EZB-Aktienkäufe: Der nächste Schritt zur EUdSSR

Der Kauf von Staatsanleihen durch die EZB war nur der erste Schritt. Unternehmensanleihen folgten. Nun folgt der Ruf nach Kauf von Aktien. Totalverstaatlichung durch die Hintertür?

Von Marco Maier

Mit dem Programm zum Kauf von Staatsanleihen auf den Sekundärmärkten hatte die Europäische Zentralbank bereits damit begonnen, unter massiver Dehnung der Vorschriften zur Verbot der Staatsfinanzierung durch die Druckerpresse eben dies zu tun: Staaten finanzieren. Der nächste Schritt zur Flutung der Finanzmärkte mit Geld lag im Kauf von Unternehmensanleihen, wodurch die EZB die Konzerne mit billigem Geld versorgt.

Weil jedoch bald schon die Märkte für Staats- und Unternehmensanleihen von der EZB leergekauft sein dürften, kommen jetzt schon Forderungen auf, die Zentralbanker der Eurozone sollten auch damit beginnen, Aktien von Unternehmen zu kaufen. Etwas, was die Zentralbanken Japans und der Schweiz schon jetzt tun und auch die US-Notenbank zumindest indirekt tut – angeblich um größere Kursstürze auszugleichen und somit "regulierend" auf den Markt einzugreifen. Das Problem hierbei ist: Die Zentralbanker kennen hier faktisch keine Grenzen und begehen nicht nur einen Tabu-, sondern auch klar und deutlich einen Rechtsbruch.

Auch wenn ein staatlicher Einfluss auf Schlüsselunternehmen – z.B. Telekommunikation oder Energieversorgung – durchaus wünschenswert sein kann, so führen solche Aktienkaufprogramme einerseits dazu, dass die Aktienkurse künstlich in die Höhe getrieben werden, andererseits sichert sich Frankfurt damit jedoch auch zunehmend einen wirtschaftlichen Einfluss.

Man könnte meinen, nachdem erst jahrzehntelang die Privatisierung von Staatsunternehmen vorangetrieben wurde um so Haushaltslöcher zu stopfen, wird man so nun quasi den Spieß wieder umdrehen und sich dadurch zumindest einen Teil des Einflusses wieder zurückholen. An und für sich wäre dies weniger ein Problem, wenn dies durch die einzelnen Staaten selbst geschehen würde, indem bei Aktiengesellschaften ab einem bestimmten Unternehmenswert eine staatliche Kernbeteiligung von z.B. 20 oder 25 Prozent angestrebt wird. Dafür jedoch würden die Steuerzahler entlastet werden können, weil dem Staatshaushalt auch die Dividenden zufließen. Auch abenteuerliche "Steuersparmodelle" wären so nicht mehr so einfach machbar.

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Allerdings darf man – angesichts der Maßlosigkeit der Verantwortlichen in der EU – getrost davon ausgehen, dass die EU-Eliten über den Umweg der EZB auf wirtschaftlicher (bzw. finanzieller) Ebene den Weg in die totale EUdSSR beschreiten. Darin liegt das große Problem. Vor allem jedoch hat dann die EU-Oligarchie endgültig die totale Kontrolle: politisch, gesellschaftlich, finanziell und wirtschaftlich.

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3 Kommentare

  1. Das ist nicht nur der Schritt in die EUdSSR, sondern, wie vorausgesagt, der Weg in die Pleite dieses EUROsions-System bei dem sich ein Mario Draghi nur noch etwas Zeit gekauft hat, die mit dieser finalen Überdehnung eines gescheiterten Systems die finanziellen Möglichkeiten einer EZB überschreitet und nun zu Ende geht. So sollte diesmal einem Mario Draghi etwas mehr zu Erklärung einfallen als ein: 'whatever it takes', womit er nur das unerklärliche Orakel eines Alan Greenspan, dem Vater der bevorstehenden Generalpleite der weltweiten Finanzsysteme, kopierte.

  2. Also keine Verstaatlichung sondern die totale Privatisierung in den Händen der Ober-ligarchie. Die Zentralbanken gehören ja keinem Staat, eher umgekehrt.

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