Wer türkische Parallelgesellschaften sät, wird Erdogans Einfluss ernten

Jahrzehntelang wurde die Zuwanderung von Menschen aus der Türkei gefördert. Nun wundert man sich über den Einfluss, den Präsident Erdogan in Deutschland ausüben kann, zumal sich der stets latent vorhandene türkische Nationalismus in der Fremde oftmals noch verstärkt.

Von Marco Maier

Rund drei Millionen Menschen in Deutschland haben ihre Wurzeln (auch) in der Türkei. Zwar ist ein Teil davon (schätzungsweise rund eine halbe Million) kurdischer Abstammung, doch auch dort gibt es unterschiedliche politische Ansichten, wobei die Zahl der Anhänger und Sympathisanten der verbotenen Terrororganisation PKK wohl bei vielleicht rund 5 bis 10 Prozent liegt. Wichtiger jedoch in Sachen Parallelgesellschaft ist der Umstand, dass sich diese Menschen in erster Linie über ihre Ethnie definieren, wodurch sich immer wieder Konfliktpotential ergibt.

Wie polarisierend die Lage ist, zeigt das Wahlergebnis der türkischen Parlamentswahl von November 2015, wo die AKP Erdogans bei den Türken in Deutschland 59,7 Prozent (ingesamt 49,5 Prozent) erhielt, während die pro-kurdische HDP (welche als mit der PKK verbunden gilt) in der Bundesrepublik 15,9 Prozent der Stimmen erhielt – und insgesamt nur knapp 11 Prozent. Letzteres ist auch auf die stark vertretene kurdische Diaspora zurückzuführen, die unter anderem auch auf in der Türkei politisch Verfolgte zurückgeführt werden kann.

Doch auch etwas anderes macht sich bemerkbar: Der Umstand, dass mehr als die Hälfte der in Deutschland lebenden Türken als Anhänger und Sympathisanten der AKP Erdogans gelten und mehrheitlich zudem grundsätzlich ein äußerst starkes völkisch-nationalistisches Bewusstsein aufweisen, sorgt für eine leichte Beeinflussbarkeit durch türkische Medien und Organisationen.

Dieses Verständnis von "du bist nur dann Türke, wenn du türkisches Blut in den Adern" hast, gilt bislang schon als Kriterium für die türkische Staatsbürgerschaft – wenngleich eine Einbürgerung für Ausländer durchaus möglich ist. Doch Erdogans Aufforderung, dass die türkischstämmigen Bundestagsabgeordneten ihr Blut in einem Labor untersuchen lassen müssten, weil deren Blut "verdorben" sei, zeigt seine Blut-und-Boden-Mentalität auf, die an jene vieler europäischer Staaten zu Beginn des 20. Jahrhunderts erinnert.

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In der Fremde klammern sich viele Türken (und Kurden) noch stärker an ihre Herkunft und ethnische Identität. In Zeiten von Parallelgesellschaften ist dies ein perfektes Milieu für Präsident Erdogan, dessen AKP und der folgsamen türkischen Medienlandschaft, die Türken in Deutschland und türkischstämmigen Deutschen für eigene Ziele zu instrumentalisieren. Denn Angriffe auf Präsident Erdogan führen dazu, dass die Einigkeit der Türken untereinander noch stärker wächst – auch bei jenen, die nicht für Erdogan gestimmt haben. Etwas, was den Deutschen bei Angriffen auf Merkel oder Gauck wohl nie geschehen wird.

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9 Kommentare

  1. Ja, das trifft recht genau auch meine Gedanken. Der teils extreme Nationalismus, gepaart mit rassistischem Stammesdünkel und massiver politischer Unbildung ist bei der Mehrheit der Türken nicht zu übersehen, ausser für jene Multikultis, welche grundsätzlich mit ideologischen Scheuklappen herumlaufen.

    Politische Ansichten, die einen Deutschen zum Hardcorenazi machen würden, sind für einen türkischen Patrioten völlig normal. Hier kommt die ganze Heuchelei und Dummheit der gegenderten Multikultitrottel ans Licht, denn genau jene, die sich so glühend für die Zuwanderung und die Rechte der Zugewanderten, auf Kosten der Einheimischen, einsetzen sind für diese das größte Haßobjekt.

    Nichts verachtet der nationalistische Türke, der stolz und öffentlich das Zeichen der Bozkurt zeigt, mehr als die degenerierten Gendermainstreamer, Feministen, Homosexuellen und Vaterlandsverräter ohne jeglichen Nationalstolz, die obendrein wahrscheinlich auch noch Atheisten sind!

    Linksgrüne Siffköpe, wie ein gewisser Bundesvorsitzender türkischer Herkunft würden in der Türkei ohne weiteres gelyncht werden, wenn sie es wagen sollten eine derart Volksfeindliche Politik zu machen wie hier zu Lande.

    Das sich der Zorn der Türken nun gegen die Kanaillen richtet, die Deutschland auf dem Gewissen haben, belustigt mich durchaus! Von mir aus kann der MIT sie alle entführen und ohne Verhandlung im dreckigsten anatolischen Knast versauern lassen.

