Nach Brexit: Schotten wollen mehrheitlich los von London

Mehr als die Hälfte der Schotten befürwortet ein zweites Referendum, bei dem sie für die Unabhängigkeit Schottlands von Großbritannien stimmen wollen. Sie hatten mehrheitlich gegend den Brexit gestimmt.

Von Marco Maier

Beim Brexit-Referendum fiel das Ergebnis Pro-EU in Schottland deutlich aus: Ganze 62 Prozent der Abstimmenden votierten für den Verbleib in der EU, somit also lediglich 38 Prozent dagegen. Damit erhalten die Befürworter einer schottischen Unabhängigkeit wieder Auftrieb. Gab es beim Referendum 2014 nur 45 Prozent, die für die Abspaltung von London stimmten, so sprechen sich angesichts des gesamtbritischen Ergebnisses für einen Brexit nach neuesten Umfragen mehr als die Hälfte der Befragten für die Unabhängigkeit aus.

So berichtet die die Sunday Times von 52 Prozent, die in einem zweiten Referendum für die Loslösung von Großbritannien stimmen wollen, die Sunday Post gar von 58 Prozent. Damit liegen sie auf einer Linie mit der schottischen Regierungschefin Nicola Sturgeon (SNP), die nach der Verkündung des Abstimmungsergebnisses ein neuerliches Referendum in Aussicht stellte. Zudem will die schottische Regionalregierung schon jetzt eigene Gespräche mit der EU aufnehmen, um so die Rückkehr in die EU möglichst rasch umsetzen zu können.

Indessen riefen irisch-nationalistische Gruppierungen in Nordirland dazu auf, ein eigenes Referendum für eine Wiedervereinigung mit der Republik Irland abzuhalten. Die Nordiren votierten ebenfalls mit einer starken Mehrheit für einen Verbleib in der EU und könnten im Zuge der Reunion sogar ohne eigene Beitrittsverhandlungen zur Europäischen Union zurückkehren. Die Nachfrage nach irischen Pässen, die vielen Nordiren zustehen, sei auf jeden Fall schon massiv gestiegen, wie die nordirische Postbehörde gestern mitteilte.

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7 Kommentare

  1. Ich finde es großartig, dass man in Großbritannien als Bürger mehrheitlich entscheiden kann, was man will. Soll man doch die Deutschen doch auch mal befragen, ob sie damit eiberstanden sind, dass man bei jeder politischen Neuorientierung USrael befragen muß, ob man das darf  und warum das alles seit 70 Jahren so geheim gehalten wird. .

    1. In Österreich gehts auch nicht viel anders zu. Eine Neutralität auf dem Papier, Horchposten des Bundesheeres während des kalten Krieges in den Wahrschauer Pakt hinein usw, und heute totale EU Vasallen dank schwarz rot grüner Politiker! Unser jetziger nicht gewählter Bundeskanzler, der sich seine Legitimation durch die Bevölkerung erst bei den nächsten Wahlen als nominierter nachfolger Faymanns bestätigen lassen muß, hat schon laut heraus posaunt, daß er eine Abstimmung über den Ausstieg Österreichs aus der EU nicht zulassen werde. Bundeskanzler einer sozial "d e m o k r a t i s c h e n" Partei!!!! Er ist Manager, und glaubt Österreich gleich wie einen Konzern führen zu dürfen! Sein Demokratieverständnis spiegelt  klar seine verachtende Einstellung gegenüber dem Souverän. Gegenüber jenen Menschen, die sein sehr hohes Gehalt aus dem Steuertopf ermöglichen und als Dank wird es nicht einmal ignoriert. Die heutigen Politiker allesamt sehen sich anderen Dienstgebern  gegenüber verpflichtet, das Volk ist nur der dumme Lakai, der das ganze zu bezahlen hat, aber nichts mitzureden hat! Für mich die "Sozialdemokraten" jene, die das Volk am meisten verraten haben! Sie leben von den Meriten ihrer Ur Ur Großväter, deren Erbe sie mit Füßen treten und verraten!

  2. Zunächst einmal wird jetzt mächtig die Lostrommel gedreht um das Ergebnis zum Brexit zu revidieren. Fix sollen mehr als 2 Millionen für eine neue Abstimmung unterschrieben haben, Parlamwntariere machen sich ebenso stark für eine dortige Blockade und die UKIP entpuppt sich -jedenfalls im medialen Lokus- als das was Politik seit jeher tut – lügen und betrügen, kaum das die Wahl gelaufen ist. Business as usual, also das was Müntefering mal so freimütig und im vollen Ernst bekannte, nämlich daß es unfair sei, die Poltik nach der Wahl an dem zu messen was sie zuvor versprochen hat!

  3. Bislang war ich der Meinung, daß eine Volksabstimmung bindend ist. Die Mehrheit der Briten hat sich für einen Austritt entschieden, dann kann es doch auch für Schottland, als Teil von Großbritanien keinen Sonderweg geben, denn bei der letzten Volksabstimmung , ob Schottland im Vereinigten Königreich verbleiben sollte, waren die Schotten dafür und nun sind sie dagegen. Das paßt doch alles nicht zusammen.

    1. Doch, sie wollen in de EU bleiben, als selbstständige Nation, aber weg von England. Sie kommen vom Regen in die Traufe. Selbst schuld!

      1. Man wird sehen was bei einer neuerlichen Abstimmung tatsächlich herauskommt. Jetzt wünscht das politische Establishment gemeinsam mit der Journaille den Briten jeden nur möglichen Horror an den Hals!

  4. Wo liegt der Unterschied: Schottland darf über einen Austritt aus Great Britain abstimmen mit einer Volksbefragung. Der Krim wird die Volksbefragung über die Zugehörigkeit zu Russland sogar mit den übelsten Folgen versagt. Sogar wird Russland seit der Volksbefragung mit den übelsten Sanktionen belegt. Ausserdem, was geht die USA Europa an?Die Amis haben im eigenen Land genug nicht gelöste Probleme zu bewältigen, um die sich mal zuerst kümmern sollten..

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