Kernkraftwerk Saporischschja. Bild: Wikimedia / Ralf1969 CC-BY-SA 3.0

Das ideologisch motivierte Verhalten der Führung in Kiew, welches eine Einigung mit den Rebellen im Donbass unmöglich macht, kann in eine nukleare Katastrophe führen. Denn die Atomkraftwerke werden hoffnungslos überlastet.

Von Marco Maier

Die Stromerzeugung in der Ukraine basiert hauptsächlich auf zwei Pfeilern: Den Kohlekraftwerken und den Atomkraftwerken. Doch Erstere können nur unzureichend betrieben werden, weil die meisten Kohlegruben des Landes im von den Rebellen kontrollierten Gebieten im Osten des Landes liegen.

Sämtliche Kohlegruben zusammen produzieren derzeit infolge des Krieges rund ein Drittel weniger als sie eigentlich könnten und im Schnitt sogar nur noch halb so viel wie vor fünf Jahren, wie eine Statistik des ukrainischen Energieministeriums besagt. Energietechnisch ist das für die Ukraine natürlich eine Katastrophe.

Dies führte in den letzten Monaten dazu, dass die Atomkraftwerke (Chmelnyzkyj, Riwne, Saporischschja und Süd-Ukraine) ständig in Höchstlast gefahren werden (müssen), um so die Stromversorgung im Land auch nur einigermaßen aufrecherhalten zu können. Denn der Kohle-Import ist mangels Devisen nicht möglich – und angesichts des äußerst maroden Staatshaushalts will verständlicherweise auch kein Kohleunternehmen auf Kredit liefern.

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Doch Experten warnen inzwischen davor, dass die permanente Überlastung der Atomkraftwerke jederzeit zu einer nuklearen Katastrophe führen kann. Denn das für Spitzenzeiten notwendige Hochfahren um bis zu 25 Prozent (und die daraufhin erfolgende Leistungsdrosselung), wie es Energieminister Demtschischin will, kann nur durch eine Umrüstung der Atomkraftwerke auf halbwegs sicherer Basis gewährleistet werden. Doch dafür bräuchte es insgesamt bis zu drei Jahre. Geschieht dies nicht, wäre ein neues "Tschernobyl" möglich. Schon damals, 1986, gab es dort deswegen Probleme und anschließend eine Kernschmelze samt GAU.

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9 KOMMENTARE

  1. Wenn nicht schon vorher das dienstälteste AKW der Welt, Beznau in der Schweiz hochgeht. Prof. Lesch hat das gestern auf ZDF info angesprochen.

  2. So läßt sich, auf Grund der Überbelastung dieser AKW's nur vermuten, daß die notwendigen Revisionen nicht mehr durchgeführt werden können, zumal auch die dafür vorgesehenen 'EU' Gelder vermutlich zweckentfremdet für die Kriegshandlungen im Donbass verwendet werden. So dürfte mit einem vorprogrammierten 'break down', besonders des Hauptkraftwerks 'Saporischschja', Gesamteuropa einer noch strahlenderen Zunkunkt als nach 'Tschernobyl' entgegensehen.

    • Der böse "Witz" an den Kontrollen ist ja, dass die Firmen also die Betreiber selbst dafür zuständig sind ^^^^^^

      Auch eines dieser tooollleeen EU-Gesetze / ich sags ja dauernd, die Welt ist völlig abgedreht^^)

  3. Na das sind ja wirklich erfreuliche Nachrichten

    Kann die Kohlelieferanten gut verstehen, ich meine wer will schon heutzutage noch mit der Ukraine Geschäfte machen wenn dieses Land vor die Hunde geht

  4. Ich erinnere mich noch an Tschernobli, damals hat man uns gewarnt bei Regen auf die Strasse zu gehen wegen der Radioaktivität. Pilze suchen war out, alles war Europaweit in einen gewissen Grad verseucht. Wenn jetzt bei den Nazis in der Ukraine ein Kraftwerk hochgeht wird es x-mal schlimmer für uns.

  5. Ein neues Tschernobyl? Das ist schlichtweg Blödsinn!

    Ich bin aber gespannt, ob und wie der Autor dieses Artikels uns einen entsprechenden Unfallverlauf beschreiben mag!

    • wenn er weit genug weg im knallfall sitzt kann er das, wie ,weis ich nicht.

      also ungelegte eier, abwarten bis es (hoffentlich nicht) passiert

  6. «Вестингауз» поможет с топливом. Европе неочем беспокоиться. У Украины достаточно ядерного топлива, чтоб Россия не напала на  Польшу. Аминь.

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