Der Staat im Staat in der Türkei geht bis in die 1920er Jahre zurück und bis heute wird die Türkei immer wieder von staatlichen Repressionen, terroristischen Anschlägen und Aufständen heimgesucht. Aktuell hat die türkische Regierung auch das NATO-Quartier im Visier, nachdem am Wochenende ein Militärputsch missglückte und viele einen westlichen Hintergrund vermuten.

Von Christian Saarländer

Als Tiefer Staat (derin devlet) wird in der Türkei die Entwicklung des Staats im Staate bezeichnet, also die konspirative Verflechtung zwischen Politik, Militär, Justiz und Geheimdiensten, welche sich im Laufe der Jahrzehnte entwickelt haben soll. Aktuell spekulieren sogar die westlichen Leitmedien, welchen Nutzen Erdoğan vom Militärputsch haben könnte. Wenn man sich die Gladio-Strukturen anschaut, über die der Schweizer Historiker Dr. Daniele Ganser ein Buch schrieb und dann die Tatsache anerkennt, dass die türkische Regierung einen Grund hat sich von transatlantischen Vasallen zu lösen, die nicht selten das eigene Volk terrorisiert und drangsaliert hat, erscheint dies nicht mehr als unmöglich.

Ganser beschreibt den türkischen Sektor der NATO-Stay-behind-Armee als die brutalste von allen Geheim-Armeen, die für zahlreiche Morde an Türken, Kurden und Christen verantwortlich war. Zugegeben, der Tiefe Staat in der Türkei ist weitaus älter als die NATO-Geheimarmee, aber dieses Konstrukt läuft immer auch Gefahr von einer fremden Struktur unterwandert zu werden. Und die NATO hat in fast allen westlichen Ländern während des Kalten Krieges eine solche Geheimstruktur installiert, wenngleich es bis heute von westlichen Medien gerne noch geleugnet wird. Zudem versuchen westliche Leitmedien in Eintracht mit Politikern den Historiker Ganser zu diskreditieren, ohne selbst irgendeine Expertise in diesen Bereichen vorweisen zu können oder selbst plausible Argumente vorzubringen.

Ob nun der sogenannte Tiefe Staat oder die NATO-Söldner hinter dem Putsch stecken – möglich ist auch von allem ein bisschen etwas. So einfach wie es sich der westliche Mainstream es macht ist es nicht. Fest steht, dass es immer wieder in der Türkei zu Unruhen kommt und der sonst vom Westen so hofierte Erdoğan immer dann kritisiert wird, wenn er vom NATO-Kurs abweicht. Im November wurde die Türkei vom Westen in Schutz genommen, nachdem die türkische Luftwaffe eine russische Su-24 abschoss und Präsident Putin als Aggressor dargestellt, nachdem er Sanktionen als Konsequenz ankündigte.

Inzwischen glätten sich zwischen die Wogen zwischen der Türkei und Russland und plötzlich gerät die türkische Regierung in die Kritik der westlichen Medien, wenngleich auch das ungnädige Verhalten wohl kritikwürdig ist. Aber wer heute noch glaubt, dass die westlichen Medien unabhängig und objektiv berichten, der glaubt auch, dass der Klapperstorch die Kinder bringt. Und es ist durchaus verständlich, dass die Türkei schmunzelt, wenn deutsche Medien mal wieder den Tiefen Staat kritisieren, denn die deutsche Politik- und Medienwelt ist tiefer gesunken als Walscheiße.

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Korrupte Politiker, Schreiberlinge die sich für die NATO prostituieren und eine tolerierte und gewollte pädophile Justiz, sowie eine staatlich unterstützte Antifa, die nach Gusto unliebsame Mitbürger terrorisieren – vergleichbar mit der SA, die raufende Proletentruppe der NSDAP.  Und nicht zu vergessen: In Deutschland wurden Neo-Nazis, wie Ganser in seinem Buch beschreibt, in den deutschen Sektor der NATO-Stay-behind-Truppe eingebunden. Die Grauen Wölfe, ebenfalls von der NATO aufgebaut, gelten gleichfalls als rechtsradikal. Diese trieben zuletzt während der Krim-Blockade ihr Unwesen, um wieder für Freiheit und Demokratie nach westlicher Vorstellung auf der Krim zu sorgen.

