Syrische Flüchtlinge: Erdogans Flüchtlingscoup als Umvolkungsplan?

Die Einbürgerung von sunnitischen Syrern in der Türkei, wie von Präsident Erdogan angeregt, dient dem Ausbau seiner Machtbasis. Die Opposition warnt vor einer Arabisierung und der Aufnahme von Dschihadisten. Die Kurden sollen nach Europa vertrieben werden, wofür auch die Visaliberalisierung angestrebt wird.

Von Marco Maier

Was auf den ersten Blick als humanitäre Geste erscheint, ist auf den zweiten Blick jedoch reines Machtkalkül Erdogans. Denn die Einladung an die sunnitischen Syrer, die türkische Staatsbürgerschaft anzunehmen, dient durchaus den Interessen des Staatspräsidenten. Immerhin befinden sich derzeit rund drei Millionen Syrer in der Türkei und die Mehrheit von ihnen sind Sunniten.

Für den türkischen Präsidenten sind die Syrer durchaus vor allem eine wahltaktische Masse. Denn während die türkische Armee gerade die Kurdengebiete in Schutt und Asche legt und die angestrebte Visafreiheit für türkische Staatsbürger die Flucht der Kurden nach Europa erleichtern soll, kann so sukzessive ein Bevölkerungsaustausch stattfinden. Während viele Kurden nämlich mehr Autonomie oder gar einen eigenen Staat wollen, dürften sich die Syrer eher dankbar zeigen und die AKP-Wählerbasis verstärken.

Man könnte meinen, die AKP-Führung strebt so einen Bevölkerungsaustausch an. So warnt die nationalistische MHP davor, dass dem Südosten der Türkei nun eine Arabisierung drohe, während die kemalistische CHP vor allem den Import des salafistischen Bürgerkriegs befürchtet. Erdogan selbst, der als "Osmane" vor allem den religiösen Aspekt betrachtet und dem ethnischer Nationalismus weitestgehend fremd ist, sind diese Einwände egal. Er wäre der Erste, der eine Einverleibung von Grenzregionen (von Syrien und vom Irak) und Nachbarstaaten (Aserbaidschan) durchführen würde, wenn er so ein neues Osmanisches Reich etablieren könnte. Die Kurden selbst wären ihm ja auch egal, wenn Teile dieser Bevölkerungsgruppe nicht so widerspenstig wären. Und längst nicht alle Kurden sympathisieren angesichts des zunehmenden Terrors mit der HDP oder gar mit der PKK.

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Hier kommt Erdogan die Ansiedelung der sunnitischen Araber aus Syrien in den Kurdengebieten allerdings gerade recht. Dort wo die Kurden ihre Heimat verlassen und sukzessive von den Syrern ersetzt werden, wird auch die islamisch-konservative AKP ihre Macht ausbauen können. Denn mit der Drohung Erdogans, "Terroristen" die Staatsbürgerschaft entziehen zu wollen, könnten unter Umständen hunderttausende Kurden und Oppositionelle nach ihrer Flucht in Richtung Europa plötzlich ohne Staatsbürgerschaft dastehen. Egal ob sie nun tatsächlich Anhänger, Sympathisanten oder gar Mitglieder der verbotenen PKK bzw. der kurdischen HDP (welche Verflechtungen mit der PKK aufweist) sind, oder auch nicht. Dafür hilft ihm die Justizreform, die ihm die Möglichkeit gibt, ein Viertel der Richter in den beiden höchsten Gerichten der Türkei zu ernennen. So kann er sich auch auf die entsprechende Hilfe der Höchstgerichte verlassen.

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Wenn nun schon die regierungsnahe türkische Tageszeitung Aksam angesichts des Angebots von Erdogan an die Syrer mit "Drei Millionen mal frisches Blut!" jubelt, weiß man woher der Wind weht. Nun muss man sich nur noch die Frage stellen, wann sich Erdogan tatsächlich als Sultan eines neuen Osmanischen Reichs ausrufen lassen wird. Die entsprechende Richtung, wonach die Türkei ein an die arabischen Golfmonarchien angelehntes politisches System erhalten wird, wurde jedenfalls schon eingeschlagen.

