Nachdem kürzlich die Zwei-Kind-Politik beschlossen und die demographischen Entwicklungen in einem ersten Schritt angegangen wurden, vollzieht sich schrittweise ein Wandel in der Bevölkerungspolitik.

Von Marco Maier

China hat ein großes demographisches Problem: Infolge der lange praktizierten Ein-Kind-Politik droht dem Reich der Mitte nicht nur eine rasche Überalterung der Gesellschaft, sondern durch die Bevorzugung von Jungen gegenüber den Mädchen und der gezielten Abtreibung weiblicher Föten leidet auch das Geschlechterverhältnis. Bei den Neugeborenen kamen im Jahr 2010 auf 100 Mädchen ganze 114,6 Jungen. Bei den Chinesen bis 19 Jahren herrschte im Jahr 2010 gar ein Überschuss von 22,1 Millionen Jungen. Dies wirkt sich natürlich auch dementsprechend negativ auf die Gesellschaft aus.

Ersteres führte dazu, dass die regierende Kommunistische Partei Chinas erst kürzlich zu einer Zwei-Kind-Politik überging, Zweiteres die Heirat von Chinesinnen mit Ausländern zu verbieten und dazu noch Werbekampagnen für die Akzeptanz von Töchtern zu starten. Doch selbst chinesische Experten sehen einen Kulturwandel auf China zukommen: Mehrkindfamilien würden schon in ein paar Jahren häufiger anzutreffen sein. Der Umstand, dass solche Meldungen in den staatsnahen Medien publiziert werden, zeigt natürlich auch auf, dass man das demographische Problem durchaus ernst nimmt.

Für die Führung in Peking wird es eine große Herausforderung sein, auf den gesellschaftlichen Wandel zu reagieren. Waren im Jahr 2014 mit 137 Millionen Personen noch etwa 10,1 Prozent der Bevölkerung über 65 Jahre alt, so wird diese Zahl bereits im Jahr 2020 auf 400 Millionen ansteigen und dann rund 30 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Der Vorteil Chinas bei der Bewältigung dieser Probleme liegt wohl auch darin, dass Pekings starke Hand hier mehr Eingriffsmöglichkeiten hat.

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4 thoughts on “China will Demographieprobleme lösen”

  1. Wo ist da das Problem. Die Chinesen sind seit 2006 bis heute um 100 Mill. angewachsen. Damals hatten sie 1,3 Milliarden, jetzt sind es knapp 1,4 Milliarden. Wo wollen die denn hin? Die Welt müßte, um auf Dauer zu überleben, eher weniger Menschen aufweisen, aber das Gegenteil ist der Fall. In hundert Jahren haben wir ungefähr 20 Millarden Menschen auf dieser Erde. Da wird alles knapp und die Agressionen nehmen zu. Keine guten Aussichten und da meinen die selbsternannten Experten, daß man ja alles regeln könne. Viel Spaß dabei und schade, daß man mit dem irdischen Bewußtsein im Himmmel oder auch in der Hölle das ganze anstehende Debakel nicht mehr weiterverfolgen kann. Eines ist auf jedenfall sicher: Auf die Politik kann man sich verlassen, bis über den Tod hinaus.

    1. Japan wirbt derzeit tausende Filipinos an, um so den Arbeitskräftemangel zu decken. Für japanische Verhältnisse zahlen sie zwar vergleichsweise schlecht, doch die umgerechnet um die 1.200-1.500 Euro pro Monat sind für die Filipinos ein Haufen Geld, zumal sie z.B. in den arabischen Ländern, in Hongkong oder Taiwan gerade mal maximal ein Drittel davon bekommen.

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