Flüchtlinge: Der Gesinnungswandel von BDI-Präsident Grillo

BDI-Präsident Ulrich Grillo zeigte sich letztes Jahr noch erfreut über den massiven Zustrom von Menschen nach Deutschland. Inzwischen holen ihn die Realität und der OECD-Ausblick ein – und ein Gesinnungswandel folgt.

Von Marco Maier

Wer sich die Statements von BDI-Präsident Ulrich Grillo aus dem letzten Jahr bezüglich der Flüchtlingskrise so ansieht, wird dort fast nur positive Kommentare dazu finden. Von einer "Verpflichtung Deutschlands" zur Aufnahme dieser Menschen war die Rede und dass man den Bürgern doch die "Chancen der Zuwanderung" erklären müsse. Deutschland sei längst ein Einwanderungsland und dies müsse auch so bleiben. Seine Fata Morgana von einer "Welle gut ausgebildeter Flüchtlinge", die "auf die deutsche Wirtschaft zurollen" würden, nicht zu vergessen.

Aber gut, Grillo ist als BDI-Chef ein Repräsentant der politischen Interessen von rund 100.000 Unternehmen in Deutschland. Weiters propagiert der BDI, dass Deutschland aufgrund der demographischen Entwicklung bis zum Jahr 2020 ganze sieben Millionen (selbstverständlich möglichst billige) Arbeitskräfte fehlen würden. Angesichts der zunehmenden Digitalisierung und Automatisierung scheint das jedoch kaum Vorstellbar. Ein Beispiel gefällig? Im vergangenen Jahr wuchsen alleine die 500 größten Unternehmen in Deutschland um fünf Prozent, doch die Zahl der Beschäftigten zog lediglich um 3,1 Prozent an (siehe hier). Ein ähnliches Verhältnis dürfte auch beim Mittelstand vorherrschen.

Das heißt also: Wenn derzeit rund 39 Millionen Menschen in Deutschland unselbstständig beschäftigt sind und in den nächsten vier Jahren (abzüglich der demographischen Entwicklung) dann wohl nochmal so bis zu 6 Millionen neuer Jobs geschaffen werden sollen, dann müsste die deutsche Wirtschaft demnach um etwa 20-25 Prozent wachsen (tendenziell sogar mehr, da die Rationalisierung immer weiter voranschreitet). Doch eine gesamtwirtschaftliche Wirtschaftswachstumsrate von 5-6 Prozent pro Jahr durchzuhalten dürfte angesichts der widrigen Umstände schwerlich zu schaffen sein.

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Dementsprechend negativ zeigt sich auch der Wirtschaftsausblick für Deutschland 2016, den die OECD veröffentlichte und den Grillo bei einem Referat vor Spitzenmanagern in Wien präsentierte. Dort heißt es nämlich: "Die jüngsten OECD-Prognosen gehen davon aus, dass der kontinuierliche Rückgang der Arbeitslosenquote in Deutschland mit einer Stabilisierung in der 2. Jahreshälfte 2016 und im Jahr 2017 vorläufig zu Ende kommt. Der Arbeitsmarkteintritt von Flüchtlingen, die über das vergangene Jahr nach Deutschland gekommen sind ist dafür der wesentliche Faktor."

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Weiters sagt die OECD in dem Bericht: "Insgesamt wird Flüchtlingsmigration erst langsam auf dem Arbeitsmarkt sichtbar und viel hängt davon ab, wie schnell Asylanträge bearbeitet und in welchem Maße sie positiv entschieden werden. Nach Arbeitsmarkteintritt werden viele Flüchtlinge zunächst arbeitslos sein, bevor sie Beschäftigung finden. Wie schnell die Integration in den Arbeitsmarkt gelingt, hängt von Sprachförderung, Ausbildung und Anerkennung von bestehenden Qualifikationen ab." Angesichts der Tatsache, dass viele der Migranten die im Zuge der Flüchtlingskrise nach Deutschland kamen, faktisch keine brauchbare Ausbildung mit sich bringen, ist die zu erwartende Entwicklung jedoch schon jetzt prognostizierbar: Die Zahl der arbeitslos Gemeldeten wird dramatisch in die Höhe schießen.

Inzwischen sagt selbst Grillo, dass eine "schnelle Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt illusorisch" sei. Eine späte Einsicht, die nach den Jubelschreien im vergangenen Jahr nach Heuchelei klingt.

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15 Kommentare

  1. Die feudalokratie Deutschland..Politik..Kapital..Kirche.

    Alle in einen Sack und draufhauen.

    Der Muff von tausend Jahren..klebt ihnen an den Haaren.

    Leider werden diese Leute für ihre Taten nie Haftbar gemacht..so ist das in Feudalstaaten.

    1. Falsch^^

      Alle diese Figuren wird es schon bald nicht mehr geben. Und auch die Anderen nicht mehr. Lassen sie die Kirche mal im Dorf, wo sie sicher aufgehoben ist. Da finden sie übrigens auch jenige, die dem Wahnsinn entkommen, der jetzt in Fahrt kommt. Ich freu mich jedenfalls.

      1. Andreas..diese alte Zöpfe..wenn die abgeschnitten würden..ach was würde da wieder Luft an's Köpfchen kommen.

        Zu schön um wahr zu sein.

  2. Er ist Frackingbefürworter. Also soll er öffentlich wie er es von Mutter Erde verlangt vor den augen aller Interessierten rektal gefrackt werden. Mit den Originalchemikalien, mehreren hundertausendlitr Wasser und 5.000 bar Druck.

    Wenn er Geschäfte mit den Flüchtlingen machen möchte, ohne die Fluchtursachen einzuschränken, dann ist er gewissenlos. Widerlich.