    Die Grünen haben ja schon oft ihre Sympathie für Pädophile bekundet, vielleicht ändern sie ihre Ansichten ja noch mal, wenn ein par ihrer Parteifreunde als Knastbitches in einem türkischen Taharrush Spielchen enden!

    Was den Einfluss Erdogans auf seine Jünger in der BRD betrifft, den werden die Herren und Damen in Berlin sicher noch zu spüren bekommen. Wahrscheinlich wird es sich bald als fataler Fehler herausstellen, den Verfassungsschutz auf Pegidarentner und Facebookrebellen gehetzt zu haben anstatt, den wahren Gefahrenpotentialen in unserem Multikultiwunderland etwas Aufmerksamkeit zu widmen!

  2. Die vielen kleinen islamischen Pflänzchen,die man hier seit Anfang der sechziger Jahre hergeholt hat..sind eine Monokultur geblieben.Sie halten selber nichts von Multi-Kulti.

    Schon damals eine verheerende Fehlentscheidung deutscher Politik&Wirtschaft.

    Deutsche Politik ist kurzsichtig und allein auf wirtschaftlichen Vorteil bedacht.

    Eine solch falsche Politik führt zu Machtverlust im eigenen Land.

    Nicht umsonst verweist Erdogan oft auf seine Anhänger in Deutschland.

    Die hier nun hereingeschleusten neuen Islam-Jünger werden den Niedergang beschleunigen.

    Soziale Ausblutung und Entfremdung im eigenen Land sind die Folge.

    Wieder einmal ist es deutsche Politik,die den Untergang Europa's herbeiführt.

  3. Islam gehört nicht zu Deutschland, 70 % der Moscheen in Deutschland sind in den Industriegebieten oder Peripherie weg aus den Städten, passen nicht ins Stadtbild, Türkei gehört nicht in die EU, Türken sind Gastarbeiter, Sie können kein Deutsch und nicht gebildet, NSU-Morde, Brandanschläge auf Gotteshäuser Moscheen, Solingen,  Mölln, Karlsruhe,  Ludwigshafen. ..wo Türken am lebendigen Leib verbrannt worden sind, ………all das gibt den Türken das Gefühl in Deutschland das Sie nicht erwünscht sind. Die deutschen sollten sich selber fragen ob Sie doch nicht verantwortlich sind.

    1. Wenn Deutschland so tolerant wie ihr Erdogan wär,dann hätten sie hier überhaupt keine Moschee..schon mal drüber nachgedacht..?

      Falls sie nicht grade ein Kurde sind..so können sie ja in die Türkei ziehen.

      Arbeiten müssen sie dort aber auch.

      Ps:In meiner Heimatstadt wurde vor kurzem eine neue Kirche abgefackelt..von türkischen Jugendlichen!

      Wieviel Kirchen erlaubt eigentlich Herr Erdogan in der Türkei..?!

      1. Was Sie da erzählen, glauben Sie wohl selber nicht. Wenn Sie es nicht wissen, dann werde ich Sie darüber aufklären. In den Türkei gibt zig Kirchen, allein in Istanbul gibt es über 50 Kirchen (mit Kirchtürmen u. Kreuz auf dem Turm). Noch dazu gibt es über 70.000 Wohnungskirchen in der Türkei. Wenn Sie sich fragen, warum Wohnungskirchen. Ganz einfach, a.) die Gemeinde ist sehr klein u. b.) um eine Kirche zu bauen fällt die finanzielle Mitteln dazu. Die Türkei ist so human zu den Religionsgemeinschaften, dass Sie die Abwasserkosten+Wasserkosten von Synagogen (Juden), Kirchen (Christen) u. Moscheen (Muslime) selber aus eigener Tasche zahlt. Kann das Deutschland das sich von sich behaupten.

        1. Ich habe vier Jahre in der Türkei gelebt..und keine Kirche gesehen.Erdogan ist ein Islam-Fanatiker.

          Im übrigen bekommen deutsche Rentner weder Pakete noch Medikamente durch euren beschissenen Zoll(Gümrük)in Istanbul.

          Mir brauchen sie kein Süssholz raspeln von der Türkei.

          Bin froh das ich aus dem Irrenhaus weg bin.

          Jetzt müssen die deutschen Rentner sogar jedes Jahr ein Führungszeugnis vorlegen für nur noch ein Jahr Aufenthaltserlaubnis.

          Türkei? Nein Danke.Nie wieder.

          1. Vier Jahre in der Türkei gelebt und keine Kirche gesehen. Sie meinen wohl keine Kirche sehen wollen, sonst müssten Sie die Wahrheit ins Gesicht sehen. Es freut mich wirklich, dass Sie als Nicht-Türke (Ausländer) in der Türkei so etwas durch machen müssten. Tja, jetzt wissen Sie, wie die Ausländer (Migranten) in Deutschland leben und durchmachen müssen. Auch nicht viel leichter als die Ausländer in der Türkei. Ich bin froh, dass Sie die Türkei verlassen haben, auf Sie kann die Türkei ruhig verzichten.

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