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19 thoughts on “Tiefer Staat: Welche Rolle spielt die NATO beim Putsch-Versuch in der Türkei?”

  1. Schon wieder so'n ideeller Gesamttürke

    Ega, was die Amis in der Türkei veranstaltet haben – sie haben es mit Wissen und Zustimmung der jeweiligen Machthaber getan.

    KEINER von denen ist koscher gewesen

    Das entschuldigt aber nicht diesen Irren, der vollständig außer Kontrolle geraten ist  und wohlgefällig auf die aktuellen Pogrome an seinen eigenen Landsleuten blickt..

    Wenn die Amis schlau sind, bringen sie ihre 50 Atomsprengköpfe schnellstens außer Landes, bevor sie sich der verehrte Führer aller (na ja, FAST aller) Türken unter den Nagel reißt.

    Dann nämlich hätten wir einen IS mit Atomwaffen – unter Verbündeten hilft man sich halt.

    1. Hallo Michi, da Du nicht in der Lage bist deine eigenen Gedanken und Thesen zu begründen, lässt sich für dich nur noch folgendes diagnostizieren:

      1. Du leidest unter blinden Erdo-Wahn-Hass und dein geringes Selbswertgefühl fühlt sich besser, wenn Du dich zu jedem Türkei Thema mit deinem Halbwissen auskotzt UND

      2. Jemand bezahlt Dich für deine Denunziation im Internet. Das würde auch erklären warum Du Erdogan für so link und hintervotzig hälst, denn nur jemand der selber so ist, lässt sich für so eine Aufgabe einspannen.

      Du kannst mich aber auch Lügenstrafen indem Du meine simplen Fragen beantwortest , die ich Dir gestellt habe unter:

      https://www.contra-magazin.com/2016/07/aus-der-sicht-portugals-erdogans-doppelter-putsch/

      1. @ der türke,

        die zweit wirds zeigen.was ich bsiher gesehen hab, ein saddam der zum galgen ging, ein gaddafi, gekillt von eignen leuten. moslems die bomben in menschenmengen tragen und kinder töten.ich weiß ja,laut euren mohhamed sind die alle nix wert,der glaube über alles,dafür darfst du unschuldige ermorden, frauen und kinder.das problem ist euer glaube,euer (un)verstand der im mittelalter stehen geblieben ist.und mit dem iq einer erbse versucht ihr euer treiben zu rechtfertigen,macht es bei euch zu hause, aber lasst uns in ruhe.wir sind eigentlich ein volk der dichter und denker,doch zündelt hier mal n bischen rum,das geht für euch nach hinten los.

        1. Nein Dauernörgler, die Deutschen WAREN mal ein Volk der Dichter und Denker. Jetzt sind sie nur noch ein arroganter, eingebildeter und großmäuliger Haufen an zurückgebliebenen Schmocks

        2. Wenn ich als muslima deinen Kommentar lese, muss ich einfach nur weinen… ich komme aus Algerien. Einem muslimeschen Land, das von Franzosen (Christen) aufs schlimmste angegriffen und ausgebeutet wurde. Wenn du findest Islam ist an allem schuld (wie man ja überall sieht und hört) dann was für eine Religion ist Christentum?… Niemand hat so viel Übel in Welt verbreitet, wie die Christen. Ín der Vergangenheit, aber auch in der Gegenwart. Der Unterschied ist… Die Christen verüben Ihre grausame Verbrechen lagal und elegant, damit es bloß nicht auffällt, weil die wollen ja nur "helfen", Völker befreien und Demokratie einführen. Du und Miliarden andere Menschen glauben das. Vielleicht in Paar hundert Jahren erfahren wir die Wahrheit… oder erst wenn wir sterben. Bis dahin bleibt uns Muslimen nichts anderes als den Fernseher auschzuschalten und nicht völlig auszuflippen.

