHIK und VERANTWORTUNG in den "Mund" zu nehmen, schlägt dem Fass den Boden aus! Ekelerregend diese Schmierenkomödiantenpresse!

  5. Alleine schon das Wort "Nachrichten" zeigt in seiner Bedeutung auf, dass hier etwas "nachgerichtet" wird!

    Das heisst, es obliegt ganz alleine dem Auge des Betrachters, in diesem Fall dem Journalisten bzw. seinem Vorgesetzen wie und ob überhaupt über etwas bereichtet wird!

    Aber machen Wir uns nichts vor – Die Presse und die Medien sind so ziemlich die wichtigsten Werkzeuge der Manipulation einer Gesellschaft. Wie sonst sollte man wohl seinen Einfluß auf fast jedes Mitglied der Gesellschaft aufrecht erhalten können!

    Die Schulen und das Ausbildungssystem tun zwar das Ihrige, doch es besteht die Gefahr, dass vielleicht doch der Eine oder Andere plötzlich zu denken beginnt, wenn Er aus den Fittichen dieses Systems entlassen wird. Das muß unter allen Umständen verhindert werden.

    Die sogenannte Vielfalt dient nur dazu ein möglichst großes Spectrum der Quantität aber keinesfalls der Qualität abzudecken!
    Auf diese Art Gleichschaltung und der damit verbundenen Bewusstlosdigkeit hofft man die große Masse der Schafs Herde an den Cochones festzuhalten und Ihr das was von den Eliten erwünscht ist ins Hirn einzubrennen!

    Es wird Heute für keine andere Maßnahme (außer für den Militärisch Industriellen Komplex) soviel Geld zur Verfügung gestellt, wie für die Manipulation der Massen. Auch wenn die Abonnenten Zahlen der großen Manipulations Medien im Quartal zweistellige Einbußen erleben, wird es solche Witz Blätter wie die Bild usw. trotzdem weiter geben, weil es nicht darum geht hier wirtschaftlich zu agieren, sondern um eine Message zu transportieren. Das Geld dafür kommt ohnehin wieder von Uns durch die Hintertüre! (Erhöhung der GEZ oder Förderungen)

    Man darf nicht vergessen die Schafsherde ist ja etwas, dass immer dem Zwecke eines anderen dient, nämlich dem Besitzer oder dem Schäfer! Der Schäfer hat sich auch noch einen Komplizen in der Form eines bissigen Wachhundes zugelegt, der den Schafen zwar den Schutz vor Wölfen und anderen Räubern vorgaukelt, aber in Wirklichkeit dafür dient die Herde im Zaum zu halten! Denn ohne diese Schafsherde würde der Schäfer mittellos werden, da sich seine einzige erworbene Fähigkeit ausschließlich darauf beschränkt die Schafsherde unter Kontrolle zu halten, und von ihren Erträgen in Sauß und Praus zu leben! Nach dem Motto getting Rich and Sleep!

    Das nennt man dann das Humsche Paradoxon (Noam Chomsky). David Hume war ein schottischer Philosoph und Ökonom im 17. Jahrhundert, und hat sich schon damals die Frage gestellt. Wie ist es möglich, dass eine kleine Gruppe von Eliten die große Masse der Menschen derart manipulieren kann!

    Soetwas geht natürlich nur mit Hilfe von ausgefeilten Manipulationstechnicken wie dem Social Engeneering und Manipulationswerkzeugen, wie eben der Presse!

    Die Formel lautet also: "Ohne Schafsherde kein Schäfer"!

    Die Unverantwortlichkeit der Medien hat Heute einen Punkt erreicht, der eigentlich kaum mehr zu toppen ist, weil Sie sich bewusst zum Handlanger des Teufels machen.

    Sie vergessen dabei nur Eines! Handlanger gehören nicht zum Kreis der Auserwählten. Wenn Sie ihre Aufgabe erfüllt haben, ergeht es Ihnen genau so wie schon vielen Handlangern vor Ihnen!

