Syrien: Kerry will engere Zusammenarbeit mit Russland

Bei seinem Besuch in Moskau machte sich US-Außenminister John Kerry für eine engere Zusammenarbeit zwischen Russland und den USA in Syrien stark. In Moskau sieht man noch Differenzen, die eine Einigung erschweren.

Von Marco Maier

Geht es nach US-Außenminister John Kerry, sollen Moskau und Washington die Luftangriffe auf den "Islamischen Staat" und die al-Nusra-Front miteinander abgestimmt werden. Damit schwenkt die US-Administration auf die Wünsche von Präsident Wladimir Putin ein, der dies schon vor einiger Zeit eingefordert hat. Allerdings verlangt die US-Führung dafür, dass Moskau den Einfluss auf die syrische Regierung nutzt, damit diese die Bombardierungen durch die eigene Luftwaffe einstellt.

Die Washington Post veröffentlichte am Donnerstag den Vorschlag, wonach beide Länder in der Nähe der jordanischen Hauptstadt ein gemeinsames Kontrollzentrum einrichten, in dem Militärs, Geheimdienstmitarbeiter und zivile Experten von beiden Seiten Informationen über mögliche Ziele austauschen und dann die Luftangriffe koordinieren. Angeblich will Washington so sicherstellen, dass auch nur Ziele angegriffen werden, die auch sicher dem "Islamischen Staat" oder der al-Nusra-Front zugeordnet werden können. Denn die syrische Luftwaffe greift auch immer wieder Stellungen sogenannter "gemäßigter Rebellen" an, die oftmals mit den Terrorgruppen gemeinsame Sache machen.

Der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, erklärte Sputnik zufolge jedoch nach dem Treffen Kerrys mit Putin, dass bislang noch keine Vereinbarung zu einer direkten Kooperation getroffen werden konnte. "Es wurden verschiedene Positionen erörtert, doch das Thema der unmittelbaren Zusammenarbeit im Kampf gegen die Extremisten wurde nicht berührt. Es gibt einen Informationsaustausch, aber leider gibt es vorerst kein reales Zusammenwirken zur wesentlichen Steigerung der Effektivität der Bemühungen im Kampf gegen den Terror", sagte Peskow.

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7 Kommentare

  1. Die Amerikaner wollen dass die Syrier ihre Angriffe mit der eigenen Luftwaffe einstellen?! Hallo das ist deren Land und die können innerhalb ihrer Grenzen bomben was sie wollen ihr Yankeebastarde

    Wenn die Russen nicht immer so naiv wären, dann würden sie den Amerikaner den Mittelfinger zeigen und weiterhin den Syriern helfen so wie sie es bis jetzt gemacht haben

    Denn eins sollte klar sein: Selbst wenn der Islamische Staat nen Abgang aus Syrien gemacht hat, gibts da noch immer Al-nusra und die Opposition welche weiterhin Unterstützung von Amerika bekommen wird um Syrien instabil zu halten bis Assad & Co. weg vom Fenster sind. Das wird ja wohl eben nicht im Interesse von Russland sein, wenn dieses sich schon stark für Assad engagiert

    1. so ist es, wenn ich russland wäre, würde ich alle beziehungen zu den amis abbrechen, denn die amis können nur lügen und betrügen, war nie anders, war schon bei den indianern so

  2. Putin, sei wachsam, wenn die angelsächsischen Ratten Verhandlungen wollen, ziehen diese die gutgläubigen russischen Menschen, die schon aus genetischer Veranlagung nicht so pervers denken können, wie diese Angelsachsen, über den Tisch. Nur ein konsequenter kompromißloser Kampf gegen das Verbrechertum in Syrien, welches von der gesamten NATO gestützt wird, kann siegreich sein und zukünftige Angriffe auf Russland verhindern.

    1. Genau meine Rede General

      Irgendwie wirken die Russen einfach zu naiv und zaghaft in diesem geostragischen Spiel. In Syrien erfolgreich auf Seiten von Assad intervenieren, aber danach einfach so nen Abgang machen wirds nicht spielen

  3. Russland sollte im Gegensatz zu den USA und deren elenden Vasallen bei seiner völkerrechts-konformen Linie bleiben und die USA besser auffordern, ihre völkerrechtswidrigen Bombardierungen von Wüstensand und Krankenhäusern einzustellen. bis sie von der legitimen Regierung Assad dazu eventuell aufgefordert werden.

  4. Die Amis haben das Ende der Fahnenstange erreicht und wissen das sehr genau. Eine Konfrontation mit Rußland können sie sich wirtschaftlich und auch militärisch nicht mehr erlauben und deshalb auch die Leisetreterei um mit der russischen Regierung Vereinbarungen zu treffen die keinen Gesichtsverlust beinhalten und sie einigermaßen in der Nahostfrage ohne Plessuren davon kommen. Wer auf diese Nation setzt, setzt mittlerweile auf`s falsche Pferd, denn mit Geld konnte man zwar viel bewegen, mit naiven Strategen kann man aber auch viel zerstören. Die Russen und die Chinesen sind derzeit auf internationalem Parkett politisch besser aufgestellt und viele Staaten sehen hier eher eine Zunkunft als in Staaten, die mittlerweile ihren Zenit längst überschritten haben.

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