Massive wirtschaftliche und finanzielle Ungleichgewichte stellen die Eurozone seit Jahren auf die Probe. Die jüngste Krise hat dies verstärkt. Doch politischer Wille allein wird nicht helfen, den Währungsraum zusammenzuhalten.

Von Marco Maier

Die europäische Wirtschafts-, Finanz- und Schuldenkrise ist noch lange nicht ausgestanden. Dem (noch) starken Deutschland und anderen mittel-/nordeuropäischen Ländern in der Eurozone stehen deutlich schwächere Staaten im Westen, Süden und Osten gegenüber. Die vorhandenen ökonomischen und finanziellen Differenzen sorgen für ein enormes Spannungsverhältnis, welches durch die gemeinsame Währung – den Euro – künstlich verstärkt wird.

Inzwischen wird das Modell eines Nordeuro und eines Südeuro wieder ins Spiel gebracht. Denn die Idee einer Transferunion, welche angesichts der vorhandenen Euro-Strukturen dringend notwendig wäre, ist politisch nicht machbar. Eigentlich müssten nämlich Strukturen für einen Finanzausgleich geschaffen werden, wie sie beispielsweise in Deutschland mit dem Länderfinanzausgleich existieren. Doch was schon dort (oder auch in Italien, wo der reiche Norden den armen Süden unterstützt) nur bedingt funktioniert, wird auf europäischer Ebene noch weniger klappen. Aber auch die Staatsschulden der Eurozone müssten so "vergemeinschaftet" werden und diese zu einer umfassenden Solidargemeinschaft avancieren.

Vor allem auch deshalb, weil sich die EU-Granden schon jetzt nicht wirklich an die selbst gemachten Regeln halten und beispielsweise die jüngst beschlossene "Bankenunion", die zumindest teilweise schon auf den Weg gebracht wurde, auf der Kippe steht. Warum? Weil die italienischen (und portugiesischen) Banken nicht mehr weit von einem Kollaps entfernt sind und damit die gesamte Bankenlandschaft der EU in Bedrängnis bringen.

Auch wenn man das bei den Eurokraten in Brüssel nicht gerne hört, so ist das Offensichtliche einfach nicht mehr zu verleugnen: Die Eurozone steckt in einer veritablen Krise. "Politischer Wille" allein reicht da nicht aus, um die Europäische Währungsgemeinschaft noch lange zusammenzuhalten. All die Bruchlinien und Risse die sich auftun, können kaum noch gekittet werden und die ständige Schönfärberei der Politeliten kann längst nicht mehr darüber hinwegtäuschen, dass einfach schon zu viel im Argen liegt und die ganze Euro-Geschichte eine völlige Fehlentscheidung war.

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12 thoughts on “Die Eurozone muss einfach scheitern”

  1. Der Euro wird so lange durchhalten …

    bis der Maschinengürtel dem Rost- und Olivengürtel nichts mehr überweisen kann, weil er pleite ist.

    Es sei denn, es gelingt uns, das politische Personal, die regierenden Schatten dahinter UND die Bankster auszuschalten.

    Es steht nicht zu erwarten, dass das auch nur bei einer Gruppe gelingt, denn die Verderber werden bei den nächsten Wahlen wieder bestätigt werden.

    Selbst ein theoretisches Erstarken der Protestparteien auf dreißig oder vierzig Prozent kann daran nichts ändern.

    Das Volk muss auf die Straße gehen – das ist unsere einzige Chance

    1. Wir müssen der Welt zeigen, dass wir mit diesem besetzten Land unzufrieden sind. 100 Jahre Lügen, Täuschung und unrechtmäßige Kriege genügen.

      Das Deutsche Reich mit unserem Kaiser ist nicht untergegangen, sondern wird uns Deutschen durch Lug und Trug vorenthalten. Unser Kaiser und die Welt müssen sehen, dass wir wieder Souveräne sein möchten. Wir wollen Frieden und wir wollen die Aufarbeitung der Geschichte seit 1900 !!!