    Sie werden fallen gelassen wie ein angerotztes Taschentuch! Handlanger Schicksdal eben!

     

  6. Lückenpresse – Das Versagen der Mainstreammedien

    ——–

    Wen wundert's kontrollieren die Medien  und die großen Nachrichtenagenturen doch die gleichen Satanisten, welche auch die Zentralbanken (Notenbanken) und Zockerbanken kontrollieren. Und einiges Andere mehr!

    Die sog. 'Journalisten' in der sog. 'westlichen Wertegemeinschaft' sind nichts anderes als korrupten Medienhuren, die für sieben Silberlinge (oder noch weniger) ihre Berufsehre und das Deutsche Staatsvolk verraten!

    Pfui Deibel!

  7. Der gute Mann zündet eine weitere Nebelkerze. Zitat:

    Geht es nach ihm, müsste ein "reformiertes öffentlich-rechtliches System aus Print- und elektronischen Medien" geschaffen werden, welches "der Gesellschaft gehört und alle Gruppen abbildet". (Ende Zitat)

    Womit wir dann wieder bei besonders schützenswerten Minderheiten und deren besonderen Rechten wären. Schönes Beispiel hier:

    http://www.fr-online.de/kolumnen/meinungsfreiheit-es-gibt-kein-recht-auf-hass-reden,29976192,34684854.html

     

  8. Mainstream"journalisten" betreiben systematische Kriegshetze, um so den nächsten Krieg herbeizuschreiben, und dazu muß man die kriegsunwillige Bevölkerung umdrehen. Das ist die Aufgabe der "Journalisten", gegen Bezahlung natürlich, die das auch wunderbar mit   ihrem Gewissen vereinbaren können. Schreibtischsöldner sozusagen. Schön im Warmen sitzen und von Ferne über selbstherbeigeschriebene Kriege berichten, wärend draußen Menschen sterben.

    Das muß sich ändern, "Journalisten" müssen auch zu Kriegsopfern werden, dann können sie über ihre an der eigenen Haut erlebten Kriegserfahrung berichten, falls sie das noch  können.

  9. Nachrichten = Informationen dienen Club 666 weltweit die Menschen in der von Ihnen dadurch geschaffenen 3D Matrix gefangen zu halten. Nichts ist real – es wird dadurch zur Realität – das ist der ganze Spuk. Daher liegt Club 666 auch so viel an dem ganzen medialen und technischen Sch….kram.

    wie schnell wären wir im Paradies, wenn wir einfach kaum noch Zeitung und TV,Smartphones,Computerinformationen schauen und unsere eigene glückliche Realität schaffen bzw. transformieren…     die Hoffnung stirbt zuletzt.

    <999

    thanks Grigori Grabovoi

     

  10. Ich bin voll bei Ihnen, aber nur der"Lückenpresse", den Mobiltelefonen und anderem Müll die Schuld zuzuweisen, kann ich nicht nachvollziehen.

    Solange es Menschen gibt, die nicht in der Lage sind zu differenzieren und diese sind derzeit in der Überzahl (wie viele würden Merkel und das etablierte Gesindel heute noch wählen?), hat der "Nichtgutmensch" keine Möglichkeit, etwas zu ändern, traurig aber wahr! Und das sage ich als Optimist.??

     

     

  11. Mein lieber Optimist, es ist unglaublich, ich habe mich heute früh in einem Cafe mit einer Freundin getroffen auf ihr folgte ein Bekannter von ihr. Es saßen doch tatsächlich 3 liebe Menschen an einem Tisch und sind sich ihrer Bestimmung etwas ändern zu wollen sicher.

    Leute, bitte hört nicht auf weiter die Wahrheit zu sagen und zu leben, das Resonanzfeldprinzip funktioniert tatsächlich.

    liebe Grüße

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