Häuser.

Wer sich in jüngeren Jahren kein Eigenheim leisten kann, wird im Alter stärker von Altersarmut bedroht sein. Denn fürs Wohnen – insbesondere für die Miete und die Energie – muss immer mehr Geld ausgegeben werden.

Von Marco Maier

Gaben die Deutschen laut Statistischem Bundesamt im Jahr 1993 im Schnitt noch 26,3 Prozent ihrer Konsumausgaben fürs Wohnen aus, so stieg dieser Anteil bis zum Jahr 2013 auf 34,5 Prozent. Teils ist dies zwar auch auf steigende Immobilienpreise und damit zusammenhängend (trotz fallender Zinsen) den höheren Kreditraten zurückzuführen, viel stärker ins Gewicht fallen jedoch die stark steigenden Mietkosten und natürlich die steigenden Preise für Elektrizität, Heizung, Wasser, Müll und dergleichen. Die Tendenz: Weiterhin steigend.

Angesichts dieser Entwicklung auf der Ausgabenseite und den ständigen Rentenkürzungen auf der Einnahmenseite, kann man davon ausgehen, dass sich die Lage – insbesondere der Mieter – in den kommenden Jahrzehnten noch deutlich verschlechtern wird. Der nicht unerhebliche Anteil des Niedriglohnsektors macht es für einen Teil der Bevölkerung zudem nicht leicht, überhaupt noch etwas fürs Alter ansparen zu können, um so die Finanzlücke ausgleichen zu können.

So sinkt die Sparquote in der Bevölkerung schon seit Jahren. Lag der Anteil (gesamt) im Jahr 1993 noch bei 13 Prozent, so waren es 2013 schon nur noch 10 Prozent. Bei jenen mit einem Haushaltseinkommen von unter 900 Euro (zumeist Alleinerziehende, Hartz-IV-Empfänger und Mindestrentner) ist zudem die negative Sparquote (also Verschuldung oder Aufbrauchen von Finanzreserven) von -3 auf -19 Prozent angestiegen. Aber auch bei jenen die 1.500 bis 2.000 Euro Haushaltsbudget vorweisen können, sank die Sparquote massiv: Von +8 auf -1 Prozent! Das heißt: Wer in Deutschland weniger als 2.000 Euro Haushaltsbudget aufweisen kann, gibt im Schnitt mehr aus als Geld hereinkommt. Allerdings muss man berücksichtigen, dass die Kaufkraft in diesem Zeitraum um rund 38 Prozent abgenommen hat. Die 900 Euro 1993 (1.800 DM) entsprechen heute einem Haushaltsbudget von etwa 1.250 Euro.

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Dennoch ist eine Tendenz klar erkennbar: Die Bestreitung des Lebensunterhalts, insbesondere mit einer adäquaten Wohnung, wird in Deutschland immer schwieriger. Die Armut – inklusive der Altersarmut – geht eben auch mit dem massiven Anstieg der Wohnkosten einher, zu der die Bundesregierung auch mit immer mehr teuren (und teils sinnlosen) Bauauflagen und mit der "Energiewende" beiträgt.

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9 KOMMENTARE

  1. Ach was. Die Politik senkt schon die Standards:

    http://www.focus.de/immobilien/videos/bauministerin-will-mini-wohnungen-leute-brauchen-nicht-mehr-als-30-quadratmeter_id_5611938.html

    Das scheint Niemanden zu interessieren. Betrifft ja nur die Plusdeutschen. Böse Falle. Die Art zu wohnen ist auch Teil unserer Weißen Kultur. Schön auch die rotzige Argumentation der Bauministerin.

    Gott sei Dank weiß man heute nicht mehr, was schon in den dreißiger Jahren an Grundsätzen für sozialen Wohnungsbau entwickelt wurde und welches Menschenbild dem zugrunde lag.

    • Wir haben zu lange den Politschauspielern vertraut. Aus der Frau kommt die kulturelle Leblosigkeit der SPD zum Vorschein. Die SPD war schon immer so. Das Ansinnen der "Ministerin", kommt einer Bankrotterklärung, der ganzen Regierung, gegenüber der Flutung der BRD, mit Menschen gleich, die in Europa fehl am Platz sind.

