Österreich: Wenn ein „Grauer Wolf“ zu Gast beim Kanzler ist

Der Generalsekretär der "Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich" ist auch Vorstandsmitglied der nationalistischen "Türkischen Föderation" und war bei Bundeskanzler Christian Kern zu Gast.

Von Marco Maier

Während sich die oberösterreichische SPÖ mit der türkisch-nationalistischen MHP-Vorfeldorganisation "Avrasya" (Eurasien) fraternisiert (siehe Bericht hier), lud Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) mit Baki Uslu ebenfalls einen Vertreter des türkisch-nationalistischen Spektrums ins Bundeskanzleramt ein. Uslu ist Generalsekretär der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) und zudem auch Vorstandsmitglied der türkisch-nationalistischen "Türkischen Föderation -Österreich" (Avusturya Türk Federasyon).

Uslu hatte bis vor kurzem noch ein Profilbild auf Twitter, auf dem er mit dem "Wolfsgruß" der "Grauen Wölfe" posiert. Dieses wurde allerdings durch ein neutrales Profilbild ausgetauscht, nachdem Kritik daran laut wurde. Gegenüber der APA versuchte er zu relativieren. Es könne sein, dass er so abgebildet worden sei, sagte er. Es habe aber nichts mit Radikalismus zu tun. "Ich bin sicher nicht rechtsextrem", betonte Uslu und ergänzte: "Ich bin gegen Extremismus und gegen Radikalismus. Ich habe nie in meinem Leben damit zu tun gehabt." Und dieses als "Wolfsgruß" titulierte Zeichen mache man auch, "wenn man Freude hat". Allerdings zeigt sein Twitter-Profil weiterhin unzählige Retweets der MHP.

Dass Uslu jedoch doch enger mit der nationalistischen MHP als mit der AKP Erdogans verbunden ist, zeigt sein Statement im "Kurier", mit dem er sich am Donnerstag von den Pro-Erdogan-Demos abgrenzte: Man habe die Einladung der UETD, daran teilzunehmen, deshalb abgelehnt, "weil wir nicht türkische Politik in Österreich machen wollen". Wer mit der Demokratie hier unzufrieden sei, dürfe Österreich gern verlassen, sagte er der Tageszeitung weiter. Doch wirklich glaubwürdig ist das nicht, zumal die "Türkische Föderation" nicht nur nationalistisch und stark politisch ist, sondern sich zudem auch für ein großtürkisches Reich einsetzt.

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