Entführte Journalistin aus Deutschland seit 10 Monaten in den Händen von Al-Nusra

Seit Ende Januar hörte man in den Deutschen Medien nichts mehr über die vermisste Journalistin Janina Findeisen. Laut dem Nachrichtenmagazin Focus soll sich die 27jährige Janina Findeisen in den Händen des Al-Quaida-Ablegers Al-Nusra-Front befinden, die 5 Millionen Euro Lösegeld fordern – und das seit Oktober 2015. Seit Januar wurde in den Medien nicht mehr über die kritische Reporterin berichtet.

Von Chris Saarländer

Inzwischen soll die investigative Reporterin sogar ihr Kind in Syrien zur Welt gebracht haben. Wie Focus.de zuletzt am 28.01.2016 richtig erkannte wirft der Fall viele Fragen auf. Zugegeben es ist schon eine hoch riskante Reise für eine hochschwangere Journalistin, denn im Oktober 2015 wurden die kriegerischen Handlungen immer intensiver und die Wahrscheinlichkeit Geiselnahmen durch Terroristen und – wie der Westen so schön sagt – durch „gemäßigte Rebellen“ wurde mit Sicherheit nicht geringer. Die Al-Nusra-Front soll nach Focus-Angaben ein Lösegeld von fünf Millionen Euro gefordert haben. Sowohl das Auswärtige Amt als auch das BKA haben sich laut Internetangaben bislang nicht zum Vorfall geäußert.

Es ist einige Zeit vergangen, die Al-Nusra-Front soll sich nun "Dschabhat Fatah asch-Scham" nennen und will sich von Al-Quaida getrennt haben. Doch über die Reporterin hörte man bis dato kaum noch was in den Medien, die unter anderem unter dem Pseudonym Marie Delhaes für den NDR, die Vice und die Süddeutsche Zeitung geschrieben haben soll. Ihr Schwerpunktthema war der Islam und der Islamismus in Deutschland. Dabei soll sie auch Kontakte zur sunnitisch-salafistischen Szene gehabt haben, wie der Verfassungsschutz per Internet-Überwachung herausgefunden haben soll. Auch das Telefon wurde abgehört, weil sie Kontakt mit den salafistischen Predigern Pierre Vogel und Sven Lau hatte. Dass sie abgehört wurde, veröffentlichte die Journalistin unter anderem beim NDR, wie das Portal Metropolico 2014 berichtete. Problematisch war in diesem Fall nicht nur die Tatsache, dass eine Journalistin abgehört wurde, sondern die angeblich wohlwollende Berichterstattung über die Islamisten-Szene. Den Ermittlungsbehörden soll es hierbei nicht um die Journalistin gegangen sein, sondern man wollte belastendes Material über Lau gewinnen, um es später in einem Gerichtsverfahren zu verwerten.

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„Wir hoffen, dass sie diesen Fanatikern nicht zu nahe gekommen ist“, soll das BKA Focus Ende Januar mitgeteilt haben. Am 5. Februar berichtete das Portal News.de, dass die Journalistin in Syrien ihr Kind zur Welt gebracht haben soll, wobei nochmal auf die engen Kontakte zur Lau und Vogel betont wurden. Hier berief sich News.de auf Angaben des Focus. Weiter heißt es dort, dass sie mit „Exklusiv-Informationen“ nach Syrien gelockt worden sei und ein islamistisches Brüderpaar aus Bad Godesberg sie zu dieser Reise ermutigt haben soll. Hinweise ob die Frau selbst zum Islam konvertierte sind bislang nicht bekannt.

Auf „Reporter ohne Grenzen“ findet die für überwiegend linke Mainstream-Medien tätige Journalistin, bislang keine Erwähnung. Das ist insoweit neu, da man diese Form von Ignoranz nur in Fällen kennt, wo russische Journalisten wie Andrej Stenin oder die Reporterin Serena Shim von Press-TV keine Berücksichtigung finden, obwohl sie im Einsatz getötet wurden. Es bleiben hier nur Fragen über Fragen.

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