Ukraine: Kiew signalisiert die Frontbereitschaft der rechten Donbass- und Azow-Milizen

Kiew will weitere Bataillone der regierungstreuen Freiwilligen-Milizen Donbass und Azow, die dem rechten Sektor angehören, in die Ostukraine in den Einsatz schicken. Eine „operative Brigade“ ist demnach unter anderem im Gespräch gewesen.

Von Christian Saarländer

Das ukrainische Nachrichtenportal 112.ua berichtete unter Berufung auf einen Sprechers des ukrainischen Innenministeriums, dass man weitere Freiwillige der rechtsextremen Milizen in den Donbass schicken will, wo sie verstärkt an „speziellen Operationen“ teilnehmen werden. Konkrete Zahlen und Vorhaben werden hierbei nicht genannt. Sie könnten hierbei das ukrainische Militär unterstützen, das trotz der Vereinbarung der Waffenruhe in der abtrünnigen Region um Donezk und Lugansk, immer wieder zivile Wohngebiete unter Beschuss nimmt.

Im Rahmen der asymmetrischen Kriegsführung könnten sie entweder einzelne Sabotageaktionen oder – aus Sicht der Gegenseite betrachtet – schlichtweg terroristische Anschläge planen oder andere schmutzige Aufgaben übernehmen, die bisher von internationalen Beobachtungsmissionen besonders bei den Kiew-treuen Einheiten beklagt wurde. Sowohl die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) als auch die Vereinten Nationen (UN) beklagen in Berichten und öffentlichen Erklärungen die Verletzung von internationalen Rechtsstandards durch die ukrainischen Einheiten.

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Während die OSZE zunächst militärische Attacken durch das Kiewer Militär monierte, beklagte eine Beobachtermission für die Einhaltung der Menschenrechte die systematische Folter durch den ukrainischen Geheimdienst SBU und weiteren Kiew-treuen Amtsträgern. Möglich ist insoweit die Abwälzung solcher Tätigkeiten an die faschistischen Freiwilligen-Bataillone, die international finanziert werden und auch viele Nichtukrainer als Freiwillige Söldner rekrutiert, wie inzwischen mehrere internationale Medien aus der westlichen Welt berichten.

Zuvor wurde in den westlichen Leitmedien – mit Unterstützung von westlichen Politikern – die Rolle der rechten Milizen während des Maidan-Umsturzes entweder geleugnet oder auf ein Minimum relativiert, obwohl sich die Beweise bereits vor und nach dem Maidan-Umsturz immer mehr anhäuften. Eine größere Offensive in Richtung Donbass würde anderen Äußerungen widersprechen. Inzwischen geht man davon aus, dass eine vollständige Rückeroberung des Donbass erst in fünf Jahren realisierbar sei.

Die ukrainischen Milizen Azow und Donbass nehmen seit Beginn des Bürgerkriegs im Donbass an militärischen Handlungen teil. Das Azow-Bataillon beruft sich auf ein ehemaliges SS-Freiwilligenbataillon, dass aus europäischen Freiwilligen bestand die sich dem deutschen Ostfeldzug gegen Russland angeschlossen hatten. Während die deutschen Leitmedien mehr Phantasien über „russischer Agression“ bis hin zur „russischen Invasion“ im Donbass entwickelten, wurde die Rolle der westlich finanzierten Milizen verniedlicht. Inzwischen erinnert sich sogar Bundespräsident Gauck an das „Unternehmen Barbarossa“ und die schwerwiegenden Folgen auf beiden Seiten und verschont seine Zuhörer mit der Wiedergabe von antirussischen Plattitüden.

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4 Kommentare

  1. Die kampferprobten Landwehren der VRen Donesk und Lugansk werden auch mit diesen Banden fertig werden. Ratsam wäre es, ihnen nicht das Gesetz des Handelns zu überlassen, sondern sie bei Ankunft im Frontgebiet klar zu lokaliisieren und mittels Kommandoeinsätzen auf Feindgebiet zu neutralisieren. Wahrscheinlich wird die Bildung einer erweiterten Pufferzone vor den Grenzen der Dombass-Republiken notwenig, die dem Gegener ein Eindringen auf eigenes und bewohntes Territorium erschwert.

  2. danke für den artikel! 

    aber meines erachtens beklagen osce und uno die machenschaften der faschomilizen viel zu zaghaft! sozusagen nur pro forma.

  3. Auch daran erkennt man das Versagen der EU! Sie ist keine Friedensstifterin, sondern der verlängerte Arm der NATO. Im Endeffekt hat sie nichts zu bestimmen. Anstatt zusammen mit Russland diese verkommenen Naziimitatoren in die Schranken zu weisen, ist sie in die Rolle des Sprachrohrs der USA geschlüpft. Das zum Thema EU und Friedensprojekt! Das ja ihre ureigenste Aufgabe ist!

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