Nahost: Russland übernimmt die Führungsrolle

Jahrzehntelang hat Washington die arabische Welt destabilisiert, radikale Kräfte gefördert und die Menschen dort nach Strich und Faden verarscht. Russlands Eingreifen in Syrien mischt die Karten neu.

Von Marco Maier

Wie schon Robert F. Kennedy treffend anmerkte, werden die Amerikaner in der arabischen Welt vielerorts gehasst, weil sie ihre eigenen Ideale zugunsten geopolitischer Ziele verraten haben – und damit auch die Menschen dort. Das von Henry Kissinger quasi zum Gesetz gemachte Prinzip, Israel unter allen Umständen und ohne Rücksicht auf dessen eigene Politik zu beschützen (selbst wenn Jerusalem einen Vernichtungsfeldzug gegen die Araber in der Region führt), ist ein zusätzlicher Punkt.

Doch der Syrien-Konflikt begann die Karten in der Region neu zu mischen. Während die Amerikaner gemeinsam mit den Regimes der arabischen Golfstaaten das Land dem islamistischen Terror überließ, nur um Präsident Assad zu stürzen, verfolgt Moskau die eherne politische Linie, keine von außen gesteuerten Staatsstreiche (mehr) zuzulassen. Das ist übrigens auch mit ein Grund dafür, warum sich Putin auf die Seite Erdogans geschlagen hat, der sich ebenfalls einem vom Ausland gesteuerten Putschversuch gegenübersah.

Der einerseits völkerrechtlich gedeckte Militäreinsatz in Syrien (Russland agiert dort im Gegensatz zur US-Militärkoalition auf Wunsch Assads) und die dabei gleichzeitig erkennbare Effizienz (welche die westlichen Luftangriffe vermissen lassen) führen zu einem großen Respekt gegenüber Russland im Nahen und Mittleren Osten. Vor allem jedoch zeigt Moskau den Menschen vor Ort: Wir respektieren das internationale Recht und sind hier, um euch vor den radikalen Islamisten zu schützen.

Wie ich schon in meinem kürzlich erschienenen Buch "Syrienkrieg – Der Fingerabdruck des Westens" (als eBook in unserem Webshop oder für den Kindle sowie als Taschenbuch bei Amazon erhältlich) deutlich machte, zeigt das russische Vorgehen nicht nur eine erstaunliche Effizienz, sondern auch eine Wertehaltung auf von der sich die USA und deren Verbündeten ruhig eine Scheibe abschneiden können.

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Mittelfristig ergibt sich aus den aktuellen Entwicklungen eine Situation, welche die Position der USA in der ganzen Region zugunsten jener Russlands massiv schwächen. Vor allem in der Bevölkerung vor Ort, aber auch bei immer mehr Regierungen erarbeitet sich Moskau ein äußerst positives Renommée. Etwas, was Washington dort schon längst verspielte. Die Führungsrolle im Nahen Osten wird nun von Russland übernommen. Und das völlig verdient.

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16 Kommentare

  1. guter artikel, meine volle zustimmung, im übrigen, wer so arrogant und aggressiv in der welt rumtaumelt wie die usa, hat auch keinen respekt verdient.  

  2. Nahost: Russland übernimmt die Führungsrolle

    ——-

    Gut so, wenn es sich denn nicht vor der imperialen Führungsmacht US-rael verbiegt und heimlich gemeinsame Sache macht.

    Immer nach dem Motto: Getrennt marschieren, vereint zuschlagen!

    1. Und genau das hört sich nicht ungefährlicher an. Denkt mal an den 3 Weltkrieg und wer ihn beginnen soll. Und jetzt betrachtet die Ereignisse. Weiß Gott, ich will die Amis verteufeln. Aber meine Gedanken geht schon weiter.

      Türkei raus aus dem Westen. Zumindest kommt das noch. Türkei biegt sich nach Russland. Syrien ist der Schlüsselpunkt im kommenden 3. Weltkrieg. Darum geht es. Was macht Israel?

      Was macht Saudi-Arabien? Und was macht der Rest der Länder im Nahen Osten. Das ist der Entscheidene Punkt. Wird es einen Scheinfrieden geben. So wie in Seher beschreiben. Oder was passiert. Hier sind große Veränderungen am Laufen

  3. "…Die Führungsrolle im Nahen Osten wird nun von Russland übernommen…"

    Mit der Führungsrolle wird sich Rußland übernommen haben. Und dann noch "mittelfristig". Mittelfristig ist Rußland tot. Es sei denn, kurzfristig darf die Weltwirtschaft wieder anspringen. Wer weiß, was die aktuellen Verwerfungen bewirken. Zuviel Optimismus wie im Artikel scheint aber unangebracht.

  4. Die Souveranität eines jedes Staates ist zu rspektieren. Jedes Staates –  ob Dermokratie oder Diktatur.

    Schau auf dein eigenes Volk und du wirst sehen wer du bist

  5. Eine klare und zutreffende Beurteilung. Mit verbrecherischen Methoden lässt sich keine große Zukunft gewinnen. Die Hoffnung heute heisst Russland. Wer hätte das gedacht?

