Atommüll: Eon-Chef rechnet mit sehr langer Endlager-Suche

Eon betreibt nach wie vor drei Atomkraftwerke. Dessen Chef rechnet damit, dass die Endlager-Suche für radioaktiven Müll lange Zeit dauern wird. Die Kosten für die Endlagerung gehen in die Milliarden.

Von Redaktion/dts

Eon-Chef Johannes Teyssen rechnet in Deutschland mit einer sehr langen Suche nach einem Endlager für den radioaktiven Müll aus den Kernkraftwerken. "Ich könnte mir vorstellen, dass Deutschland ein besonders komplexes Verfahren bei der Standortsuche wählen wird und nicht einfach ein geeignetes Endlager sucht, sondern das beste – wonach man entsprechend länger suchen müsste", sagte er der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung. Ratschläge zur Standortsuche will er der Politik aber nicht erteilen.

"Da halte ich mich raus. Die Verantwortung dafür liegt ja ohnehin seit eh und je beim Staat – weil er das selbst so wollte." Eon betreibt noch drei Kernkraftwerke, die bis 2022 abgeschaltet werden. Teyssen strebt eine rasche Einigung mit der Bundesregierung über die Finanzierung der Entsorgung an. Die Regierungskommission hatte vorgeschlagen, zu den bereits getätigten Rückstellungen einen Risikozuschlag von sechs Milliarden Euro von den Atomkonzernen zu kassieren. Im Gegenzug würde der Staat alle Risiken für möglicherweise doch höhere Kosten der Endlagerung zu übernehmen. "Wir sind grundsätzlich bereit, das Angebot der Kommission anzunehmen", sagte Teyssen der WAZ, über die Möglichkeit, den Zuschlag noch zu verringern, mache er sich "keine Illusionen". Denn: "Dass jetzt die Kanzlerin sagt, sechs sei eine komische Zahl, nehmen wir lieber vier Milliarden, halte ich für ausgeschlossen."

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3 Kommentare

  1. Tolle Aussichten! Da kommt mal wieder das ganze Elend zutage. Die produzieren mit Genehmigung der Regierenden seit Jahrzehnten Atommüll und wissen noch nicht einmal, wie und wo sie einigermaßen sicher endlagern können. Umsomehr sind sie bemüht, die Bevölkerung von den gefährlichen Plastiktüten zu befreien. Welch ein Wahnsinn, verursacht durch die Deppen, die sich hie und da mal im Reichstagsgebäude treffen um dann der Bevölkerung zu erklären wie gut sie sind.

  2. Das Beste wäre, wir schüfen eine Extra-Behörde

    Tausende Mitarbeiter, Unter- und Oberabteilungsleiter, ein paar Bonzenchefs, Portiers, Sekretärinnen, Pressesprechern, Hausjuristen, Dienstwagen, mit eigenem Etat und natürlich mit externer Beratung.

    Und die natürlich alle per Charter durch die Welt reisen müssen, um mit andern, gleichartigen Behörgen wichtige Gespräche zu führen

    Davon bekommen wir zwar auch kein Endlager, dafür aber jede Menge frischer Schmarotzer, die geehrt und gefüttert werden müssen.

    Und wählen tun die dann auch die Richtigen, logisch.

     

  3. "Ich könnte mir vorstellen, dass D ein besonders komplexes (Anm.: und kostenintensives) Verfahren bei der Standortsuche wählen wird…"  –  Da kannst Du einen darauf lassen werter Teyssen und Eure Lobbyisten werden diese "komplexe Suche" noch komplizieren und der Merkel eine Laufzeitverlängerung "einhauchen". Wäre ja auch dumm, wenn jemand zu früh nach Euren "Rücklagen" fragen, diese sogar einfordern würde. Derweil könnte man den Atommüll doch in EU hin und her karren, was eine Menge Leute beschäftigt.

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