In Brasilien hat die weltweite Finanzkrise das Volk aus seinem Samba-Rhythmus gebracht. Auch wenn der landesweite Protest einen Hauch von Karneval hat und so mancher Demonstrant Politik mit Fußball verwechselt, so haben die Menschen auf der Straße gute Gründe für ihren Protest. Doch was die Politiker in Brasilia daraus gemacht haben, war nicht im Sinne der Menschen. Die von Lula da Silva teilweise entmachteten Eliten haben mit Unterstützung der US-Rohstofflobby eine Konterrevolution gestartet. Es ist ein epischer Kampf in dem Riesenland zwischen Links und Rechts!

Von Rui Filipe Gutschmidt

Jedes Raubtier hat ein Jagdrevier. So wie der Mensch, so haben auch die von Menschen geschaffenen Gebilde, wie Staaten, Bündnisse oder Armeen, etwas von der Persönlichkeit ihrer Erschaffer. Die Vereinigten Staaten von Amerika haben sehr viel von einem Raubtier. Der Weißkopfseeadler ist das Wappentier der Weltmacht, die sich auf alles stürzt was fressbar ist. In dieser Analogie ist Brasilien wohl ein besonders fetter Lachs und Venezuela wurde schon mal zum Nest gebracht, für die lieben Kleinen…

Traditionell haben die USA Interessen an den enormen Rohstoffreserven des gesamten amerikanischen Kontinents und diese schier unendlichen Ressourcen haben die Unternehmen von Onkel Sam auf die Jagd nach fetter Beute natürlich auch nach Brasilien gebracht. Schließlich gilt für die US-Wirtschaftsbosse noch immer die Monroe-Doktrin von 1823 und ihre angelsächsischen Brüder an der Londoner Börse haben immer noch Außenminister Cannings (1822-1827) Spruch klar im Hinterkopf: „Ich erschuf die Neue Welt, um das Gleichgewicht wieder herzustellen.“ So ist klar wie lange in Lateinamerika schon der Einfluss der Großkapitalisten wirksam ist.

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Seit der Unabhängigkeit von Spanien und Portugal gerieten die neuen Republiken in die Abhängigkeit der Neokolonialisten. Der „Dollarimperialismus“ war geboren und bis heute besteht er – genau wie der Anspruch der USA auf den gesamten Kontinent – noch immer. Die Gringos hatten „ihren“ Kontinent lange Zeit im Griff, auch wenn sie dazu mit äußerst brutalen Diktatoren zusammenarbeiten mussten und deswegen häufig in der heimischen Presse in Kritik gerieten. Es dauerte zwar einige Zeit, doch der Sozialismus sollte dann schließlich auch in der neuen Welt Fuß fassen.

Kuba ist natürlich ein Musterbeispiel, aber leider auch eines für die Skrupellosigkeit der USA. Nicaragua und El Salvador, Honduras und Panama, sind nur ein paar Beispiele für eine Interventionspolitik die mit dem Kalten Krieg an Intensität zunahm und bis zum Mauerfall kaum einen Linksruck zuließ. Nach dem Mauerfall dachten die Yankees, dass ihnen die Welt zu Füßen liegen würde. Als sie damit beschäftigt waren den Diktatoren in der arabischen Welt das Öl zu klauen, knöpfte sich das Volk in Südamerika seine Diktatoren vor und brachte sie zu Fall. In Brasilien übernahm, nach anfänglicher Anpassungs-phase an die Demokratie, Lula da Silva mit seiner Arbeiterpartei (PT) die Präsidentschaft. Damit hatte Brasilien einen Linkskurs eingeschlagen, der dem Establishment des Landes und ihren Verbündeten in Washington gar nicht gefiel.  

