Fracking-Bohrloch.

Innerhalb von nur zehn Jahren haben die US-Frackingkonzerne trotz zwischenzeitlich hohen Ölpreisen ihre langfristigen Schulden vervierfacht. Die aktuell niedrigen Preise werden die Schuldenblase platzen lassen. Hier ein paar Fakten und Zahlen.

Von Marco Maier

Noch im Jahr 2006 hatten alleine die sieben größten US-amerikanischen Frackingkonzerne einen Berg von langfristigen Schulden in Höhe von 17,25 Milliarden US-Dollar zu tragen. Ab etwa 2008 setzte dann die Schuldenexplosion ein, die den langfristigen Schuldenberg auf 72,17 Milliarden US-Dollar ansteigen ließ. Geht es so weiter, wird noch bis Ende 2017 die Marke von 100 Milliarden Dollar geknackt.

Bedenkt man, dass der Preis für US-Öl (West Texas Crude) von 2011 bis 2013 bei knapp 100 Dollar lag und der Schuldenberg trotzdem um rund 15 Milliarden Dollar anstieg, kann man sich ausrechnen, warum selbst eine Verdoppelung des aktuellen Ölpreises an der prekären finanziellen Situation dieser Unternehmen kaum etwas ändern wird. Wie sehr das Fracking-Desaster auf die Bilanzen des Energiesektors der Vereinigten Staaten drückt, zeigt dieser Vergleich: Machte der Schuldendienst im Jahr 2015 noch durchschnittlich 48 Prozent der Gewinne aus, so stieg dieser Anteil im ersten Quartal 2016 auf ganze 86 Prozent an. Sollte sich der Ölpreis bei 40-50 Dollar stabilisieren, dürfte sich der Anteil in diesem Jahr bei ca. 60-70 Prozent einpendeln.

Hinzu kommt der Umstand, dass die Fördermengen drastisch zurückgehen. Allein die vier größten Ölfelder für Fracking wiesen von 2011 bis etwa Mitte 2015 einen starken Anstieg der Produktion auf und zeigen seitdem nur noch rückläufige Fördermengen. Das heißt: Um überhaupt noch profitabel arbeiten und die Kredite zurückzahlen zu können, muss nicht nur der Ölpreis deutlich ansteigen, sondern auch neue Fracking-Ölfelder erschlossen werden, was jedoch einen erneuten massiven Kapitaleinsatz benötigt. Das kann nicht gutgehen.

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5 KOMMENTARE

  1. Wenn die Daerme der Profiteure mit einem Geld- Chemikalien- Wassergemisch mit 5000 Bar Druck vrrsehen worden waeren waere die Blase schon laengst geplatzt. Es geht jedoch vorrangig nicht ums Oel. Es geht um die Verknappung von trinkbarem Wasser und dessen Lizenzen und auch um die Aufbereitung denn dies wird nur grossen Konzernen moeglich sein und da werden alle kleinen Gemeinden und Wasserbeschaffungsverbaende aussen vor sein. Das wird der Weg zur Wassermonopolisierung und damit zur Riesengelddruckmaschine.

    • Wie es sich abzeichnet wird man mit dem Auspumpen des Ogallala-Aquifer die Great Plains langfristig in eine Wüste verwandeln. Bei der jetzigen extensiven Entnahme von 25 l des Grundwassers, welches sich nur mit 1 l regenerieren kann, wird man sich ausrechnen können, wann dieses Wasserreservoir erschöpft sein wird und somit die Landwirtschaft, wie bereits in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts in Erfahrung gebracht, sich in einem dust bowl verwandeln wird. So sollte die U.S.A. lieber die in eine unnütze Rüstung gesteckten Milliarden von US$ für die Erhaltung ihres Brotkorbs stecken, zumal sie die Auswirkungen von einer Wasserknappheit täglich in Kalifornien vor augen haben, wobei nicht ausgeschlossen werden kann, daß die 'strategischen Planungen' der 'Think Tanks'  inzwischen als zukünftigen Agrarlieferanten die Ukraine ins auge gefaßt haben.

