Zentralbanken: In den kommenden Monaten kommt eine Rekord-Geldflut

Das globale Finanzsystem erlebt derzeit eine noch nie dagewesene Flut an Zentralbankgeld. In den kommenden Monaten weitet sich diese entsprechend der Pläne von EZB und BoJ auf einen Rekordwert aus, der das bisherige Volumen in den Schatten stellen wird.

Von Marco Maier

Waren es von 2009 bis 2014 vor allem die US-Fed und die Bank of England (BoE), die im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise mit einer Flutung der Kapitalmärkte (Quantitative Easing, QE) antworteten, so stieg Ende 2011 auch die Bank of Japan (BoJ) in das Spiel ein, gefolgt von der Europäischen Zentralbank (EZB) Ende 2014. Und das, obwohl schon das Vorgehen der Fed zeigte, wie gering die Effekte einer solchen Flutung mit Zentralbankgeld sind.

Die umfangreichen Anleihenkäufe der letzten Jahre sind jedoch nichts im Vergleich dazu, was sich seit etwa Mitte 2015 in dem Bereich abspielt. Laut der Deutschen Bank soll sich das monatliche Volumen der Anleihenkäufe (Staatsanleihen und Unternehmensanleihen) in den kommenden Monaten gar auf durchschnittlich 180 Milliarden Dollar – pro Monat, versteht sich! – ausweiten. Das heißt: Innerhalb eines Jahres sollen so rund 2,2 Billionen Dollar (das entspricht in etwa der gesamten Staatsverschuldung Deutschlands oder Italiens) in die Märkte gepumpt werden!

Zentralbanken QE

Wobei man davon ausgehen muss, dass die Bank of England infolge der Brexit-Konsequenzen wohl noch zusätzliche Milliarden in die Finanzmärkte spült, was in der Analyse der Deutschen Bank nicht vorkommt. Damit wäre sogar ein monatlicher Schnitt von rund 200 Milliarden Dollar möglich. Eine Summe, die verdeutlicht, wie schlimm es um die Finanzmärkte stehen muss. Vor allem jedoch handelt es sich hierbei um eine massive Subventionierung der Aktionäre (insbesondere der Spekulanten), die so von steigenden Kursen profitieren, obwohl die Fundamentaldaten der Realwirtschaft dies gar nicht hergeben.

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Mit der Geldschwemme der Zentralbanken sorgen diese für eine enorme Verzerrung an den Finanzmärkten und damit auch für Blasenbildungen, die danach zu umso größeren Crashs führen werden. Die ganze jüngste Ausweitung ist zudem ein deutliches Anzeichen dafür, dass es sich hierbei um Verzweiflungstaten der Notenbanker handelt.

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18 Kommentare

    1. Lassen wir uns doch nicht ständig nur Horror aufschwätzen. Es gibt auch Positives: z.B. "Die Tatsache, daß am 18.7. auf dem Wahlparteitag der Republikaner die Forderung nach einer Glass-Steagall-Bankentrennung als Programmpunkt beschlossen wurde, und daß auch der Parteitag der Demokraten die Glass-Steagall-Bankentrennung in ihr Programm aufnehmen mußte, …" Das mag nur Wahlpropaganda sein, aber immerhin trifft diese ins Mark der USrael-Oberclique und der westliche Wirtschaften. Wall Street jedenfalls jault auf und hört die Alarmglocken schrillen. Könnte sich das Trennbankensystem endlich durchsetzen, wäre es aus mit den schmutzigen Spekulationen und den Plünderungen der Volkswirtschaften. Dann müssten sich einige Herrschaften mal wieder mit Arbeit das Geld verdienen. Und wer spekuliert, kann das in Investment-Banken getrost weiter machen, wo die Verluste allerdings künftig von den Verursachern getragen werden, und nicht von den Bevölkerungen, die von den Regierungen ungefragt zu solchen Schuldenabtragungen diktatorisch verknurrt werden.