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Lula da Silva war zwischen 2003 und 2010 Präsident. In dieser Zeit konnte Brasiliens Regierung die Armut im Land verringern und bis zu 40 Millionen Menschen aus der extremen Armut holen. Staatliche Programme, wie die „Bolsa Familia“ und „Minha casa, minha vida“ waren mehr als einfach nur Geld an potentielle Wähler zu verschenken. Selbst wenn es nur das wäre, würde das Geld bei den Armen besser aufgehoben sein, als auf den Offshorekonten der korrupten Eliten des Landes, die vor der Regierungszeit der PT einen Feudalherrenstatus hatten und diesen auch zur Schau stellten. Inzwischen ist das nicht mehr so, weil immer öfter gefragt wird, wo sie ihren Reichtum denn her haben.

Dilma Rousseff ist die Nachfolgerin Lulas und wurde von ihm persönlich ausgewählt. Gewählt wurde sie aber vom Volk und zwar gleich zweimal. Klar, dass alle die auf Kosten der allgemeinen Armut die Löhne niedrig und die Rechte der Arbeiter gering halten wollen, diese Sozialpolitik des PT nicht gut heißen konnten. Ganz im US-Stil wird jede Sozialpolitik als kommunistisch bezeichnet und das Wort Sozialismus ist für viele ein Schimpfwort. Andererseits haben diese Menschen auch kein Problem damit, nach dem Militär zu rufen, „um diesen Schweinestall aufzuräumen“. Doch in Brasilien hat man aus der Animal Farm eine Telenovela gemacht. Denn wenn es wahr ist, dass sich in die seit 1. Januar 2003 regierende PT die Korruption breit gemacht hat, darf man nicht vergessen wie stark diese Unsitte in allen Parteien präsent ist. Der Unterschied ist in der Politik zu suchen, die von der einen Seite für 5 und vom PT für 95 Prozent der Bevölkerung gemacht wurde…

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6 KOMMENTARE

  1. Die irre Philosophie der US-Phantasten besteht darauf, möglichst große Unterschiede zwischen den Menschen zu schaffen,um die Gesellschaft anzutreiben. Skrupel oder Moral spielen da keine Rolle und schon garnicht die eigene geistiger Armut oder die richtige.

  2. Die Mainstreammedien haben sehr viele Möglichkeiten der Manipulation. Der Brexit ist eine von vielen Beweisen, dass die Mainstreammedien GLEICHGESCHALTET sind, sie sind eine riesige Gehirnwäsche- und Manipulationsmaschine.
    Die Mainstreammedien sind in wichtigen Dingen manipuliert bzw. gesteuert, das ist nicht wirklich schwer zu machen, es gibt 3 große Nachrichtenagenturen (AP, AFP, Thomson-Reuters, https://swisspropaganda.wordpress.com/der-propaganda-multiplikator/), die ein eigenes Korrespondentennetz haben, der Rest schreibt ab. Die meisten Nachrichtenagenturen sind im Besitz der Medienkonzerne, es gibt also so eine ähnliche Struktur wie bei den Banken und den Ratingagenturen.
    In Deutschland gibt es 5 Medienkonzerne, die ca. 80 Prozent des Marktes abdecken.
    Sie brauchen also nur die 5 Chefredakteure bzw. Herausgeber „auf Linie“ bringen, dann haben sie hunderte Zeitungen, Zeitschriften, Online-Medien und Fernsehstationen im Griff. So einfach ist das.
    Medien sind eine gigantische Gehirnwäsche- bzw. Manipulationsmaschine, die im Schnitt zwischen 3 und 4 Stunden pro Tag die Köpfe der Menschen mit ausgefeilten, psychologisch raffinierten Methoden „bearbeitet“ und das 365 Tage im Jahr. Da müssen sie erst einmal etwas entgegensetzen, denn einmalige Aktionen helfen wenig. Da geschätzte 95 Prozent der Bevölkerung das Ausmass der Gesteuertheit nicht kennen, sind sie dieser Maschine fast hilflos ausgeliefert, denn nachdem ca. 88 Prozent der Deutschen (Parteien, die den Kurs von Frau M. im Wesentlichen unterstützen) immer noch dieser Regierung das Vertrauen aussprechen, haben es mindestens soviele Leute noch nicht kapiert, was hier läuft.

    Nur wenn man diese Gehirnwäsche unterbricht, hat man eine Chance.
    Schafft eigene unabhängige, hochwertige und objektive Mainstreammedien.

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