  2. "…..die türkische Gemeinschaft und der türkische Mensch, wohin auch immer sie gehen mögen, bringen nur Liebe, Freundschaft, Ruhe und Geborgenheit mit sich. Hass und Feindschaft können niemals unsere Sache sein…………….."  – was ist von einem Staatschef zu halten, der zum Einen solche Sprüche klopft und andererseits Krieg gegen türkische Bürger führt?

  3. Als Völker und Menschen sind wir immer beides: Opfer – Täter – Opfer – Täter …

    Da einmal Täter – dort einmal Opfer. In der Momentaufnahme sind Täter und Opfer einigermaßen gut auszumachen. Über Jahrhunderte nicht. 

    Nur ein Beispiel herausgegriffen. Kolonialismus: die von Gier beladene, staatlich organisierte Unterwerfung fremder Gebiete und Menschen. Am Punkt: »Als die ersten Missionare nach Afrika kamen, besaßen sie die Bibel und wir das Land. Sie forderten uns auf, zu beten. Und wir schlossen die Augen. Als wir sie wieder öffneten, war die Lage genau umgekehrt: Wir hatten die Bibel und sie das Land.« – Desmond Mpilo Tutu, Erzbischof von Kapstadt, Friedensnobelpreisträger

    Es gibt kein von Gott »auserwähltes Volk«, – aber »westliche politische Größen«, die das streitbar und unverrückbar postulieren. Der US-dominierte Westen erstarkt abermals in »Herrenmenschen-Ideologien«, welche der Welt aufzwingen möchte, was edel und gut sei. Mit Parolen, wie: »Sturz dem Diktator. Auf zur Demokratie« marodieren diese um den halben Globus, entrechten, enteignen und töten. Diese Verbrecher hinterlassen weltweit einen Scherbenhaufen und rufen über den Atlantik uns nach Europa zu: Menschenrechte, Asyl. Sie selbst, die Verursacher also, machen keinen Finger krumm, Flüchtlinge aufzunehmen.

    Vorführen und oktroyieren die perfiden »Führer« der westlichen Welt, weiter,  wir wissen was gut und richtig ist, werden Generationen und morbide »Führer« in der östlichen Welt weiterwachsen, welche dagegen erklären: wir wissen, was besser und noch richtiger ist.

    Diese neuen US-NATO-(EU)-Kolonialherren mitsamt ihren auftraggebenden Hintermännern weisen sich selbst die Opferrolle zu, indes sie der Täterschaft längst weltweit überführt sind.

    Täter – Opfer – Täter – Opfer … Ende.  – Neubeginn.

    1. Was wäre, wenn die "perfiden Führer" der westlichen Welt mitsamt den "morbiden Führern" der östlichen Welt in den selben Zirkeln sitzen und hier von den auftraggebenden Hintermännern (die meiner Meinung nach seit weit über 100 Jahren "den Weg weisen") instruiert, gebrieft werden.?

      1. Dem ist so, konstatiere ich (ebenso).

        Denn selbst die jeweiligs amtierende US-Administration kann einem leidtun. Sie fungiert nämlich bloß als »Rottweiler«, also als beißwütiger Hund im Auftrag des »Herrchens«. Beißt er gut und führt des Herrchens Befehle akkurat aus, bekommt er sein »Leckerli« (Finanzen vom Herrchen), andernfalls droht -im gelindesten Falle- der Hungertod. (Abschnitt vom Finanztisch).

        – So betrachtet ein erpresster und schlecht abgerichteter Hund, zum Schaden der Völker der Welt, welche sich schon längst Urlaub verdient hätten. Der eigentliche Verbrecher ist sein »Herrchen«. Der seinerseits wird immer behaupten: Er habe niemanden nie gebissen, wenn überhaupt, dann war das sein blöder Hund.

  4. Man sollte sich den türkischen Geheimdienst mal genauer ansehen. Der hat – wie der BND übrigens auch – beste Beziehungen zum CIA. Warum ist das so?

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