       

       

       

  2. Der Hintergrund von Fracking ist doch ein völlig anderer. Es werden vorsätzlich die Grundwasserspeicher verseucht, möglichst weltweit, um dann mit anderen Konzernteilen das große Geschäft mit dem Reinigen und Verkauf von Trinkwasser zu verdienen. Dagegen sind die jetzigen Schulden P E A N U T S. Wasser braucht jeder Mensch, die Zeiten der Erdölindustire neigt sich dem Ende, andere Energiequellen wurden erschlossen, die jedermann kostenlos anzapfen kann (1-2 Jahre noch) oder warum glaubt ihr haben sich die Rockefellers von ihrem ehemaligen Hauptgeschäftsfeld verabschiedet?

  3. Tja, Überschuss ist auch nicht immer gut und kann nach hinten losgehen.

    Genauso wie "Exportüberschuss" was nämlich auch ein Problem von Deutschland ist .

  4. Amos lässt grüßen. Wegen euch selbst, habt ihr die Hosen gestrichen voll.

    Die Schuld der führenden Kreise
    Weh euch, ihr Sorglosen auf dem Berg Zion! Ihr Selbstsicheren auf dem Berg von Samaria! Ihr Vornehmen Israels, des ersten aller Völker, bei denen die Leute Rat und Hilfe suchen! Geht doch in die Stadt Kalne, geht in die große Stadt Hamat und in die Philisterstadt Gat! Seid ihr vielleicht besser gerüstet als diese Königreiche? Oder ist euer Gebiet so viel kleiner als das ihre, dass ihr denkt, die Assyrer werden sich nichts daraus machen?

    Ihr meint, das Unheil sei noch fern – dabei habt ihr ein System der Unterdrückung und Ausbeutung eingeführt! Ihr räkelt euch auf euren elfenbeinverzierten Polsterbetten und esst das zarte Fleisch von Lämmern und Mastkälbern. Ihr grölt zur Harfe und bildet euch ein, ihr könntet Lieder machen wie David. Ihr trinkt den Wein kübelweise und verwendet die kostbarsten Parfüme; aber dass euer Land in den Untergang treibt, lässt euch kalt.
    Deshalb sagt der HERR, der Gott der ganzen Welt: »Ihr müsst als Erste in die Verbannung gehen und eure Gelage nehmen ein jähes Ende.«

    Die Zerstörung Samarias
    Der HERR, der Gott der ganzen Welt, sagt: »Der Hochmut der Nachkommen Jakobs ist mir zuwider, ich hasse ihre prächtigen Paläste. Deshalb gebe ich Samaria dem Untergang preis mit allen seinen Bewohnern. Das habe ich, der mächtige Gott, bei mir selbst geschworen.

    Wenn irgendwo in einem Haus noch zehn Menschen übrig geblieben sind – auch sie müssen sterben. Und wenn im hintersten Winkel eines Hauses ein Überlebender sitzt und es kommt ein Verwandter, um die Toten zur Bestattung aus dem Haus zu holen, und fragt ihn: 'Lebt hier noch jemand außer dir?', und er antwortet: 'Niemand'; dann wird der andere sagen: 'Pst! Erwähne nur nicht den Namen des HERRN, sonst merkt er, dass hier noch jemand lebt!'«
    Der HERR wird einen Befehl geben und dann werden die Häuser und Paläste in Trümmer geschlagen, die großen wie die kleinen.

    Die Strafe für Unrecht und Selbstüberhebung
    Fährt man mit Ross und Wagen über Felsblöcke oder pflügt mit Rindern das Meer? Ihr aber habt das Recht in tödliches Gift verwandelt; und was ihr Gerechtigkeit nennt, ist bitter wie Galle.

    Ihr bildet euch etwas darauf ein, dass ihr die Stadt Lo-Dabar erobert habt. Ihr prahlt: »Wir haben Karnajim eingenommen, das haben wir aus eigener Kraft geschafft!«

    Aber der HERR, der Gott der ganzen Welt, sagt: »Ich werde gegen euch Israeliten ein Volk aufbieten, das wird euer Land in Besitz nehmen und euch unterdrücken von Lebo-Hamat im Norden bis zum Toten Meer.« – Amos, 6, 1-14

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