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8 Kommentare

  1. Nu' ja !

    Erdohahn möchte nicht seinen Penis,in angelas M.Mund Stecken,

    nicht vor laufender Polaroid Camera in Farbe.(1969)

    Doch es wurde alles , Haar-genau mit einer Hochgeschwindigkeits-Hochauflösenden Kamera verfolgt.

    Wie so & warum.

    Es wahr gut & einfach möglich dich zu Beruhigen um Haar-genau.

    zu Sein.

    Woher weisst Du denn sowas.

  2. Der Typ hat nicht alle Tassen im Schrank..einbürgerung von sunnitischen Syrern..?

    Deutsche Rentner..auch wenn sie Eigentum in der Türkei besitzen..müssen seit ca.einem Jahr unter anderem ein türkisches Führungszeugnis vorlegen..für nur noch auf ein Jahr befristeten Aufenthalt.(Vorher 5 Jahre).

    Dieser Grosskotz ist gefährlich..für Deutschland..für Europa.

    Bissige Hunde gehören an die Leine..und benötigen einen Maulkorb.

    Merkel&Erdogan..sollte man nach St.Helena verbannen..zum Schutz Europa's und zum Erhalt demokratischer Intelligenz in der Türkei.

  3.  

    Erdogan als  genialer Geschäftsmann, inszeniert ittels -Geld ene riesen-Flüchtlingswselle aus Syrien und Kurdistan, um diese dann an die EU/Merkel um Milliarden zu verscherbeln, um damit der Merkel eine Erfüllung des CKPlans zu ermöglichen und weitere Geschäfte mit gestohlenem Öl und Kulturgütern aus Syrien zu organisieren.

    Dass diese Menschen für den Wiederaufnau der zerstörten Städte in Syrien fehlen, kommt dem Erdogan sogar zupass, weil er hofft einen Teil Syriens zu erobern.

     

  4. Erdogans Flüchtlingscoup als Umvolkungsplan?

    —–

    Erdogan ist von den eigentlichen Drahtziehern der Flüchtlings-Tsunami-Welle dazu auserkoren.  einen wichtigen Part bei der Umvolkung Europas gem. Coudenhoven-Kalergi Plan zu spielen.

    Deswegen auch seine enge Kumpanei mit der Haupt-Strohpuppe der 'Weltenlenker' in Europa, Murksel aka Aniela Kazmierczak.

    Es kann aber durchaus sein, dass der gewiefte Sultan vom Bosporus dabei sein eigenes Süppchen kochen möchte, wobei er in einem Aufwasch seine störenden, nicht-türkischen Minderheiten, wie Kurden, Jesiten, Alewiten, Christen etc. in die EUdSSR und speziell nach Doitschelandistan entsorgen  möchte,.

    Ob dieser Coup seinen mächtigen Unterstützern, US-rael, unbedingt gefällt, darf allerdings bezweifelt werden, würde das doch die Verwirklichung des  Oded-Yinon Plans

    “Greater Israel”: The Zionist Plan for the Middle East

    The Infamous "Oded Yinon Plan". Introduction by Michel Chossudovsky

    http://www.globalresearch.ca/greater-israel-the-zionist-plan-for-the-middle-east/5324815

    -zumindest was den Vielvölkerstaat Türkei anbelangt –  bedeutend schwieriger machen.

    1. So ist es. Neben dem neuen Großisrael hat er ebenso die Pläne für die nichtjüdischen Staaten (jüdische Agenda) Folge zu leisten. Falls nicht …

      Dass er zusätzlich ein Dönmeh sein soll, wundert da nicht.

       

  5. Goodbye Europa. Arogand und überheblich wie immer. Die Flüchtlinge treibt nicht Erdogan, sondern G3 gewähre und dass nicht eingreiffen Europas in den Nahost konflikt. Nein Liber hängst man als Nutloser Hoden an obamas Skrotum. 

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