Um die Auswirkungen des Brexits zu minimieren, will die britische Regierung die Körperschaftssteuer senken. Angesichts der bestehenden Haushaltsprobleme werden wohl die Bürger die Kompensation bezahlen müssen.

Von Marco Maier

Die Körperschaftssteuer in Großbritannien soll im Zuge des EU-Austritts deutlich reduziert werden. Dies kündigte Schatzkanzler George Osborne an. Aktuell beträgt sie 20 Prozent, künftig jedoch soll sie bei 15 Prozent oder niedriger liegen. So will die britische Regierung die Abwanderung von Unternehmen im Zuge des Brexits minimieren.

Faktisch kommt dies jedoch einer Bestrafung der Arbeitnehmerschaft durch die britische Regierung gleich, denn die schon 2015 angekündigten Sparmaßnahmen dürften damit noch intensiviert werden. Vor ziemlich genau einem Jahr kündigte Osborne nämlich an, die Staatsausgaben um 30 Milliarden Pfund reduzieren zu wollen, davon 12 Milliarden bei den Sozialausgaben. Nun kann man davon ausgehen, dass den Steuerkürzungen bei den Unternehmen weitere Ausgabensenkungen folgen werden, die wieder einmal die "kleinen Leute" treffen werden.

Die britischen Konservativen bleiben damit ihren Grundsätzen treu und verteilen weiterhin Steuergeschenke an die Konzerne, während die einfachen Bürger die negativen Auswirkungen direkt zu spüren bekommen. Die Senkung der Körperschaftssteuer wird nämlich nur bedingt dazu beitragen, dass Unternehmen im Land bleiben, dafür jedoch müssen einige Milliarden Pfund anderweitig aufgetrieben werden.

Übrigens in Irland liegen die Steuersätze noch niedriger als jene, die Großbritannien nach der Steuersenkung haben wird. Dennoch will die EU mit Strafzöllen antworten (Stichwort: Steuerwettbewerb) Man muss den Briten ja auch den Abschied so schwer wie möglich machen, damit man die ganze Bevölkerung – egal ob Brexit-Befürworter oder -Gegner – für das Votum abstrafen kann. Der einfache britische Arbeiter bekommt dafür dann eben den doppelten "Deckel": Einmal von der konservativen Regierung und dann nocheinmal von Brüssel.

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3 thoughts on “Großbritannien: Entlastung für Unternehmen – Bevölkerung zahlt die Zeche?”

  1. Ist das hier anders ?

    Müssen wir nicht auch, ob für oder gegen die EU mit MAUT u.s.w. für alles bezaheln?

    Müssen wir nicht auch seit Samstag die jenigen die Geld haben für ein E- Auto zu bezahlen eine Kaufprämie dazu geben ?

     

     

     

  2. Das der Nachteil, Steuerdumping bei Unternehmenssteuern. Dem durch bilateralen Abkommen bei kommen zu wollen ist so gut wie unmöglich. Die Briten werden also keine Unternehmen verlieren sondern im Gegenteil, es werden sich mehr ansiedeln. Das wird mehr Jobs schaffen und unterm Strich ein höheres Steueraufkommen generieren. Die EU muss dann handeln. Stehen die Briten nach dem Exit besser da als vorher werden sich auch andere aus der EU Verabschieden. Gehen die Franzosen oder die Italiener is direkt hängen im Schacht. Dann ist die EU in seiner jetzigen Form Geschichte.

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