Bild: Flickr / blu-news.org CC-BY-SA 2.0

Der IWF braucht Geld von den Mitgliedsländern, auch um die laufenden Kreditlinien decken zu können. Doch die Bundesbank will sich nicht mehr so stark an den bilateralen Krediten beteiligen, sondern vermehrt die anderen Mitglieder – allen voran die USA – in die Pflicht nehmen.

Von Redaktion/dts

Ein neuer Streit ums Geld wird die IWF-Mitgliedstaaten während der IWF-Herbsttagung im Oktober beschäftigen. Denn ab dann laufen nach und nach bilaterale Kreditlinien im Umfang von 430 Milliarden Dollar aus. Das Geld hatten die Notenbanken mehrerer Industriestaaten dem Internationalen Währungsfonds während der Hochphase der Eurokrise für Notfälle bereitgestellt. Dem IWF wäre es am liebsten, diese Kredite würden einfach verlängert, wie ein hochrangiger Mitarbeiter dem "Handelsblatt" bestätigte. Der Fonds stößt mit diesem Ansinnen jedoch auf Widerstand in Deutschland. "Die aktuelle Ressourcenausstattung des Fonds ist recht komfortabel", sagte Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret dem "Handelsblatt".

Die Bundesbank hatte sich mit 41,5 Milliarden Euro an den bilateralen Krediten beteiligt. Die regulären Mittel des IWF wurden gerade erst erhöht. Im Dezember 2015 stimmte – mit fünfjähriger Verspätung – der US-Kongress zu, dass die Mitgliedsbeiträge der 188 IWF-Staaten, Quoten genannt, verdoppelt werden. Zusätzlich verfügt der IWF noch über Mittel aus regulären Kreditvereinbarungen.

Insgesamt verfügt der Fonds damit jetzt über 930 Milliarden Dollar Eigenkapital, von denen 650 Milliarden Dollar für weltweite Kriseneinsätze sofort verfügbar sind. "Selbst in der Höchstphase der Finanzkrise hat der IWF nicht so viel Geld einsetzen müssen", ist aus dem Bundesfinanzministerium zu hören. Es gehe der Bundesbank keinesfalls darum, den IWF knapp zu halten. "Die Bandesbank hat stets zusammen mit anderen reservestarken IWF-Mitgliedsländern einen angemessenen Beitrag geleistet", sagte Dombret.

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Bei zusätzlichen Mitteln "müsste es sich aber nicht notwendigerweise um neue bilaterale Kredite handeln. Vorstellbar wäre auch eine stärkere Orientierung an bewährten Instrumenten", sagte er. Im Klartext: Der Bundesbank wäre es lieber, die Quoten würden weiter erhöht. Denn dann wäre auch der größte IWF-Aktionär, die USA, automatisch mit im Boot.

Damals, erinnert die Bundesbank, wurden die bilateralen Kredite nur deshalb von den übrigen Industriestaaten gewährt, weil der US-Kongress die beschlossene Quotenerhöhung blockiert hatte. Dies sei nun nicht mehr der Fall.

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7 KOMMENTARE

  1. Is das nich ein lustiger Kreisverkehr?! Wir zahlen, in Form der Bundesbank, 41 Milliarden an den IWF. Der IWF gibt Griechenland Kredite. Nach dem Griechenland diese nich bedienen kann kommt der Schäuble vorbei und gibt seinerseits den Griechen Kredite damit diese den IWF Kredit bedienen können. 🙂

    Damit die Gläubiger ihre Zinsen einstecken können gibt es dann aller paar Jahre einen Schuldenschnitt von DE. Auf die Art wird der BRD Steuerzahler von den Privatbanken gemolken. Herrlich.

    Tja es ist eben ertragreicher eine Bank zu gründen als eine Auszurauben. 😛

    • Naja der IWF an sich is nun mal ne Sache die man wohl als Kreditgeber braucht wenn man ne Chance auf Rückzahlung haben will. Problem ist wohl mehr das immer und sofort die Marktliberalisierung mit dem Kredit mit vereinbaren und die Entwicklungsländer keine Chance haben mit den Hochökonomischen Weltwirtschaftsländer auch nur eine einzige eigen produzierte Hähnchenkeule zu Wettbewerbsfähigen Preisen anzubieten zumal die Industrienationen in der Lage sind ihre Bauern, respektive die Landwirtschaft zu Subventionieren. Dagegen kann kein Entwicklungsland an. Der IWF hat also nicht allein schuld.

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