Österreich: Wie lange sind Mietwohnungen noch leistbar?

In Österreich eine leistbare Mietwohnung zu finden wird immer schwieriger, sofern man nicht irgendwo fernab vom Schuss leben will. An Wohneigentum können die meisten Menschen ohnehin schon nicht mehr denken.

Von Marco Maier

Gestern schrieb Arbeiterkammer-Präsident Rudolf Kaske davon, dass die Wohnkosten vielen Menschen davon laufen würden und der private Wohnungsmarkt vor allem für Junge nicht mehr leistbar sei. Damit hat er durchaus recht, zumal vor allem in den Ballungszentren die Nachfrage nach Wohnraum deutlich höher liegt als das Angebot. Dies führt dazu, dass beispielsweise viele Menschen dazu gezwungen sind, jeden Tag bis zu 3 Stunden zur Arbeit nach Wien zu pendeln und so neben der Arbeitszeit und der Zeit des Schlafes einen Großteil ihrer eigentlichen Freizeit im eigenen Auto oder in öffentlichen Verkehrsmitteln verbringen müssen.

Einer AK-Analsyse zufolge sind die Bruttomieten von 2008 bis 2014 im österreichischen Durchschnitt um 22 Prozent angestiegen, doch die gesamte offizielle Inflation betrug im selben Zeitraum etwa 12 Prozent. Gleichzeitig stiegen die Löhne um nur 13 Prozent an. Wobei laut Arbeiterkammer vor allem die Mieten selbst massiv anstiegen, während der Anstieg der Betriebskosten in etwa in Höhe der allgemeinen Inflation lag. Geht man nur vom Hauptmietzins aus, dann lag dort die Erhöhung insgesamt bei 25 Prozent, im privaten Bereich sogar bei 33 Prozent.

Da man davon ausgehen muss, dass die Bevölkerung Österreichs auch in den nächsten Jahren steigen wird, muss vor allem Angebotsseitig reagiert werden. Wenn von privater Seite – auch wegen den hohen Grundstückspreisen und den vielen teuren Auflagen – nichts kommt, dann braucht es vor allem vom sozialen Wohnbau eine Gegensteuerung. Vor allem aber muss das Baurecht ausgemistet werden, zumal dieses vor vielen unnützen Bestimmungen strotzt, welche jedoch gleichzeitig den Hausbau deutlich verteuern.

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Problematisch ist allerdings auch der Umstand, dass vielen Vermietern angesichts der hohen Steuer- und Abgabenlast auch nicht mehr viel Geld aus den Mieteinnahmen übrig bleibt, so dass die Nettorendite von Immobilien doch oftmals im sehr niedrigen einstelligen Prozentbereich liegt. Das ist zwar immerhin mehr als es für Geld auf dem Sparbuch gibt, doch schlussendlich mit ein Grund dafür, warum es bei befristeten Mietverträgen bei Neuvermietungen solche großen Sprünge gibt.

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3 Kommentare

  1. Hinzu kommt noch dass bereits viele Bezirke islamisiert sind, über dem Schwarzenbergplatz weht  das Türkenbanner und über dem Praterstern hängt die Sharia  und am Brunnenmarkt wird mit Eisenstange gemordetet. Kopftuch und Kohlensack sind Wiener Mode.

  2. Das ganze gedruckte Geld bekommt ja auch jemand, und die wollen es nunmal auch anlegen und verzinst bekommen.

    Pech wer wohnen muss und andere für ihr Haben viel bezahlen muss. Nannte sich früher Adel, heute ist man Erbe, groß geändert hat sich an den Besitzverhältnissen aber nichts.

  3. Wann geht man endlich an die zentrale Ursache: das Privateigentum an Grund und Boden?

    Die Eigentümer von Grund und Boden sind in der Lage, andere Mitmenschen davon auszuschließen, bzw. deren Teilhabe an der Benutzung, die doch für diese lebensnotwendig ist, von der Entrichtung eines Tributes abhängig zu machen. Soweit Pacht und Miete über die Erstattung notwendiger Kosten hinausgehen, werden sie zu Bodenrenten, d. h. zu einem nicht nur einmaligen, wie beim Verkauf, sondern einem dauerhaften arbeitslosen Einkommen, das andere für sie ständig erarbeiten müssen. Das Bodenmonopol versetzt wenige in die Lage, Zahlungen einzig aufgrund ihres Eigentumsrechtes zu erhalten und nicht dafür, dass sie eine Leistung erbringen. Sie können andere Menschen gleichsam wie Sklaven für sich arbeiten lassen.

    Eigentum an Grund und Boden ist bei uns zudem mengenmäßig unbegrenzt. Einzelne können ohne jede Rechtsgrenzen Verfügungsgewalt über Grund und Immobilien in beliebiger Größe und Menge anhäufen und dadurch beliebig große ökonomische Macht über andere Menschen erringen. Dieser Macht sind durch Schenkung und Vererbung auch zeitlich keinerlei rechtliche Grenzen gesetzt.

    Das muss man mal gründlich durchdenken:

    https://fassadenkratzer.wordpress.com/2013/11/08/soziale-auswirkungen-des-eigentums-an-grund-und-boden/

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