Nach Brexit: Singhammer fordert mehr Deutsch in Brüssel

Mit dem Brexit kommt auch der Sprachenstreit in die EU zurück. Deutsch und Französisch sollten nicht mehr diskriminiert werden, so CSU-Politiker Singhammer. Die EU will den deutschen Sprachdienst mit dessen etwa 100 Übersetzern um 10 Prozent reduzieren.

Von Redaktion/dts

Die Entscheidung der Briten, die EU zu verlassen, hat den Sprachenstreit in Brüssel neu angefacht. "Wenn Großbritannien die EU verlässt, gibt es keinen Grund mehr, die deutsche oder französische Sprache als Verfahrenssprachen weiter zu diskriminieren", sagt der Vizepräsident des Deutschen Bundestags, Johannes Singhammer (CSU) dem "Spiegel". Pläne der EU-Kommission sehen nach Angaben Singhammers vor, den deutschen Sprachdienst mit seinen rund hundert Übersetzern um etwa 10 Prozent zu reduzieren.

Gleichzeitig stocke jedoch die Übersetzung wichtiger Gesetzestexte ins Deutsche. So seien die Vorschläge der Kommission zur Visaliberalisierung der Türkei erst mit vier- bis fünfwöchiger Verzögerung in deutscher Fassung beim Bundestag in Berlin eingetroffen; die Verordnungsvorschläge zur Neufassung der Dublin-Regeln sollen erst Ende Juli auf Deutsch vorliegen, obwohl sie seit Anfang Mai fertig sind. "Durch die ungewöhnlich lange Übersetzungsdauer werden die Beratungen im Bundestag erheblich erschwert", sagte der Parlamentsvizepräsident. Statt bei deutschen Übersetzern sollte die Kommission nun lieber in der englischen Übersetzungabteilung mit ihren 130 Mitarbeitern sparen.

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5 Kommentare

  1. Die EU ist bald tot, wird aufgeloest, kuemmert euch mal nicht mehr um die Amtssprache. Der Poebel wird Bruessel bald stuermen und euch den Krawattenorden verpassen, verdienterweise!

  2. So etwas von bescheiden. Deutsch soll in Brüssel forciert werden. Besser wäre doch bayrisch, da würde dann bald keiner mehr wissen was Sache ist und die EU löst sich auf. Das ist wieder mal so ein bayrischer Gassenhauer und die merken überhaupt nicht was die Bürger bewegt, alles andere als dieser aberwitzige Forderung,

  3. Dass die EU nicht den Menschen dienen soll beweist die Tatsache, dass man Angst hat, über erine gemeinseme einheitliche Verkehrssprache/Kunstsprache nachzudenken. Was soll zB der Unfug, dass ein paar Kiliometer um Preßburg 3 verschiedene unterschiedlichste Sprachen gesprochen werden, wo eine sprachliche Verständigung des Normalvolks null Chancen hat!

  4. Es ist ja klar, dass Englisch nach dem Ausscheiden Grossbritanniens nur noch eine Minderheitensprache in der EU ist. Allenfalls Irland mit etwa 5 Millionen Menschen spricht Englisch und das auch nur weil die irische Volkssprache Gaelisch, von den englischen Kolonisatoren fast ausgerottet wurde. Um 1800 sprachen noch die Hälfte der Iren Gaelisch, um 1900 nur noch 15%, heute trotz der Unabhängigkeit 1923 noch etwa 3%. In der Schule lernen die Kinder in Irland die frühere Muttersprache als Fremdsprache. Die Hauptsprachen in der EU sind Deutsch, mit über 90 Millionen Muttersprachler (80 Millionen Deutsche und 8,5 Millionen Österreischer) und Französisch (65 Millionen Franzosen und etwa 5 Millionen Wallonen, französischsprachige Belgier). Nach dem Weggang der 65 Millionen Briten, bleiben nur noch die 5 Millionen Iren und 1/2 Million Malteser als Englischsprachige übrig! Weniger als die Polen. die Tchechen oder die Balten.

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