      • Zum einen ist das Prinzip Kapitalismus von Anfang an zum Scheitern verurteilt.Ein ewiges Auslaufmodell.(Wahnsinn:Immer wieder dasselbe zu machen und andere Ergebnisse zu erwarten./Einstein)

        Wer wie Kapitalismus mit Geld 'spielt'vermindert seinen Wert.

        Die Einführung des Euros und der Austausch mit einer gesunden Währung(D-Mark)ist ein Verbrechen.

        Da diese Gauner dies sogar inzwischen selber gemerkt haben,wollen sie einen einzigen Binnenmarkt,keine einzelnen Nationalitäten mehr.

        Dies wäre eine Möglichkeit den Euro noch über die Zeit zu retten.

        Der sogenannte Rechtsruck in Europa zeigt jedoch das immer mehr Menschen den Braten gerochen haben.

        Fazit:Alles braucht seine Grenzen..auch ein Casino-Kapitalismus.

  2. Die ständige einseitige Heraushebung gestiegener Mietkosten ist unfair Dies geschieht wohl in der Hoffnung, dass der Staat durch freiemarktunübliche Maßnahmen da was drehen kann. Das einseitige rosinenartige Herauspicken eines Segments ärgert. Tatsache ist vielmehr und da schweigen -aus welchen Gründen auch immer- die klugen Köpfe, dass Deutschland mit Umstellung auf den EUR eine 3.Währungsreform erlebt hat und keiner hat dagegen protestiert.Ich finde die Preise für Obst und Gemüse, Autos, Dienstleistungen, Versicherungen sind mindestens genauso,  wenn nicht noch mehr explodiert, während die Löhne im 10-Jahresbereich in homäöphatischen Zuwächsdosen  nach oben gingen.Wenn Deutschland  Sozialleistunge in Milliardenhöhe für  Millionen Infiltranten erbringen muß und die Steuer nicht erniedrigen kann, wird es zu Unruhen kommen, aus reiner Verzweiflung der Menschen.

    • Ich muss Ihnen bei der Heraushebung der "Währungsreform" zustimmen. Nichts anderes war und ist die Einführung des EURO. Das Problem dabei, nach der letzten Währungsreform, bei der die Reichsmark durch die D- Mark abgelöst wurde, ging es für den Bürger mit seiner D- Mark kontinuierlich aufwärts. Die Kaufkraft stieg und Wohnraum gab es bis in die 1970er Jahre zu noch vernünftigen Preisen. Selbst die Kleinrentner hatten die Möglichkeit an der Kaufkraft der D- Mark zu partizipieren. Alle Welt exportierte in die "D- Mark Zone", was einen hohen Konkurrenzdruck auf dem hiesigen Markt, egal ob Textilien oder Südfrüchte, ausmachte. Die D- Mark selbst, war die beste  Sozialhilfe. Sie sorgte für das Auskommen der "kleinen Leute", viel weniger das Sozialsystem, ganz im Gegensatz zu Heute. Um die EU- Nachbarstaaten politisch  zu unterdrücken und zu bevormunden, wurden diese über den EURO an die Kandarre genommen. Wohlwissend, das diese nicht ohne weiteres ihre Völker verraten könnten und würden, das kam erst später, als man in der BRD, in der Lage war zu Tiefstpreisen zu arbeiten, die andere EU- Staaten lange Zeit abwehrten.

      • Ich hatte den angedachten Satz nicht beendet

        "Nichts anderes war und ist die Einführung des EURO. Das Problem dabei, nach der letzten Währungsreform, bei der die Reichsmark durch die D- Mark abgelöst wurde, ging es für den Bürger mit seiner D- Mark kontinuierlich aufwärts". Und genau das Gleiche, nur andersherum, passiert mit uns und dem EURO heute.

        Es geht seit Einführung des EURO, mit uns und dem EURO kontinuierlich abwärts!

        Die Menschen, in diesem Land, sehen überhaupt keine Zukunftsperspektiven mehr.

        Das uns Frankreich den EURO, wegen der "Wiedervereinigung" aufgedrückt hätte, halte ich heute für Unsinn. Einführung und Auswirkungen des  EURO müssen neu hinterfragt werden.