      1. genauergesagt, seit 1918 bzw. 1914! 

        das aufarbeiten kann jeder einzelne selbt mit dem "Antrag F" auf den (RuStaG-konformen) staatsangehörigkeitsausweis beginnen. der nächste schritt wäre die gemeindereaktivierung, die zur wiedererlangung des bodenrechts führt… 

  2. Wir haben es ja gesehen-250000 demonstrieren in Berlin und die Medien schweigen es tot oder Friedensmarsch in der Ukraine Richtung Kiew-dasselbe Spiel-wird totgeschwiegen.Hier hilft nur Kehraus der Medien die vielleicht die eigentlichen Kriegstreiber sind.Die völlige Verdrehung im Presseclub gestern haben es doch erneut vorgeführt.Die glauben doch den Müll tatsächlich den sie selbst produzieren.

  3. Nicht der Wille der Völker oder deren Abstimmungen haben dieses EU Monster entwinkelt , sondern Eliten und die Kommandeure aus Übersee. Und da diese Typen nach dem Motto:"Macht ersetzt Verstand" verfahren, ist die Pleite vorprogrammiert.

  4. Europa enger aneinander zu führen hat man nie wirklich ernsthaft versucht. Alle versuchen satt dessen jeweils für sich als Nation das Optimum herauszuholen. Man hätte durchaus eine Finanzmarkt Transaktionssteuer einführen können und das daraus generierte Steueraufkommen der EU als erste gemeinsame Haushaltsquelle überlassen können. So hätten wir den Millisekundenhandel in den Griff bekommen und eine erste Gemeinsame Steuer. Aber nöö. Nicht ein einziger Schritt in Richtung Europäischer Staat. Europa dauernd an den Pranger zu stellen und nix für seine Einigung zu tun wird auf Dauer seine Wirkung nicht verfehlen.

  5. @C-M: entweder ist "eure webseite nicht verfügbar" oder die "seite hat unerwartet die verbindung geschlossen" oder sonstwas. und so geht das schon seit über einem jahr. wobei ihr die einzige seite mit derartigen problemen seid! reicht es denn noch nicht mal mit dem erlös aus den e-papers für ein halbwegs anständiges hosting? soll ich euch vllt. zu diesem zweck etwas geld schicken? kein problem, wir müssten das nur irgendwie mit western union oder moneygram machen. schickt mir einfach 'ne mail, an wen (ich brauche nur die namen und das land).  

  6. Allein die in der Bankenunion festgehaltene Verklauselierung der rückzahlungsfreien,

    präventiven Rekapitalisierung der europ. Bankensystems durch den Steuerzahler dürfte der

    Todesstoß für diese hirnrissige Finanzpolitik der Bundesregierung und der EZB sein,

    die nach den Berechungen aus franz. Finanzkreisen den deutschen Steuerzahlern

    jährlich 235 Milliarden Euro zur Rettung dieser EUROsion-System kosten wird. So kann nur

    wiederholt werden, daß, je hoffungsloser die finanzielle Lage in dieser 'EU' wird man um

    so beharrender an diesem System festhalten muß, um nicht den Supergau der

    Einlösung der CDS auszulösen, was die Existenz der sechs amerikanischen

    Großbanken aufs Spiel setzen würde, die sich mit diesen Kreditausfallversicherungen

    im US$ Billionenbereich verspekuliert haben und das weder durch bad banks noch

    durch eine Bilanzenkosmentik korrigiert werden kann und im Gefängnis in Gesellschaft

    von Bernie Madoff enden muß.

  7. Als normaler Bürger kann ich eins und eins zusammenzählen und es bleibt immer nur zwei. das hat man uns in der Schule gelernt  Ich hab Versuche gemacht mit zwei Bierflaschen die ich nebeneinander gestellt habe und nachgezählt, tatsächlich es waren zwei. Bei der achten Bierflasche kam ich dann leicht durcheinander, ich hab aber bevor ich mich hinlegte begriffen was eine Finanzkrise ist.

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