EZB-Geldschwemme: Kohle für Konzerne, KMU gehen leer aus

Die Ausweitung der EZB-Anleihenkäufe auf Unternehmensanleihen sorgt für eine günstige Refinanzierung der Konzerne. Kleine und Mittlere Unternehmen bleiben auf der Strecke. Draghi & Co subventionieren mit den Konzernen lediglich die Finanzeliten.

Von Marco Maier

Die Geldschwemme der Europäischen Zentralbank (EZB) dient nicht nur der Refinanzierung von Staatsschulden der Euro-Staaten, sondern seit einiger Zeit auch als willkommene Subventionierung der Konzerne. Dabei fließen die Zentralbank-Milliarden aber nicht nur zu den europäischen Konzernen (die aber ohnehin schon zu einem erheblichen Ausmaß außereuropäischen Aktionären gehören), sondern auch zu jenen multinationalen Unternehmen, die ihre Papiere in einem Euro-Land emittiert haben. Also beispielsweise Anheuser-Busch, Coca-Cola oder Nestlé.

Mit dem EZB-Geld jedoch wird die Subventionierung der Konzerne weiter vorangetrieben – oder darf man das vielleicht als "Kompensationsleistung" dafür sehen, dass nun die Steuerschlupflöcher in der EU sukzessive geschlossen werden (sollen), die bisher schon einen enormen Wettbewerbsvorteil für die Konzerne gegenüber den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) darstellten?

Immerhin sind es fast ausschließlich die großen Unternehmen, die auch Anleihen auf den Markt werfen um sich so günstiger zu refinanzieren als mit Bankkrediten. Für die KMU ist dies jedoch ein eher unrentables Unterfangen, zumal die relativ hohen Kosten bei kleineren Volumen die Sache deutlich teurer machen als es bei einem Kredit der Fall ist. Wenn dann doch einmal ein mittelständisches Unternehmen eine Anleihe emittiert, dann erfolgt dies normalerweise ohne eine teure Bewertung durch eine Ratingagentur, so dass dieses Unternehmen dann von der EZB angesichts der Regeln ohnehin kein Geld zu erwarten hat.

Es zeigt sich damit also wieder einmal, wie elitenbezogen die Eurokraten vorgehen und den ohnehin schon Reichen noch mehr Geld in den Allerwertesten blasen, während die kleinen und mittleren Unternehmen – wie so oft – durch die Finger schauen. Dabei sind es gerade die KMU, welche das Rückgrat der Wirtschaft darstellen und angesichts der oftmals auf den Inlandsmarkt ausgelegten Strukturen zumeist deutlich weniger für Schwankungen auf den Weltmärkten anfällig sind als die Megakonzerne.

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Ein Kommentar

  1. Außer leeren Worthülsen: ' Wir sind bereit, gewillt und fähig, zu handeln oder 'whatever it takes' ist von diesem Pleitier Mario Draghi auch nicht mehr zu erwarten, der nicht erkannt hat, daß eine EUROsions-Währung, bzw. ihre Träger die Banken, die laufend von der Wirtschaft gerettet werden muß und nicht umgekehrt, keinen Schuß Pulver mehr wert ist. So fragt man sich nur noch, wer eigentlich in den Finanzvorständen der Großkonzerne sitzt, die offensichtlich nicht erkennen wollen, daß man bei der EZB einer Spielbank aufgesessen ist, die mit FIAT-Geldern Pleitebanken von Pleitestaaten von einer Pleite EZB gerettet werden sollen, die, wenn die Blase platzt, selbst mit in den Untergang gerissen werden, zumal das alles schon einmal mit der Lat. Münzunion durchexerziert wurde.

     

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