Skyline von London.

Mit dem endgültigen Austritt Großbritanniens aus der EU fallen die EU-Bürger die im Vereinigten Königreich leben auch um ihr Aufenthaltsrecht um. Ebenso die Briten auf dem Kontinent. Nun wird gefeilscht.

Von Marco Maier

Die Wortmeldungen der britischen Politiker, was die rund drei Millionen EU-Bürger betrifft, die im Vereinigten Königreich leben, sprechen eine klare Sprache: Wenn ihr uns versucht zu erpressen, haben wir ein Faustpfand in unserer Hand. Denn für London sind die rund 3 Millionen EU-Bürger die in Großbritannien leben auch eine Verhandlungsmasse – so wie die rund 1,2 Millionen Briten, die in den anderen EU-Ländern leben für Brüssel auch.

Kein Wunder also, dass die britische Regierung derzeit "nicht garantieren" will, dass die Einwohner mit EU-Pässen weiterhin im Land bleiben und arbeiten dürfen. Zudem will man so auch den weiteren Zustrom von EU-Bürgern – vor allem aus Süd- und Osteuropa – möglichst gering halten. Vor allem jedoch geht es hierbei um eine praktikable Lösung, die den Briten ihre Souveränität zurückgibt, ohne jedoch von Brüssel dafür massiv abgestraft zu werden.

Doch auch in Brüssel weiß man, dass London wohl kaum eine "Massendeportation" von drei Millionen EU-Bürgern umsetzen wird und es vor allem einfach nur ein Ass im Pokerspiel ist, welches die Briten zücken. Genauso wie die britischen Bürger in der EU selbst ein solches Verhandlungs-Ass darstellen. Wie es aussieht, werden beide Seiten wohl noch versuchen, möglichst viele solcher argumentativer Punkte für die Verhandlungen zu sammeln, um es dem jeweiligen "Gegner" möglichst schwer zu machen.

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Stellen "die Europäer" diesen Schachzug gerne als "Erpressungsstrategie" dar, so ist die britische Reaktion darauf lediglich ein Versuch, von der wirtschaftlich und politisch ungleich mächtigeren EU nicht völlig übervorteilt zu werden. Im Endeffekt also ein nachvollziehbarer politischer Standpunkt auf die Erpressungsversuche Brüssels, welches den Briten den EU-Austritt so schwer wie möglich machen möchte.

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1 KOMMENTAR

  1. Was meiner persönlichen MEINUNG nach viel interessanter ist, ist folgendes:
    Was in all diesen Diskussionen vergessen wird ist – was das wirkliche Faustpfand ist !

    Nicht die EU-Leute in London – auch nicht die Londoner / Engländer in der EU –
    sondern die ganzen Superreichen in der EU, die Ihre ganzen Gelder in den Britischen Steueroasen gelagert haben – denn deren Summe ist weit höher, als die Gelder, die die Londoner in der EU mit sich führen oder dort gelagert haben.

    Denn auch wenn GB (speziell London), längst von einigen ihrer Steueroasen die Daten mit den EU-Finanzämtern teilt, haben diese immer noch die Hoheit in diesen Kolonien, um dortige Geldparker ganz schnell und ohne großen Aufwand in arge Bedrängnis zu bringen – und das würde die EU (besonders D / FR / NL) weit härter treffen, genauso wenn EU-Leute nicht mehr in der City-of-London ihre Bankgeschäfte betreiben könnten / ihre dortigen Niederlassungen teuer versteuern müssten oder sogar abbauen / schliessen müssten (was für einige Geldhäuser in der EU ganz schnell den finanziellen Tod bedeuten würde).
    Wir sehen – nicht das was einem geboten wird, muß das sein, was realer Fakt ist. Und somit wird das eigentliche Spiel, um welches Faustpfand denn man gerne ringen will, noch recht interessant werden. Besonders, wenn die ganzen nicht abgeglichenen Steueroasen, ihre ganzen Gelder global verschieben werden, um sich diesem Desaster / Fremdwillens-Einfluß, zu entziehen, aus blanker Angst.

    Danke fürs Lesen und mit freundlichen Grüssen verbleibend,

    Dipl.Ing.Ing.  Bernd Letz  (2016)

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