Deutschland ist mächtiger als man denkt und als die Deutschen es sich selbst eingestehen. Zumindest lässt sich das entnehmen, wenn man einer britischen Studie glauben schenkt, die das Politikfeld „Soft-Power-Governance“ analysiert, in dem Deutschland direkt hinter den Vereinigten Staaten und England steht. Russland erreichte Platz 27 und ist erstmals in der Liste vertreten.

Von Christian Saarländer

Eine Studie der britischen PR-Agentur Portland hat einen Index über die einflussreichsten Länder im Politikfeld „Soft-Power“ publiziert. Unter dem Begriff „Soft-Power“ wird eine besondere Form der Machtausübung von Staaten und politischen Akteuren über andere Staaten und Gesellschaften beschrieben. Diese Art der Außenpolitik beruht nicht auf militärischen Ressourcen, die man unter „Hard-Power“ rubriziert. „Westliche Werte“ wie Demokratie und Menschenrechte oder der führende „American Way of Life“ sind Ausdrucksformen dieser Machtpolitik. 

Ob auch die wirtschaftliche Machtausübung oder die finanzielle Einflussnahme unter den Begriff „Soft Power“ fallen, darüber scheiden sich die Geister. Dafür spricht zumindest, dass diese Machtausübung auch nachhaltig auf andere Länder, meist durch Medien oder Kulturhäuser, exportiert wird. Dieser Export ist jedenfalls auch mit finanziellen Kosten verbunden, zumindest wenn es effizient und nachhaltig betrieben wird. Letztendlich kommt es in dieser Studie darauf an, mit welchen Maßstäben man hier gemessen hat und welche Faktoren für das Ranking ausschlaggebend waren.

Wie RT Deutsch berichtet, hat die britische Agentur objektive Indikatoren wie Governance, den Ausbau der Informationstechnologie, Kultur, Businessklima, Bildung, das Netzwerk diplomatischer Vertretungen und die Beteiligung des jeweiligen Landes an der weltweiten Konfliktbeilegung verwendet. Subjektive Indikatoren waren die Einstellung zur nationalen Küche des jeweiligen Landes, zur Popularität der im Land produzierten Güter. Hinzu kommen noch der Wohlstand und die Einstellung zur Kultur. Zu all diesen Bereichen führte die britische Agentur Umfragen in 25 Ländern durch, woraus sich das Ranking der 30 einflussreichsten Länder im Bereich „Soft-Power“ ergibt.

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In Anbetracht der Tatsache, dass 25 Länder nicht mal ein Achtel aller Länder dieser Erde ausmacht, so gibt diese Studie nicht unbedingt ein global umfassendes Stimmungsbild ab. Deutschland gibt im Hinblick auf Kulturexport und Medienarbeit sowohl auf staatlicher als auch auf nichtstaatlicher Ebene sehr viel Geld aus, um sein Image auf der Welt zu stärken. Dieser Aufwand wird mit sehr viel Geld betrieben, so dass auch der Geldaufwand mit in diesen „Soft-Power-Index“ einfließen müsste.

Der staatliche Auslandsrundfunk Deutsche Welle ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts und wird nicht mit Rundfunkgebühren, sondern mit Steuergeldern finanziert. Der Etat in diesem Jahr beträgt 301,8 Millionen Euro. Hinzu kommen noch gemeinnützige Vereine wie das Goethe-Institut oder parteinahe Stiftungen, die ebenfalls im Rahmen der weltweiten Kulturförderungen Milliarden verschlingen.

Russland, das etwa mit etwa 300 Millionen Euro pro Jahr fast so viel Aufwand betreibt wie Deutschland, ist in diesem Jahr zum ersten Mal in den Top 30 der Soft-Power-Charts vertreten. Allerdings mit dem 27 Platz noch weit hinter Deutschland abgeschlagen, weswegen die britische Studie von russischer Seite auch kritisiert wurde. „Keine Gefälligkeit, sondern eine Unterbewertung“, resümiert der Chef des Auswärtigen Ausschusses, Konstantin Kossatschjow, die Analyse des britschen Unternehmes.

Vor allem verweist der Außenexperte der russischen Föderation auf die Tatsache, dass die westliche Welt auf medialer Ebene mit harten Bandagen kämpft und Russland derzeit propagandistisch wie nie zuvor in der postsowjetischen Ära beschossen wird. Dass Kossatschjows Einwand berechtigt ist, kann man am Beispiel der Deutschen Welle und den gebührenpflichtigen Rundfunkanstalten Deutschlands sehen, wo das Wort Propaganda auch eine Rolle spielt.

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9 thoughts on “„Soft-Power“-Ranking: Deutschland ist drittstärkster Propaganda-Exporteur”

  1. In dem Zusammenhang interessanter Suchbegriff: "country ranking".

    Den Niedergang des internationalen Dienstes der BBC in den letzten vielleicht zehn Jahren miterlebt. Absolutes Trauerspiel. Statt neutraler Fakten nur noch klimpern auf Emotionen. Im Netz einige Kritik "bbc criticism". Schade, war jahrzehnte Hörer und Gucker.

    Russische Propaganda nervt. Immer wieder, mehr oder weniger aufdringlich, Sowjetnostalgie. Da bekomme ich Pickel. Die Leute sollten sich mein großes Buch mit Reden und Schriften vom Doktor ausleihen. Oder ein paar Amis des letzten Jahrhunderts lesen.

  2. …..Deutschland ist drittstärkster Propaganda-Exporteur

    …..juchu, da staune aber wer……ist ja unglaublich !!!

    im eigenem Land aber garantiert, Namens Deutschland

    die absolute Nummer 1 !!!

    Zensiert, gesperrt, nicht verfügbar, gelöscht,

    Datenschutz, Anstößigkeit, Lügen, Datenpolizei

    …..usw., usw., usw., !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    1. Halbwahrheiten, wurde noch vergessen.

       

      Wichtig! Halbwahrheiten sind die besten Lügen. Das manipulieren mit Halbwahrheiten geht hervorragend.Gerade im Bezug auf unsere Mainsteam Medien und  Instituten im Ausland, die den ehrenvollen Namen nicht ansatzweise verdient haben, mit dem sie sich schmücken, den der ist eine Halbwahrheit und so mit die beste Lüge.

  3. – Drittstärkster Propaganda Exporteur – ???

    Auf was für einem Niveau müssen da die anderen Länder sein?

    Da müssen sich die deutschen Propagandastrategen aber sehr schnell mächtig anstrengen, um auf den ersten Platz zu kommen, denn außer diesem 'Exportschlager' dürfte bei einer weiteren Sanktionspolitik gegen Rußland, mit einer verfehlten Finanz- und Wirtschaftspolitik einer Kanzlerin, dann nicht mehr viel an exportfähigen Gütern übrigbleiben.

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