Auch jenseits des ehemaligen Gebietes der Sowjetunion will Russland nun Handelsbeschränkungen aufheben und prüft derzeit die Voraussetzungen für ein Freihandelsabkommen mit zwölf weiteren Ländern. Moskau prüft derzeit, inwieweit die Voraussetzungen für die Liberalisierung des Handels jenseits des Eurasischen Wirtschaftsraumes vorliegen.

Von Christian Saarländer

Das Ministerium für Wirtschaftsentwicklung und Handel der Russischen Föderation teilte am Montag mit, dass man die Erfolgsaussichten über die Schaffung von Freihandelsabkommen mit den Ländern Ägypten, Chile, Israel, Peru, Nicaragua, Venezuela, Iran, Kambodscha, Indien, Südkorea und Indonesien derzeit prüft. Man erwarte einen ausführlichen Bericht darüber im kommenden September, schrieb Izvestia.ru.

Bislang hat Russland mit den Ländern Belarus, Kasachstan, Armenien und Kirgistan mit dem Zusammenschluss der Eurasischen Wirtschaftsunion einen Binnenmarkt geschaffen. Daneben existieren weitere bilaterale Abkommen auf unterschiedlichen Wirtschaftsebenen mit verschiedenen Ländern. Unter anderen mit den Staaten Brasilien, Indien, China und Südafrika im Wege des BRICS-Zusammenschlusses.

Die derzeitigen Erwägungen über die verschiedenen Freihandelsabkommen sehen, so die Moskauer Tageszeitung Iswestija, tiefgreifende gegenseitige Liberalisierungsmaßnahmen im Warenhandel, im Dienstleistungssektor sowie im Investitionsbereich vor. So sollen Einfuhrbeschränkungen wie Zölle, Steuern, Gebühren und weitere Handelsbeschränkungen wegfallen. Damit reagiert Russland auf die Pläne Amerikas, die ebenfalls weltweit mit den Verhandlungen über Freihandelsabkommen TTIP und TPP und dem Dienstleistungsabkommen TISA ihre Wirtschaftsmacht ausbauen wollen.

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Hierbei prüft das Ministerium eine Reihe von Risiken, wie die Kollision unterschiedlicher Interessen. Aber auch die positive Bilanz im Hinblick auf Gewinne und Verluste berücksichtige das Ministerium bei ihren Erwägungen. Wirtschaftsprognosen zufolge könnte diese internationale Wirtschaftsallianz 40 Prozent des gesamten Welthandels ausmachen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die BRICS-Staaten selbst ein solches globales Handelsvolumen bislang erreichen.

Indien will beispielsweise seine wirtschaftlichen Beziehungen mit den USA ausbauen. Durch den Machtwechsel in Brasilien wollen die USA dort großen Einfluss zurückerobern. Zudem nehmen Länder wie China, Chile, Israel und Peru an den Verhandlungen des Dienstleistungsabkommen TISA teil, die gemeinsam mit Europa und den USA eine Liberalisierung des Dienstleistungssektors anstreben.

Höchste Priorität habe aber generell die weitere Intensivierung der Handelsbeziehungen, um reale Voraussetzungen für die Notwendigkeit einer globalen Freihandelszone zu schaffen. Unter anderem sollen die Direktinvestitionen erhöht und der Fokus auf neue Märkte gelegt werden, wie man es gerade auf der Ebene der Eurasischen Wirtschaftsunion bereits realisiert. Auch im BRICS-Zusammenschluss will man weiterhin Projekte in Entwicklungs- und Schwellenländern durchführen.

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8 KOMMENTARE

  1. Die Russen isolieren sich aber auch immer mehr. Menno!

    Wie gut das der Westen Russland kräftig und bis an die Schmerzgrenze sanktioniert. Da gehen auf Sicht weitere Exportmärkte verloren. Gut gemacht, wirklich exzellente Aussenpolitik der westlichen 'Werte-'…äh, der 'Weltgemeinschaft'.

    ***Ironie off***

      • Wie man alte, und neue Zeiten mischt? Man nennt sich "Waffelstutend" in Anlehnung an einen kritischen Kommentator, und outet sich als jemand, der von nichts weiß? Vielleicht sollte man mal die Propaganda des Westens ausblenden, und sich ein neues Bild machen?

        Aber das wäre doch Arbeit? Er liest lieber die Systempresse, ha-ha! Und kommentiert in derem Interesse? Ein echter, treuer Fan!

  2. Klasse. Da brauchen die Russen sich keine Gedanken mehr zu machen, wie sie sich von einem Petrostaat zu einer funktionierenden Volkswirtschaft entwickeln. Wird ja Alles zollfrei und in selbst nie erreichbarer Qualität importiert.

  3. Im Kremel formieren sich offenbar langsam die Kräfte des "Stolypin Club" gegen die 5. Kolonnen der Transatlantiker des  "Gaidar-Kindergartens". In diesem Kindergarten findet man Typen wie Medwedew, Kudrin und die Zentralbankgouverneurin Elvira Nabiullina. Deren neoliberale Wirtschaftspolitik wirkt sich auf die russische Ökonomie verheerender aus, als es die westlichen Sanktionen schaffen.

    Aber es scheint sich etwas zu regen im Kremel. – Diese Bemühungen um diverse Freihandelsabkommen mit "vernünften" Staaten ist ein guter Weg um dem negativen  Wallstreet Einfluss zu entkommen.

    Es ist an der Zeit, dass man die Jelzinenkel aus dem Kremel entfernt. Putin muss da mal konsequent handeln, sonst könnte es selbst eng für ihn werden.

     
     

  4. Ich weiß nicht, was dem Westen wieder an geruchsbildenden Hintergasaustritten an den Verhandlungsbemühungen Moskaus stört? Ist es nicht auch eine Weltmacht, zumindest noch eine atomare? Und wenn die Tausende Panzereinheiten gegen den Westen anträten, bin ich nicht sicher, wer mit und ohne atomare Ausseinandersetzung den Allerwertesten aufgerissen erhielte. Lasst die Russen in Ruhe, die haben uns bisher auch in Ruhe gelassen. Seit 1945 und nach der DDR-Angelegenheit haste von denen nie mehr was gehört und habense nichts getan, was uns tangieren müsste. Die wirklichen Besatzer haben ihre Truppen und ihre Atombewaffnung immer noch im unabhängigen Staat BRD. Und dimpeln an den russischen Grenzen herum, weil den Anrainerstaaten ihre Muffe geht. Was kümmert,s uns?

  5. Das wird natürlich wieder Ärger mit MERKEL geben, die macht sich doch so sehr für das hinterhältige TTip ihres Freundes OBAMA/ USA stark.

    Mal sehn was Obama und seine europäische Komplizin Merkel, dem Putin jetzt wieder alles unterjubeln?

    Angriffe auf Schulen, Kindergärten oder Krankenhäuser????????

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