Barroso & Goldman Sachs – Ein Symptom der verkommenen Politik

Der Wechsel von Ex-EU-Kommissionschef Barroso zu Goldman Sachs zeigt nur wieder einmal die enorme Verfilzung von Konzernen und Politik auf, welche die EU zu dem Moloch für Bonzen und Lobbyisten macht, der zurecht immer stärker abgelehnt wird.

Von Marco Maier

Zuerst schiebt man drittklassige Politiker nach Brüssel ab, dann machen diese mit ihren Entscheidungen lauter Bewerbungsschreiben für die Zeit nach der politischen Karriere, wie "Mr. Dax", Dirk Müller es treffend ausdrückt. Und wenn ein solcher Job schon nicht mitten in der Amtszeit in Aussicht gestellt wurde, dürfte ein solcher bei vielen dieser Politiker so ziemlich dann angeboten werden, wenn sich deren politische Karriere dem Ende zuneigt.

Wenn der Ex-Kommunist José Manuel Barroso nun bei Goldman Sachs landet, dann ist das gewiss kein Zufall. Obwohl der Portugiese während seiner Zeit als EU-Kommissionschef im Jahr 2011 wegen deren Verhaltens in der Eurokrise massiv gegen Finanzmärkte, Ökonomen und die europäischen Regierungen austeilte und noch 2010 weitere Regulierungen der Finanzmärkte anstrebte, "darf" er nun für einen der wichtigsten Player der Finanzwelt arbeiten? Man kann davon ausgehen, dass er und seine Kommissare während ihrer Amtszeit genügend Schlupflöcher für die Finanzindustrie schufen, um so ein paar Bonuspunkte für die spätere berufliche Karriere in der Privatwirtschaft zu sammeln.

Hier zeigt sich eine enorme Schwachstelle des politischen Systems der EU, indem nicht nur Lobbyistenhorden in Brüssel ein- und ausgehen wie Angestellte und dort sogar ganze Gesetzespakete – nach ihrem Gusto, verständlich – abliefern, sondern die hochrangigen EU-Bonzen ihre Arbeit nicht danach ausrichten, was gut für die Menschen in Europa ist. Wenn politische Entscheidungen auf dieser Ebene nach jenen Grundsätzen fallen, wonach man sich für künftige gut dotierte Jobs in der Privatwirtschaft "bewerben" will, dann läuft etwas komplett falsch.

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Genau gegen "dieses Europa" haben sich auch viele Briten ausgesprochen, als sie für den Brexit stimmten. Und genau gegen eine solche EU sind auch viele andere Menschen zwischen Atlantik und Schwarzem Meer und zwischen dem nördlichen Eismeer und dem Mittelmeer. Ein EU-Europa, welches nur den Bonzen und den Konzernen dient und nicht den Millionen von Menschen, die dort leben. Barrosos Gang zu Goldman Sachs mag zwar nur ein kleiner weiterer Sargnagel für diese EU sein, trotzdem ist er einer.

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10 Kommentare

  1. Es wird Zeit diesem Pack das Handwerk zulegen.Keine Gelder mehr für Bankenrettungen.Das System muss fallen um für Menschen wieder etwas positives zu schaffen.Die Derivate und Swops gehören verboten und dies ohne je wieder eingeführt werden zu dürfen.Der Fianz-Faschismus muss vernichtet werden und dies ohne Mitleid und falscher freundschaft.

  2. Die EZB wurde von GoldmanSachs gegründet, da verwundert es nicht, dass deren Funktionäre und Direktoren in der EZB landen, s. Draghi, der ja ebenfalls von GoldmanSachs kommen soll.

    Im Grunde ist die EZB für Europa, was die FED für Amerika ist, eine Privatbank, die Staaten buntes Papier gegen Zinsen verleiht, die in Realwerten und Lebenszeit abgezahlt werden müssen. 

  3. Das dürfte keine "Schwachstelle" sein, sondern vorsätzlich so konstruiert. Hinzu kommt die völlig fehlende, skrupellose Moral der Politdarsteller.

    Auf jeden Fall zeigt auch dieses Beispiel, vor kurzem ist die NATO(D)-Violine Rasmussen den gleichen Weg gegangen (wie so viele vor ihm), wer hier mit die Fäden in der Hand hält und die Pupppen nach Belieben tanzen läßt. Der "Souverän" einer "Demoktaie" ist es offensichtlich nicht.

     Geld regiert die Welt und wie Lloyd Blankfein, CEO von GS, bekanntlich anmerkte, tut er nur Gottes Werk. somit kann daran nichst verkehrt sein 😉

    1. Es sind die globalen Geldverleiher (die echten Turbokapitalisten) die weltpolitisch die Puppen tanzen lassen. Ihnen wurde jahrelang durch die Schuldenpolitik der Altparteien in die Hände gespielt! Der Vorteil der von ihnen betriebenen Ausgrenzungspolitik gegen Andersgesinnte besteht darin, daß die Verantwortlichkeiten klar den Altparteien zuzuordnen sind.

  4. Man findet Barroso auch in der "Neuen Universitätsstiftung Freiburg". Dort sind auch Dr. Wolfgang Schäuble, Finanzminister. Prof. Dr. Andreas Voßkuhle. Präsident des Bundesverfassungsgerichtes.
    Prof. Dr. Roman Herzog, ehemaliger Bundespräsident.

    Die Zusammensetzung ist wohl kaum ein Zufall. Die Position des Dr. Schäuble, Finanzminister, dürfte bekannt sein. Und nachdem die Klage von Prof. Schachtschneider gegen die "Flüchtlingspolitik" dieser Bundesregierung – ohne Begründung – abgewiesen wurde, kann man wohl die Position, des Herrn Prof. Dr. Voßkuhle, erraten. Die Position des Herrn Barroso wohl unschwer zu erraten ist. https://geopolitiker.wordpress.com/2010/05/24/deutsche-bank-eu-barroso-und-die-rettung-der-milliarden-der-griechischen-mafia-um-spiro-latsis/

    Und besonders Delikat:

    http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Der-reiche-Grieche-vom-Genfersee/story/12013534

    So schnell haftet EUROEuropa für 12 Milliarden griechischer Staatsanleihen

    https://www.youtube.com/watch?v=0ZfUKwJbxrE

  5. manuel barroso und sein komplize paulo portas haben sich von der deutschen waffenlobby mit millionen bestechen lassen ( kauf von u boote ) für portugal. gangster aus dem bielderbuch.

  6. Daher Rückführung in die Überschaubarkeit der Nationalstaaten die noch eher eine Chance bietet diese Verwerfungen in den Griff zu bekommen. Allerdings darf man sich natürlich über die derzeitige Politclique in den Nationalstaaten in Sachen Verrätertum und Korruption auch keine Illusionen machen. Viele ausrangierte Politiker bekommen gutdotierte  "Pöstchen" in den USA.

  7. Bei dem World Economic Forum würde im Logo der Strich nun so zusammengefügt, daß aus jedem ersten O im Wort eine sechs wurde.

    666, was sagt uns das?

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