  3.  

    Die 900 Euro 1993 (1.800 DM) entsprechen heute einem Haushaltsbudget von etwa 1.250 Euro.

    Dem kann ich nicht folgen. Worauf begründet Marco Maier diese Steigerung von Kaufkraft? Es handelt sich hier immerhin um angegebene 350.- EURO. Ganz allein die Mieten, deren Kostensteigerung er ja selbst anführt, führen das Wort "Kaufkraft" ad absurdum. Ich bezahle seit dem Zeitpunkt der EURO- Einführung, für die gleiche Wohnung, annähernd 200.- EURO mehr. Mit dem üblichen Trick von Wärmedämmmaßnahmen. Von Kellerdecke und Dachdämmung. Nur für die Miete und deren Nebenkosten, bei gesunkenen Verbrauchswerten. Dann kommt die Energie, also Strom hinzu. Auch Stichtag EURO- Einführung. Vor der EURO- Einführung, Strom 31.- DM, heute Stromkosten 69.- EURO. Bei gesunkenem Verbrauch, wegen Wegzug der Lebenspartnerin.  Wohnungen, gehören heute zum Grundbedürfnis, da sie in nicht ausreichender Zahl zur Verfügung stehen und durch "Inzuchtverhinderer" noch erheblich knapper, somit teurer werden. Das nur zum Thema "Haushaltsbudget". Nach Einführung des EURO, ging die Gesamtkaufkraft stark nach unten. Insbesondere die Sparmaßnahmen im Gesundheitsunwesen, die dazu führten, das Rentner und Hartz4- Bezieher, auch noch von ihrem "Grundeinkommen" alle Zuzahlungen und Eigenanteile selbst tragen müssen. Der ganze Un- Staat, ist darauf ausgerichtet, das alles teurer wird, da er von steigenden Preisen profitiert. Es sind die Steuern an denen der Staat verdient. Die wenigsten kennen die Ursachen der hohen Kosten. allein die MwSt., auf Strom beträgt 19%. Kaum nach zu vollziehen, da ohne Strom und Gas keine Lebensmittel gekocht und zubereitet werden können. Ohne Strom, können Lebensmittel nicht aufbewahrt werden. Körperhygiene und Pflege können nicht betrieben werden. Hier ist allenfalls der geminderte MwSt.- Satz noch tragbar. Es kommen dann noch hinzu die Stromsteuer und die Subventionen für die Parteispender der "Grünen". Über die Abgaben für die "Grüne Industrie", nach dem Erneuerbare- Energien Gesetz.

  4. Diese Vorgänge nehmen im Sozialstaat ungeheuerliche Dimensionen an. So hat sich die Summe der sozialen Wohltaten in Deutschland zwischen 1960 und 2000 verneunzehnfacht. Mit 1,2 Billionen Mark wird ein Drittel des gesamten Sozialprodukts Jahr für Jahr für „Soziales“ ausgegeben. Wer profitiert davon? Die Bedürftigen jedenfalls stellen die weitaus geringste Zahl an Profiteuren. Das zeigt sich schon an einem einfachen Rechenexempel: Zu den wirklich Bedürftigen zählen maximal fünf Prozent der Bevölkerung. Würde man die 1,2 Billionen Mark an sie ausschütten, so müßte jeder einzelne Bedürftige im Jahr dreihunderttausend Mark bekommen.

    Die wahren und hauptsächlichen Profiteure kommen bei einer anderen Rechnung ans Licht: Auf jeden Bedürftigen in Deutschland kommen nämlich heute zehn Personen, die die damit beschäftigt sind, die Sozialtransfers zu verwalten, zu manipulieren, zu verplanen und hin- und herzuschieben.“ (totgedacht – Warum Intellektuelle unsere Welt zerstören, 2002)

    • Klasse Kommentar @ Incamas SRL. Jetzt lässt sich das noch einmal sehr deutlich sehen. Und zwar wiedergespiegelt durch die Flutung Deutschlands, mit sogenannten "Flüchtlingen". Wer kassiert?
      In der Regel? Die akademische Kaste. Die sich dem Staat aufgesetzt hat.

       

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