Philologenverband: Niveau des Abiturs muss angehoben werden

Wie schlecht es um die Bildung unserer Kinder steht, zeigt der folgende Artikel auf. Nach Ansicht Meidingers, müsse das Niveau des Abiturs wieder angehoben werden, es muss einer schleichenden Absenkung der Anforderungen ein Ende gesetzt werden. In den Grundschulen ist der Englischunterricht so schlecht, sodass die Gymnasiallehrer praktisch bei Null wieder beginnen müssen. 

Von Redaktion/dts

Der Deutsche Philologenverband fordert die rasche Korrektur einer "gigantischen Fehlsteuerung im deutschen Bildungswesen": In einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" plädierte Verbandschef Heinz-Peter Meidinger dringend dafür, das Niveau des Abiturs wieder anzuheben. "Dass mehr als die Hälfte eines Jahrgangs die Reifeprüfung macht, war politisch gewollt und wurde mit einer schleichenden Absenkung der Anforderungen erkauft", kritisierte der Pädagoge, der 90.000 Gymnasiallehrer vertritt. Es gebe "eine Inflation guter Noten", denen oft keine realen Leistungssteigerungen zugrunde lägen.

Das Abitur sei als Königsweg propagiert worden, während alle anderen Abschlüsse abgewertet worden seien. "Zwar gibt es jetzt bis hin zu manchen Ministerpräsidenten das Eingeständnis, Fehler gemacht zu haben. Leider hat aber niemand den Mut zur grundsätzlichen Kurskorrektur", beklagte Meidinger. Dringend nötig sei, auch in der gymnasialen Oberstufe die Strukturen und Inhalte auf deutlich höherem Niveau anzugleichen. Bayern prüfe Mathematik und Deutsch im Abitur verbindlich und schriftlich. "In anderen Ländern kann man sich darum herummogeln und schlechte Resultate streichen lassen. Das kann so nicht weitergehen", warnte Meidinger.

Eine klare Absage erteilte er generellen Eingangstest an Hochschulen, mit denen diese die Studierfähigkeit von Abiturienten überprüfen. "Ich warne davor", sagte der Philologenchef. Solche Prüfungen machten das Bildungssystem nicht gerechter, weil sie Abiturienten aus bildungsnahen Elternhäusern begünstigten. Diese können sich oft besser präsentieren und bei Studienbeginn bereits von den Eltern teuer bezahlte Zusatzqualifikationen wie Auslandsaufenthalte vorweisen.

Die deutschen Gymnasiallehrer halten wenig von der Qualität des Englischunterrichts in Grundschulen: Die Ergebnisse des frühen Fremdsprachenunterrichts seien "sehr enttäuschend", sagte Heinz-Peter Meidinger . Nach wie vor sei unklar, worauf die Englischlehrkräfte an den Gymnasien aufbauen könnten. "Im Grunde genommen muss nochmals bei Null begonnen werden", kritisierte Meidinger und stellte der Kultusministerkonferenz "ein Armutszeugnis" aus.

Loading...

Die Minister sollten sich umgehend auf einheitliche Bildungsstandards für Englisch in Grundschulen einigen, die auch Grundkenntnisse im Wortschatz und der Grammatik festschreiben. Die Stundentafel der Grundschule müsse außerdem so ausgeweitet werden, dass das Frühenglisch nicht auf Kosten des wichtigen Deutschunterrichts gehe. "Und ganz wichtig: Englischunterricht an den Grundschulen soll ausschließlich durch dafür ausgebildete Lehrkräfte erfolgen", forderte Meidinger. Nötig seien Lehrkräfte, die das Fach schwerpunktmäßig an der Hochschule studiert hätten. Meidinger vertritt 90.000 Gymnasiallehrer in Deutschland.

Spread the love

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

11 Kommentare

  1. Die in den letzten Jahrzehnten angebotene reichlichere Eiweißnahrung muß die Jugendlichen extrem intellektuell veränderthaben. In den 60 er Jahren machten in Baden-Württemberg , schon damals mit Zentralabitur etwa 6 % der Jugendlichen Anbitur. Heute ist das ein Vielfaches, so dass die Gründe hiefür schon zu hinterfragen wären. Auch stellt sich die Frage, ob sich der Staat was gutes tut, diese Inflation an Bildungsabschlüssen zu gestatten. Oder gleich Abitur für alle!!