  1. Da kann man nur noch den Kopf schütteln. So wird für einen monströsen Schulden-Schrott, der mit dem Begriff "Staatsanleihe oder Unternehmensanleihe" benannt wird, Geld gedruckt, das letztendlich für astronomisch hohe Schulden steht, nicht für Wertschöpfung. Dieser Handel läuft so lange, bis niemand mehr diesem Finanz-Betrugssystem nur einen Funken Vertrauen schenkt. Im Grunde läuft die Geldentwertung schon eine ganze Weile, sie wird nur gekünstelt mit Beschönigungen und faulem Wirtschaftsgelaber übertüncht, während die Profitierer schnell ihre Gewinne in Sachwerte umwandeln, die Banken und Länder-Regierungen aber gleichzeitig mit immer höheren Schulden belastet werden. Das gleicht einer völligen Ausplünderung der Volkswirtschaften. Am Ende werden aber auch die Spekulanten-Profitierer ihrer Habschaften verlustig, denn ihre erstandenen Güter werden mit der Geldentwertung ebenso massive Verluste einfahren und ihre Wettschulden nicht mehr begleichen können. Ihre Immobilien und andere Habschaften verrotten dann, da sie nicht mehr die Mittel für deren Unterhalt aufbringen können. Da winkt ein beispielloser Niedergang der westlichen Wirtschaften und Kulturen. Waffen kann man nicht fressen, Gold auch nicht, noch irgendwelche anderen Güter.

  2. Ich glaube nicht, dass wir es mit "Verzweiflungstaten"von Bankern zu tun haben. Nichts von dem, was wir als Finanzpolitik der Zentralbanken kennen, geschieht rein zufällig oder gar als Folge von "Verzweiflungstaten". Ein seit langem erfolgreich funktionierendes Betrugssystem, das der Rothschildschen Zentralbanken, geht in die Zielgeraden. –   Heute, am Freitagabend, wird das Ergebnis des ominösen Banken-Stresstestes bekanntgegeben und es wird manche Volkswirtschaft in der EU in noch größere Verschuldung treiben. Die Öffentlichkeit wird sicherlich nur die Spitze des Eisbergs zu sehen bekommen, möglicherweise wird "zur Unterhaltung" derselben wieder ein "rechtsextremer Einzeltäter" die Medien mehr beschäftigen als das, was uns die Herren des Geldes über den "Stresstest" wissen lassen.

  3. Die unermessliche Geldschöpfung der Zentralbanken zählt wohl zu den faszinierendsten Vorgängen, die es gibt, vergleichbar nur mit kosmischen Ereignissen. Unzählige Male wurde der Kollaps dieses wahnwitzigen Systems, Geld ohne jede gegenwärtige noch künftige Deckung zu schaffen, vorhergesagt, doch mitlerweile bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass dieser zu Lebzeiten heutiger Generationen ausbleiben wird.

  4. – Europas Banken kommen angeblich glimpflich durch den Streßtest – laut Spiegel und DWN – ?????

    Monte dei Paschi schnitt von den 51 geprüften Geldhäusern am schlechtesten ab, sie kam im Krisenszenario auf eine Kapitalquote von minus 2,4 % und wäre damit nicht überlebensfähig. Die Bank aus Siena hatte kurz vor der Bekanntgabe der Ergebnisse einen Rettungsplan vorgelegt. Die ital. Banken schieben faule Kredite von 360 Milliarden Euro vor sich her und stehen deshalb besonders unter Druck. Trotzdem will uns Mario Draghi weiß machen, daß die von der EZB untersuchten Banken in besseren Zustand als noch 2014 wären, wobei er sich bedeckt verhält, wohin sich die Schuldenberge der bad banks verflüchtigt haben sollen? Die einzigen Institutionen die in diesem Bankenpleitenszenario noch Gewinn zu machen scheinen, die als Katastrophenberater Stundenhonorare von 700 Euro verlangen, ist z.B. Oliver Wyman, was bei der – NLB – Slowenischen Zentralbank allein für diese Beratungen mit 30 Millionen Euro zu buche schlug. So arbeitet man eifrig daran, wenn die in Schieflage geratenen Banken schon nicht durch ihre eigenen Zockergeschäfte in die Pleite schlittern, wird denen dann wenigstens noch den Todesstoß durch die Honorare von Beraterfirmen verpaßt.

