Das Hauptquartier von CalPERS in Sacramento. Bild: Wikimedia / Coolcaesar CC BY-SA 3.0

Niedrige Zinsen und schlechte Renditen sorgen dafür, dass der größte US-Pensionsfonds ins taumeln gerät. Das Symptom einer Krise, die den ganzen Sektor erfasst hat macht sich bemerkbar.

Von Marco Maier

Bereits seit einigen Jahren warnen Finanzexperten davor, dass die US-Pensionsfonds enorme Finanzierungslücken aufweisen und damit die Altersversorgung vieler öffentlich Bediensteter in den USA massiv gefährdet ist. Bereits im März 2014 berichteten wir darüber. Dies ist ein Zustand, der nach wie vor anhält und inzwischen schon die Branchenriesen in Bedrängnis bringt.

Inzwischen vermeldet das "California Public Employees' Retirement System" (CalPERS) massive Probleme. Das ohnehin sehr ehrgeizige Ziel, eine durchschnittliche Rendite von 7,5 Prozent pro Jahr zu erreichen, wurde wieder einmal verfehlt. Beim aktuellen Fiskaljahr 2015/2016, welches am 30. Juni endete, lag die Jahresrendite bei ganzen 0,6 Prozent. Auf Basis des Kalenderjahres waren es 2015 noch wenigstens 2,4 Prozent. Insgesamt, so die Befürchtungen, könnte es in diesem Kalenderjahr sogar ein Minus geben. Damit wäre dies der erste Verlust seit dem Fiskaljahr 2009, als die Assets im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise um ganze 24,8 Prozent an Wert verloren hatten.

Für insgesamt 1,7 Millionen pensionierte öffentliche Angestellte ist CalPERS derzeit verantwortlich. Hunderttausende weitere werden in den kommenden Jahren folgen. Angesichts dessen, dass die Lage auf den Finanzmärkten derzeit nicht gerade rosig ist und neue platzende Finanzblasen erwartet werden, könnten CalPERS und andere Pensionsfonds massiv in die Bredouille geraten. Für die öffentlich Bediensteten in den USA ist dies natürlich eine Katastrophe.

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Der Versuch, mittels Investments in den Kapitalmärkten die Altersversorgung sicherzustellen kann eben auch deutlich in die Hose gehen. Für die USA bedeutet dies jedoch, dass mehrere Millionen Menschen deutlich weniger Geld im Alter zur Verfügung haben werden als erwartet. Zudem wird dies die Altersarmut in den Vereinigten Staaten massiv in die Höhe treiben und auch zu einem Einbruch beim privaten Konsum führen. Das System ist gnadenlos gescheitert, auch wenn es von den verantwortlichen Personen kaum jemand zugeben möchte.

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12 KOMMENTARE

  1. Seit etwa 20 Jahren werden ja auch die europäischen ArbeitnehmerInnen beworben, neben der staatlichen Pension/Rente eine private Pensionsvorsorge abzuschließen. Wer zweimal denkt, kennt schon Jahrzehnte voraus, die Crux ohne Prophet zu sein. 

    Rechenbeispiel für das Jahr 2030: 

                      Staatliche Pension/Rente: € 1500
                      Private Pensionsvorsorge:  € 400
    Otto Normalverbraucher denkt,, er erhält € 1900 Pension/Rente.

    Diesfalls € 1900.- wäre zwar rechtens. Er bekommt aber dennoch nur € 1500 oder noch weniger. Warum? 

    Na ja, bei den vielen uns mitgeschliffenen Bündnispartner-Kriegen und den Abermillionen uns okroyierten Bündnispartner-Flüchtlingen und den ewigen »Gürtel-enger-schnallen-Parolen« sieht dann die Rechnung so aus: Staatliche Pension/Rente € 1500,  minus  privater Rentenvorsorge ergibt € 1100, plus privater Rentenvorsorge von € 400 ergibt € 1500.
     
    Stimmt natürlich alles nicht. »Verschwörungstheorie«, höre ich schon die Kasinokapitalisten posaunen.

    Abwarten und Teetrinken gebe ich diesem Clan zurück. Was gerade ihr als Verschwörungstheorie betitelt hattet, ist beinahe noch allemal zur Verschwörungspraxis gegen uns mutiert. Ihr Kasinokapitalisten seid jenes Publikum, bei welchem man schon im Vorhinein weiß, was ihr sagen wollt, selbst haltet ihr euren Mund.

    • @ Weder noch

      Dieses EUROsions-System, wenn es nicht reformiert wird, läuft auf eine Einheitsrente

      hinaus, bei der der Gürtel nicht mehr enger geschnallt werden kann,  weil der ganz

      einfach nicht mehr existieren wird!