    1. Kann ich als gebürtiger Württemberger nur bestätigen und der Forderung zustimmen, denn was vor 40 Jahren noch ein halbwegs begabter Realschüler schaffte, ist heute auf dem Niveau eines norddeutschen Abiturienten und die Frage ist, hat der Schüler versagt oder das Schulwesen im allgemeinen. Die Anforderungen gehen von den Bildungsministerien aus und die haben im Zuge der sozialdemokratisierung alles daran gesetzt das Profil herabzusetzen, damit möglichst viele den Abschluß erreichen. Das war sicherlich menschlich gesehen durchaus nachvollziehbar, aber im Zuge des internationalen Wettbewerbes eher schädlich, denn wenn man das mit dem Sport vergleicht, dann sind laschere Trainingsmethoden noch nie förderlich für Höchstleistung und dem damit verbundenen Sieg gewesen. Geistige Höchstleistung muß anerzogen und gefördert werden, aber auch hier auf diesem Feld hat feiert die Gleichschaltung schon seit Jahrzehnten ihre Triumpfe, genauso wie auf anderen Ebenen, ganz im Sinne des sozialistischen Verständnisses.

  2. Was in den nächsten Jahren zu erwarten ist, wird durch die Agenda 2030 vorgegeben. Informativ dazu die Seiten der UNESCO u. deren deutschem Ableger.

    "…4. Sie begrüßt den in der Bildungsagenda angelegten Perspektivwechsel: Diese gilt für Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländer gleichermaßen. Deutschland ist in der Gestaltung seines Bildungswesens zukünftig ausdrücklich auch Adressat einer globalen UN-Bildungsagenda und nicht nur Geberland für die Umsetzung entwicklungspolitischer Bildungsziele in anderen Weltregionen…" Quelle:

    http://www.unesco.de/infothek/dokumente/resolutionen-duk/reshv75-bildung.html

    Mein Fazit: Es geht Richtung Dritte Welt.

    1. Sämtliche sog internationale Vorgabeistitutionen sind infiziert mit Hochgeborenen. Und dazu den deutschen Koonial-und Helotenstatus, das macht Deutschland rund!!

      1. Schwachsinn, kluge Kinder lernen Chinesisch. Das foerdert das geistige Denken. Guck dir die Sprache an, das ist die schwerste Sprache der Welt.

  3. Warum reiten die so auf Englischkenntnissen herum?

    Bildung besteht nicht nur aus Englischkönnen, aber darüber hinaus haben sie recht.

    Sie beklagen die institutionelle Einführung der Bildungskatastrophe, die, weil schon länger per "Bildungsreformen" betrieben, längst die Lehrköper, die Chefredaktionen und die Politik erreicht hat.

    Eine gute Bildung wird mehr und mehr zum Vorrecht von – teuren – Privatschulen.

  4. Es ist ja nicht nur das Abitur. Auch an den Berufsschulen wird das Niveau immer niedriger. Es gibt viele Politiker, die ein Absenken des Niveaus bei Ausbildungsinhalten vehement fordern. Es soll nicht mehr so viel Wert auf die Theorie gelegt werden. So sollen die Anforderungen in Mathematik auf ein absolut notwendiges Niveau gesenkt werden. Warum diese Forderung von der Politik kommt, brauche ich wohl hier nicht näher zu erläutern. Jeder von uns weiß, woher der Wind weht.

    Erhalten wir so die Facharbeiter, die von der Wirtschaft so sehnsüchtig gesucht werden. Ich kann mir das wirklich nicht vorstellen. Da wird von der Globalisierung geschwafelt und von den Herausforderrungen der Zukunft. Wir müssten zu einer Wissensgesellschaft werden. So hört man es in den Sonntagsreden unserer Politdarsteller.

    Das würde aber bedeuten, dass wir das Ausbildungsniveau heben müssten und nicht senken. Und wir müssten damit anfangen, nicht sämtliche Idioten dieses Planeten in unser Land zu lassen.

    In der Zeit, in der wir unsere Ressourcen damit verplempern, irgendwelchen Gestalten aus arabischen oder afrikanischen Länden auf das Niveau eines Drittklässlers zu puschen, schmeißt China in den Jahren 2012 bis 2015 über 40 Mio. Akademiker auf de Markt.

    Wenn man das weiß, dann weiß man auch genau, wo in Zukunft die Musik spielt.

    Mehr gibt es nicht zu sagen.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.