    Wie wäre es mit einem weltweiten Handels- und Finanzboykott gegen die Kriegstreiber. Wie schnell könnten diese Kriege beendet sein, denn welches der Kriegstreiber kann noch ohne die Produktion der anderen Länder auskommen.

  3. Tja, bei den Eliten kommt entweder die Reallität NIE an oder sie reden sie solange schön – bis sie es nicht mehr vertuscht und verschwiegen werden kann.

    1. Angebot und Alternative ?

      Den Völkern missratener, missglückter Demokratien ergeht es so gut, wie den Juden unter Hitler, mit der Erleichterung, sich aussuchen zu dürfen, ob sie lieber nach Buchenwald, Dachau, Bergen-Belsen oder Auschwitz überführt-verführt werden wollen.

       

      Nichtwählen gilt nicht. Nichtwählen hilft nichts. Nichtwähler werden jedenfalls mit Berechnungsschlüssel einem Lager hinzugerechnet und zugeführt.

      Ungültig Wähler nehmen zwar von ihrem demokratischen Recht "Wahl" teil, bloß ist dieses Recht ohne Wirkung/Kraft. Denn niemand wird deshalb abgehwählt und der Einzug weiterer Diebe dadurch nicht verhindert. (Absicht? Recht ohne Kraft und Wirkung? Demokratisch?)

       

      Protestwählen abhilft auch nicht. Denn aus Protest gegen Auschwitz etwa Dachau wählen, wohin bringt das, außer abermals ins KZ?

       

      Soviel sich die Konzentrationslager untereinander damals für die entrechteten Juden unterschieden, unterscheiden sich in missratener, missglückter Demokratie heute dem entrechteten Volk die so genannten politischen Partei-Kandidaten.

      Es bedarf friedlicher demokratischer Regeländerungen.

  4. Mich interessiert nur noch eine Sache: Die Extremisten sollen abschlachten und zwar möglichst viel und möglichst auf brutalste Art und Weise. Wisst ihr warum? Weil ich viel schlimmer bin als ein Nazi oder Rassist b.z.w. eine sehr liberale Auslegung bezüglich des Tötens zum Selbsterhalt habe. Dumm gelaufen wahh? Gutmenschentum braucht wirklich keiner… 🙂

  5. Flüchtlingsströme nach Europa – eine US-Globalisierungsstrategie

    US-NATO ist weltweit größter Produzent von Flüchtlingen. 

    Und es sollte uns nicht wundern. Denn der US-amerikanische  Thomas P. M. Barnett, Professor am U.S. Naval War College und seit September 2001 Berater von Verteidigungsminister Rumsfeld, definiert in seinem vor ca. 12 Jahren erschienen Buch („The Pentagon’s New Map“) den ungehinderten Flüchtlingsstrom nach Europa als eine der vier Kernstrategien zur Globalisierung, zum Ausbau der US-Dominanz. 

    Nationale Grenzen sollen aufgelöst, Rassen vermischt, dadurch Werte und Religionen abgeschafft und der Weg zu einer globalen „Neuen Weltordnung“ (NWO) geebnet werden.

    Barnett zielt, „durch eine Vermischung der Rassen“ eine Bevölkerung zu schaffen, deren IQ bei 90 liegt – intelligent genug zum Arbeiten, einfältig genug, um keinen Widerstand zu leisten. Denn in den globalisierten europäischen Ländern – die Barnett „Kernländer“ bezeichnet – erhebe sich noch heftiger Widerstand. 

    Nach Barnett müssten „alle, die gegen die Vermischung von Rassen und Kulturen wettern“, mit allen Mitteln bekämpft“ … und „zum Schweigen gebracht werden“. „ … sollten sie Widerstand gegen die globale Weltordnung leisten, fordere ich: Tötet sie!«

    Das schimpft sich "Transatlantischer Bündnispartner". Solche Bündnisse und solche Partner gehörten vor die Türe Europas gesetzt. Gleichviel TTIP, CETA, etc. Denn senil ist die alte Dame Europa keineswegs.

    Das Buch darf nicht ins Deutsche übersetzt werden, aufgrund irgendeinem US-Erlass ?!
    Das Buch u.a. auf Amaz** in englisch erwerbbar.

    Gute Artikel dazu gibt es genügend im Netz. Zwei davon wäre hier:

    https://www.blaetter.de/sites/default/files/downloads/zurueck/zurueckgeblaettert_201305.pdf
     
    https://kulturstudio.wordpress.com/2014/02/09/der-letzte-akt-die-kriegserklarung-der-globalisierer-an-alle-volker-der-welt/

  6. Noch sind ja die BDI Mitglieder gar nicht betroffen. Jetzt muss erst mal der Zusatzbeitrag der Arbeitnehmer für die Krankenversicherung weg. Dummheit schützt nämlich vor höheren Kosten nicht. Die Mehrkosten bei den Krankenkassen, hervorgerufen durch den Schrei der Industrie nach mehr und billigen Arbeitnehmern, nur von den Arbeitnehmern durch Erhöhung der Zusatzbeiträge zu stemmen ist in höchstem Masse unmoralisch. Mal sehen ob sich die SPD wenigstens der Sache noch im Abstiegskampf annimmt oder ob der Arbeitnehmer hierzulande gar keine Lobby mehr hat.

  7. @Alex  "Merkel ist zu allem fähig"

    Ja, die "Dame" hat Deutschland abgeschafft, wir rasen gegen die Wand.

    Wer hat Kinder, Enkel?

    Wo ist die Zukunft dieser Generationen und der weiteren?

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