Shanghai. Bild: Flickr / Thomas Depenbusch CC-BY 2.0

Während Deutschlands Gesamtverschuldung bei etwa 280 Prozent der Wirtschaftsleistung liegt, sieht der IWF angesichts einer Verschuldungsquote von 237 Prozent des BIP – in China gewaltige Probleme.

Von Marco Maier

Wie so oft wird im globalen Umfeld in Sachen Schulden mit zweierlei Maß gemessen. Hat man beispielsweise mit einer Staatsverschuldung von über 100 Prozent der Wirtschaftsleistung in den USA keine Probleme, so werden schon Russlands Schulden in Höhe von rund 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts als kritisch gesehen. Auch im Falle der volkswirtschaftlichen Gesamtverschuldung wiederholt sich dieses Spiel – dieses Mal mit China.

Denn während die Gesamtverschuldung (also jene von Staat, Unternehmen und Privatleuten) der USA inzwischen bei weit über 60 Billionen Dollar liegt – angesichts des ohnehin hedonisch aufgeblähten BIPs von etwa 18,6 Billionen Dollar also mindestens 325 Prozent der Wirtschaftsleistung – und auch die Bundesrepublik eine Gesamtverschuldung von rund 280 Prozent der eigenen Wirtschaftsleistung aufweist, warnt der erste geschäftsführende Direktor des Internationalen Währungsfonds vor der Lage in China.

Auf einer Konferenz in Shenzhen (China) erklärte IWF-Direktor David Lipton, dass die öffentliche Verschuldung Chinas mit rund 40 Prozent der Wirtschaftsleistung zwar moderat sei, jedoch jene der Unternehmen mit 145 Prozent des BIP nach allen Maßstäben sehr hoch. "Die Unternehmensschulden bleiben ein ernstes und wachsendes Problem, das sofort und mit einem Bekenntnis zu ernsthaften Reformen bekämpft werden muss", so Lipton.

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Zwar stehen einige der chinesischen Unternehmenskredite auf wackeligen Beinen – konservative Schätzungen gehen von einem Volumen von rund 7 Prozent des BIP aus – doch in den USA sieht es diesbezüglich deutlich düsterer aus, zumal die dortigen Kredite via diverser Finanzmarktinstrumente wie Kreditausfallversicherungen und dergleichen "abgesichert" sind und die engen Verknüpfungen der Finanzindustrie zu einem Dominoeffekt führen können, wenn der Schaden (wie z.B. bei einem Kollaps der hochverschuldeten Frackingindustrie oder den Kreditkartenschulden) eine kritische Masse übersteigt.

Kaum jemand wird bezweifeln, dass die Volksrepublik China durchaus einige wirtschaftliche und finanzielle Probleme hat – wie eigentlich fast jeder andere Staat dieser Welt auch. Doch diese politisch motivierten Angriffe, welche zur ökonomischen Destabilisierung des Landes beitragen sollen, sind nur noch peinlich. Vor allem dann, wenn man die Augen viel eher auf jene Staaten richten sollte, die tatsächlich eine ökonomische Gefahr darstellen.

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1 KOMMENTAR

  1. BRD darf, denn haften werden die DEUTSCH-Bürger...äääh DEUTSCH-Bürgen der BRD Finanzagentur GmbH

    Die BRD darf sich haushoch himmelhoch verschulden, denn haften müssen die DEUTSCH-Bürger DEUTSCH-Bürgen der BRD Finanzagentur GmbH. D muss unten gehalten werden…

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