  6. Der Artikel ist mir zu sehr Hochgesang auf das große tolle Russland. Die Klammern mit den Zusatzkommentaren nerven einfach nur. Russland hat seine eigenen Probleme und mischt kräftig in der Weltpolitik mit. Ob mit Korruption, Recht, Würde, Absprachen oder gemeinsamen Weltpolitischen Interessen scheint nach meiner persönlichen Meinung egal. Siehe gemeinsamen Krieg mit den USA in Syrien, plötzliches Interesse an Erdogan usw., und dieses ständige hinterherlaufen zum G 4-7-8-20 oder sonst was Treffen. Das Volk lebt größtenteils in Armut, hat wenig Perspektive und Gewalt gehört zur Tagesordnung. Die Wirtschafts- und Infrastruktur ist in vielen Gebieten unterentwickelt und wird es auch wohl bleiben. Putin ist nicht der fromme Hirte, sondern er ist ein cleverer Weltpolitiker.  Ja, ich weiß der Ami usw. ist der Böse – dem stimme ich auch zu. Aber dann auch noch im Artikel Werbung für ein eigenes Buch zu bringen, bringt mich auf die Gedanken lieber andere Nachrichten zu lesen. Schade, Contra war sehr lange Zeit mein guter Begleiter. Neutrale und Informative Nachrichten sehen anders aus.

    Ganz Neutral betrachtet – was bringt mir dieser Artikel? Weder neue Informationen, noch Interessante Schlagzeilen zum Weiterlesen. Stattdessen einseitige und persönliche Meinung. die zu keinem Zeitpunkt mit irgendeinem Fakt belegt ist und dann auch noch zusätzlich Eigenwerbung.

    Der Artikel ist Meinung und keine Nachricht. Das genau ist das Gefährliche in der Medienlandschaft. Verschwimmt es, ist es Mainstream. Sorry für die negative Kritik.

  7. Neue Weltordnung, Psychopathen und Okkultismus (Video)

    22. Juli 2016 aikos2309

    Das Thema der russischen und sogar sowjetischen Langzeitstrategie beschäftigt den Autor Tilman Knechtel. Für ihn existiert der kommunistische Masterplan der Sowjets angeblich auch heute noch.

    Der Plan der kommunistischen NWO-Weltregierung sei ein sowjetischer, der auch heute noch verfolgt wird. Und er bezieht sich dabei auf seriöse Quellen: Ex-KGBs und Autobiografien namhafter Eliten.

    Im Kern sei das Problem unserer Gesellschaft eine kleine Minderheit von Psychopathen, welche sich gut integrieren können und daher nicht erkannt werden. Doch sie empfinden keine Empathie und erleben mitfühlende Menschen fremdartig (Die Geschichte der „Neuen Weltordnung“).

    Er bezieht sich dabei auf den polnischen Psychologen Andrzej Lobaczewski, der in der Ponerologie die Forschung nach der „Wurzel des Bösen“ begründete. Nach diesem wird unsere Gesellschaft durch eine kleine geschickte Elite aus Psychopathen gelenkt, die den „Organismus Gesellschaft“ krank machen (Globalisten fordern offen eine Zentralisierung mittels einer Neuen Weltordnung).

  8. Russland ist derzeit die einzige Weltmacht die zumindest den Eindruck erweckt eine konstruktive und qualifizierte Ordnungspolitik betreiben zu wollen. Insbesondere im Nahen Osten hat der Westen völlig ausgespielt,  unversöhnlichen Hass gesät und in geschichtsträchtiger politischer Hahnebücherei das Hasspotential auch noch ins eigene Haus eingeladen. Neben dem Werteverlust in der von den Amerikanern diktierten Westpolitik  ist vor allem auch der erschreckende Dilettantismus der sich  zum Teil auch aus der Überheblichkeit (siehe EU-Westentaschenimperialisten) nährt hoch kriegsgefährlich. Russlands politische Rolle ist daher  im Artikel völlig realistisch dargestellt und sie ist derzeit so ziemlich die einzige Hoffnung den Weltfrieden erhalten zu können. Das ausschließlich Altruismus dahinter steht kann man realistischer Weise nicht erwarten.

  9. der fisch fängt vom kopf her an zu stinken, und bei den amis sind es die kriegstreiber und ihre think tanks.

    man kann sie schon am geruch erkennen.

  10. Soll das heissen,dass Erdogan eigentlich der Gute ist? Ich hab mich eben gewundert, denn vor dem Abschuss von S-24 wareb die Bezieh ngen top, es gab viele wirtschaftliche neuverträge in Höhe von 1Mld UsDollar. Eine Gas pipeline war gemeinsam geplant und noch dazu wollten beide Länder in eigenen Währungen handeln. Damit wäre der Dollar weiter unter Druck. Aber wenn das war ist alles, dass es Putschisten waren, dann wieso hat sich Erdogan so lange nicht entschuldigt bzw das geklart und nur geschwiegen?

  11. Wird ein neuer Wind wehen ?

    Kopp online: Ein Blick hinter die Kulissen des verzweifelten CIA Putsches in der Türkei.

    Hinter dem gescheiterten Putschversuch läuft eine noch viel dramatischere Geschichte ab.

    Der Putschversuch war eine Reaktion auf die dramatische geopolitische Kehrtwende, die Erdogan gerade vornimmt ( sehr interessanter Artikel, der ganz gelesen werden sollte ).

     

  12. Ohne Merkel, sollte Deutschland und Europa auch die Kehrwende machen, und die Freundschaft zu Russland wieder aufleben lassen.Alles andere ist Selbstmord, betrieben von der kriegstreibende USA,Nato, CIA …… 

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