  5. @ Pequod

    Wie  recht Sie haben! Mich wundert überhaupt, warum das slowenische Banken-Debakel nicht drastischer in den Medien dargestellt wird. Was dort läuft, ist beispielhaft für ganz Europa. Stattdessen wird die Öffentlichkeit mit irre führendem Info-Schrott über die letzten Anschläge in Europa intensiv unterhalten. Warum das so ist, darauf findet jeder gleich eine Antwort, wenn mal auf diese Bankenkatastrophe in Slowenien genauer hingeschaut wird. Dort werden nämlich die Kleinsparer tes qel enteignet. So wie es aussieht, lügt Draghi ungeniert in die Kameras und Mikrophone.

    Heute, Samstag, ist Putin in Slowenien auf Besuch. Der wahre Grund dafür wird uns sicher nicht angegeben. Aber man darf annehmen, dass die Slowenen sich – wie andere ehem. mitteleuropäische Ostblockländer – allmählich Russland zuwenden, weil von dort eine faire Politik betrieben wird, die die Länder in ihrer Souveränität respektiert. Putin hat sicher auch das slowenische Banken-Debakel im Auge und wird darüber verhandeln, weil dies für das Land existentiell ist.

    Vorspiel zur Enteignung: Banken-Stresstest als Fanal für die Anleger
    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/07/29/vorspiel-zur-enteignung-banken-stresstest-als-fanal-fuer-die-anleger/

    So hell leuchtet Putins Stern in Südosteuropa
     

    "An diesem Samstag ist Wladimir Putin in Slowenien zu Besuch. Der offizielle Anlass ist zwar nur ein harmloses historisches Gedenken. Wegen der beharrlichen Annäherungsversuche südosteuropäischer Staaten an Russland besteht aus Sicht des Westens aber tatsächlich Grund zur Sorge. "

    Der Banken Gangster Mario Draghi, protestiert gegen eine Bank …
    http://balkanblog.org/2016/07/07/der-banken-gangster-mario-draghi-protestier-gegen-eine-bank-durchsuchung-in-slowenien/

     

     

    1.  

      "Ohne Putin gibt es keinen Frieden in Europa",

      titelt eine regierungstreue Boulevardzeitung aus Mitteleuropa. Das wusste schon Willy Brandt, "dass es ohne Russland (die ehemalige UdSSR) keinen Frieden in Europa geben würde. Und Helmut Schmidt sagte in dieser Tradition: „Für den Frieden in der Welt geht von Russland heute viel weniger Gefahr aus, als etwa von Amerika.“

      Im Vergleich zu solchen Statements betreibt Merkel & Co. feindselige anti-europäische Politik und lässt über das Finanz-Betrugssystem Europa ausplündern, während Politiker, Zentralbanker, Konzernchefs, Lobbyisten usw. usw. gleichzeitig beschwichtigend die immer katastrophaler werdende Schuldenlage der Banken beschönigen oder geradeaus tabuisieren. Und die Medien bringen der Öffentlichkeit kriminelle Anschlags-Unterhaltung zur Ablenkung.

      Putins Strahlkraft ist in Südosteuropa ungebrochen
      http://www.sat1.ch/news/politik/putins-strahlkraft-ist-in-suedosteuropa-ungebrochen-102314

      Will Steinmeier zurück zur Ost-Politik Willy Brandts?
      http://www.theeuropean.de/oskar-lafontaine/11072-ohne-russland-geht-es-nicht

       

       

       

    2. @ Elisa

      So eine 'Größe' wie Mario Draghi bezeichnet man in England als einen 'bungler',

      der gegen jede ökonomische Vernunft mit seiner Niedrigzinspolitik dieses

      EUROsions-System an die Wand fährt, bei der am Ende vom Sparer bis zum

      Steuerzahler alle pleite sind, nur nicht ein Mario Draghi, der schon in früheren

      Zeiten genug finanzielles Unheil angerichtet hat. Siehe auch amerik. Finanz-

      politik von 1790 bis 1865 unter der Leitung eines Alexander Hamilton, einem

      Vorläufer von Mario Draghi, dessen Fortsetzung seiner Finanzpolitik der illegalen

      Staatenfinanzierungen, wie es die EZB betreibt, den amerik. Bürgerkrieg 1861,

      mit am Ende von 600.000 Toten, auslöste, was dieser 'EU' noch bevorsteht.

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