    • Edelmetall in Form von Gold- und Silbermünzen unters Kopfkissen und gut ist´s. Anstatt monatlich in unsichere Pensions- und sonstige Fonds, Riester- oder Rürup-Renten oder auch in Immobilien zu investieren, einfach für den gleichen dafür eingeplanten Betrag regelmäßig anonym eine oder mehrere Münzen kaufen. Egal wie hoch der Kurs auch gerade ist.

      Diese Werte sowie Bargeld sind für staatliche Behörden (Arbeitsamt, Grundsicherungsamt, Sozialamt) dann unsichtbar und können bei Bedarf sehr schnell wieder zu Geld gemacht werden. Alles Andere aber nicht und wird dann auch im Fall eines Falles als Vermögen zur Verwertung herangezogen bzw. mitangerechnet werden.

      Eine der bekannten Silberunzen wie der Maple Leaf oder der Philharmoniker kosten heute  beispielsweise bei Heubach-Edelmetalle oder bei PS-Coins um die 21 Euro und der Krügerrand oder eine andere Goldmünze mit dem Gewicht einer Zehntel Unze ca. 135 Euro. Als investierte Kosten für die Altersvorsorge sind solche genannten Beträge überschaubar.

      Wer in einer größeren Stadt wohnt, kann natürlich auch direkt bei einem Edelmetallhändler oder Pfandleihhaus vor Ort kaufen. Vom Kauf bei Banken, Sparkassen oder Juwelieren rate ich dringend ab. Ist dort völlig überteuert!

      Edelmetall dann zu Hause unauffällig in einem soliden Behältnis aus unedlem Metall verstecken. Solche Möglichkeiten gibt es wohl nahezu in jeder Wohnung. Schützt dann auch sicher vor Einbrechern mit Metalldetektoren.

      • Genau!! Würde auch immer alles nur in Gold und Silber anlegen. Darauf hat kein gieriger Staat oder Bank zugriff.

  2. Wenn die Leute zu dämlich sind sich zu wehren, tja dann haben sie es verdammt nochmal verdient wenn das System zusammenfällt und sie vor dem Nichts stehen! Ich habe da kein Mitleid für diese Bücklinge! Diese Ignoranten stürzen lieber singend und tanzend in den Abgrund, denn die Ausrede haben sich diese Deppen schon zurecht gelegt! "Aber wir haben von nichts gewusst." werden sie heulen. Sie werden dann in ihrem Zorn alles zusammen schlagen, sie werden jedes Feindbild das ihnen von den Politik-Schaustellern und Medien-Huren vorgesetzt wird nutzen, um ihren Frust abzubauen. Sie werden sich an Unschuldigen vergreifen und sie werden schlimme Verbrechen begehen. Sie werden es tun weil sie über sich selber wütend sein werden und vorallem weil sie nicht zugehört haben und alle Warnungen in den Wind geschlagen haben. Und wer nun sagt, das kann nicht sein, der sollte sich mal mit dem Jugoslawien-Krieg befassen. Da gingen Nachbarn aufeinander los, die zuvor 20 Jahre friedlich zusammen lebten.

  3. Wenn der gesellschaftliche Wille vorhanden ist wird das ganze System umgestellt und gestaffelt Umlagefinanziert, Gesellschaftsvertrag halt. Das Rentenansparmodell ist von Anfang an ein unfähiges Vehikel gewesen das dazu diente die Finanzmärkte zu bedienen um Dollar zu machen solang es eben geht. Arithmetisch jedenfalls ein Ding der Unmöglichkeit. Un nu funktioniert es eben nicht mehr. In jedem Fall werden die Amis entweder in allernächster Zeit grundlegende Reformen auf den Weg bringen oder in die Militärdiktatur gehen. Geschichtlich betrachtet haben die viel mit dem Reich der Assyrer gemein. Die sind, nachdem es genügend Silber am Markt gab, das was heute der Dollar ist, ganz schnell von der Weltbühne verschwunden. Milliarden von Dollar für Geostrategische Think Tanks aber nicht eine Überlegung zur Reform des heimischen Systems und der Finanzmärkte.

  4. Das beweist nur, daß es vollkommen egal ist, wie eine Altersvorsorge aufgebaut ist. Entscheidend ist, daß es eine junge Generation  gibt, die die notwendigen Gelder erwirtschaften kann. Dazu müssen junge, gut ausgebildete Menschen und eine Wertschöpfungsindustrie existieren.

    • Genau das ist das Wese einer "Altersvorsorge". Und aus dem Grund muss es auch so gestaltet sein. 100% Umlagefinanziert eben. Alles andere sind nur Betrügereien und Versprechungen die niemand einhalten geschweige denn versprechen oder gar garantieren kann.

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