Indien: US-Bündnis statt BRICS-Zusammenarbeit?

Trotz der guten Kontakte zu Moskau und der inzwischen recht guten Beziehungen zu Peking, zeigte Indiens Premierminister Narendra Modi bei seinem Besuch in Washington, dass er wohl doch lieber an der Seite der Amerikaner wäre. Der Hindu-Nationalist übt sich in perfektem Opportunismus.

Von Marco Maier

Manche mögen es als "Politik des Ausgleichs" ansehen, andere jedoch viel eher als Unterwürfigkeit gegenüber Washington. Doch wer genauer hinsieht, erkennt vielmehr eine opportunistische Politik des Hindu-Nationalisten. Für Washington selbst ist Indien geostrategisch unverzichtbar, wenn es um den "Pivot to Asia" geht – also die strategisch-militärische Offensive der USA gegen die Volksrepublik China.

Die traditionellen Verbündeten der USA in dem Raum – allen voran Japan, Südkorea und Taiwan – spielen hierbei ohnehin schon eine große Rolle. Die Philippinen unter ihrem zukünftigen Präsidenten, Rodrigo Duterte, beginnen zwar etwas auszuscheren, doch wenn es um die Gebietsansprüche im Südchinesischen Meer geht, dann ist die Washingtoner Diplomatie eifrig bemüht, die nationalistischen Strömungen in der Region zu stärken. Ohne eine Abdeckung der Südflanke, insbesondere auf indischem Territorium, bringen die ganzen detaillierten Pläne für See- und Luftangriffe auf das chinesische Festland jedoch nichts.

Wer weiß, was der US-Präsident dem indischen Regierungschef so alles versprochen hat, doch die von Obama und Modi veröffentlichte gemeinsame Erklärung, wonach sie im Indischen Ozean und im asiatischen Pazifik "in allen Bereichen" (das heißt: "zu Land, zu Wasser, in der Luft, im Weltraum und im Cyberspace") enger zusammenarbeiten wollen, spricht für sich. Das US-Militär wird routinemäßig Zugang zu indischen Häfen und Militärbasen erhalten, um Nachschub entgegenzunehmen, Reparaturen auszuführen und seine Truppen ausruhen zu lassen. Im Gegenzug hat Washington Indien als "wichtigen Verteidigungspartner" anerkannt. Dieser Status verschafft Indien Zugang zu hochmodernen Waffensystemen, die nur an die engsten Verbündeten des Pentagon abgegeben werden. Bislang nutzt Indien ja vor allem russische Waffensysteme.

Auch wenn Indien nach wie vor offiziell "blockfreier Verbündeter" der USA bleibt, so stellt dies zunehmend nur eine wertlose Fassade dar – vergleichbar mit der "immerwährenden Neutralität" Österreichs, die auch nur auf dem Papier besteht, während die Westbindung des Landes unverkennbar ist. Denn in der letzten Zeit verstärkte Indien auch die militärische Zusammenarbeit mit Japan und Australien – zwei wichtigen US-Verbündeten in der asiatisch-pazifischen Region. Auch in Sachen Territorialstreitigkeiten im Südchinesischen Meer unterstützt Neu-Delhi Washington. Gleichzeitig hält die indische Armee aber auch Militärübungen mit Russland ab.

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Alles in allem erweist sich die indische Außenpolitik als mehrgleisig und opportunistisch. Die BRICS-Partnerschaft wird lediglich zum eigenen Vorteil genutzt, während man sich auf der anderen Seite den USA anbiedert – jener Macht, welche für die Gegnerschaft zu den Regierungen Brasiliens, Russlands und Chinas bekannt ist und derzeit (wahrscheinlich erfolgreich) einen Putsch in Brasilia durchführen lässt. Ob eine solche mehrgleisige Politik Zukunft hat, wird sich allerdings noch weisen müssen.

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15 Kommentare

  1. Indien ist ein großes Land mit großen inneren sozialen Problemen. Insofern passt es also gut zu den USA. Indien wird den Einflüsterungen Obamas leicht folgen können.

    Der Erzfeind Indiens ist Pakistan. Spätestens hier erkennt man, dass die Yankees seit den Indianerkriegen noch immer die gleiche Strategie anwenden. – Rüste beide Parteien mit eigenen Waffen aus, denn nur das belebt das Geschäft.

    Die Idee "BRICS" ist doch nur eine Fata Morgana und politisch nicht belastbar. 
     

    1. Der umgebaute Affe will noch mal richtig loslegen. Müßt mal schauen bei youtube Michel Obama ein Mann? Haben das wahrscheinlich rasgenommen.

  2. Wenn man sich die usraelische Einkreisungs-und Aufpeitschungspolitik so ansieht werden die persönlichen Rückzugsgebietsmöglichkeiten  immer weniger: Seychellen, Mauritius und La Reunion(Franz Militär??) was mir so noch einfällt. Die Philippinen mit den interessanten Frauen pasee:

  3. Jetzt beginnt die USA damit, auch noch den restlichen Teil der Welt kaputtzumachen. Diese Länder sollten bedenken, dass der Yankee heute "der Freund" und morgen bereits der Feind sein kann -, wenn sich seine Interessen nicht durchsetzen lassen. Seine "Ehrlichkeit, beweist" er nur damit,dass er mit seinem wertlosen Dollar – den er ja  zur stinkenden Leitwährung gemacht hat –  in der ganzen Welt verteilen will. Und wer den ablehnt , der wird bekriegt und beseitigt (siehe Hussein und Ghadafi.)

  4. Auf die führende Kaste Iniens ist keinerlei Verlaß und ich hoffe, Russland hat die entscheidenden Ziele auch in Indien auf dem atomaren Schirm. Diese Kaste hat Indien einst an England verkauft und nun an die USA, während das Volk in Hunger und Elend gehalten wird.

    Damit in dieser Welt Frieden herrscht, müssen die Verbrecher der USA beseitigt werden, koste es was es wolle und je eher, desto besser, sonst werden diese Zionisten die Welt vernichten.

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