Bill Gates und Melinda Gates in Oslo, June 2009 - Wikimedia Commons/ Kjetil Ree CC-BY-SA-3.0

Weltweit geht der Trend hin zu Großkonzernen. Das Wachstum kommt auch durch Zukäufe und Übernahmen zustande, so dass die Konzentration des Großkapitals immer umfangreichere Dimensionen annimmt.

Von Marco Maier

Immer mehr Konzerne gehen dazu über, sich weitere Unternehmen einzuverleiben. Auch welche, die nichts mit dem eigentlichen Kerngeschäft zu tun haben. Grund dafür sind nicht nur Diversifizierungsmaßnahmen, sondern auch der Umstand, dass durch die schon bestehende Kapitalkonzentration größere Summen an Profit erwirtschaftet werden. Diese einfach nur an die Anteilseigner auszuschütten, wäre kein gutes Geschäft. Deshalb werden sie investiert – um noch mehr Rendite zu erwirtschaften.

Neben lange Zeit bestehenden Unternehmen geraten auch immer mehr Start-Ups ins Visier der Konzerne. Oftmals für ein paar Millionen Euro gekauft, spülen sie dann Dank der Kapitalkraft der Aufkäufer schnell einmal deutlich mehr Geld in die Kassen – sofern es sich nicht (wie zum Beispiel bei Microsofts Nokia-Deal) um Fehlinvestitionen handelt. Doch selbst diese können von den Giganten verkraftet werden.

Über kurz oder lang jedoch schafft diese Entwicklung ein enormes weltwirtschaftliches Ungleichgewicht. Diese Konzentration wirtschaftlicher und finanzieller Macht schafft ein enormes Erpressungspotential gegenüber den Regierungen der Staaten. Zudem können sie (auch Dank der nach wie vor möglichen Steuerdeals und -schlupflöcher) gegenüber kleinen und mittelständischen Unternehmen mit Kostenvorteilen arbeiten, was in immer mehr Bereichen zu einem unzureichenden Wettbewerb führt.

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Zwar gibt es ein Kartellrecht, doch dieses ist völlig unzureichend. Denn ein Konzern der in vielen Branchen aktiv ist, kann sich trotzdem ein gewaltiges Unternehmensimperium aufbauen, zumal das Kartellrecht lediglich die Marktmacht in den jeweiligen Branchen abdeckt. Ist ein Konzern jedoch in mehreren Branchen aktiv, kann dieser dennoch so mächtig werden, dass er weite Teile der Wirtschaft einzelner Länder dominiert.

Man stelle sich vor, ein solcher Konzern hat Kontrolle über TV (30 Prozent Marktanteil), Zeitungen (30 Prozent MA), Einzelhandel (25 Prozent MA), Banken (25 Prozent MA), Versicherungen (25 Prozent MA), Automobilhersteller (30 Prozent MA), Lebensmittelproduzenten (25 Proeznt MA), Internetdienstleister (25 Prozent MA) und so weiter. In keinem Bereich (einzeln betrachtet) würden kartellrechtliche Grenzen überschritten, doch insgesamt gesehen entstünde so ein Konzerngeflecht, welches weite Teile der nationalen Wirtschaft eines Landes kontrolliert.

Wir sehen jetzt schon, wie sich die Entwicklung auswirkt. Die Aktienkurse steigen in die Höhe, obwohl die realen Wirtschaftsdaten dies gar nicht hergeben – weil die Kapitalakkumulation derart stark ist und die Nachfrage nach Unternehmensanteilen immer weiter wächst. Die lockere Geldpolitik der Notenbanken verschärft dies auch noch. Die Frage ist nur, wie lange das noch gutgehen wird.

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5 KOMMENTARE

  1. Es gibt bereits Investmentfonds, die eine Macht verkörpern, die weder von Kartellrechten noch von Regierungen eingeschränkt wird. Fonds wie Blackrock üben mit ihrem Billionenkapital Einfluß auf Unternehmenspolitik aus, die Unternehmen setzen diese lediglich um (kaufen auf und wachsen).

  2. ………und wenn man bedenkt das diese Kriminellen, nur mit dem Geld Anderer jonglieren, spekulieren und zocken, ohne eigentlich diese Werte geschaffen zu haben, ist das gesammte Geldbetrugssystem eine einzigste Farce.Banker sind so nutzlos wie Kakalaken, als was anderes bezeichne ich solche auch nicht.

  3. Diese Entwicklung ist einem kapitalistisch ausgerichteten System von vornherein inhärent. Folgerichtig ist insoweit auch seine globale Ausdehnung und nicht zuletzt der Krieg, die "positive" Zerstörung. Durch die zunehmende Geld-/Machtkonzentration werden zunehmend die "Schutzmechanismen" abgekauft, beginnend mit Kaperung der Politik zwecks geschmeidiger Gesetzgebung und Privatisierung von allem was in staatlicher Hand sein/bleiben sollte, sowie Kontrolle der Medien um die Massen von sich aus gefügig zu machen. Wirklichem Druck bedarf es dann nur noch gegenüber einem harten Kern an "Widerspenstigen", sofern die in der öffentlichen Wahrnehmung gefährlich werden sollten.

    Zweifelsfrei ist die "Zivilisation" sehr weit fortgeschriten innerhalb dieser für sie zutiefst negativen Entwicklung. Und bei den "Werten" der "Wertegemeinschaft" handelt es sich deshalb zusehends nur noch um blasse Theorie, eine Illusion hinter der sich übelst tatkräftige, völlig gegenläufige Mechanismen verbergen.

  4. Diese Kapitalkonzentrationen sind über die Aktienkäufe spielend leicht möglich. Das Aktienrecht schafft die Voraussetzung dafür, dass sich das Eigentum am Unternehmen durch den Aktienhandel verselbständigt und gegenüber der wirtschaftlich produktiven Tätigkeit des Unternehmens ein Eigenleben führt, ohne Verbindung zu den Sorgen der im Betrieb arbeitenden Menschen, die die eigentliche Substanz des Unternehmens bilden.

    Es ermöglicht, am Gewinn ohne Leistung teilzunehmen, einen beherrschenden Einfluss über das Unternehmen zu gewinnen u. Aktien gewinnbringend zu verkaufen. Es wäre Sache des Rechtsstaates, wenn wir denn einen hätten, dies zu beseitigen. Das wäre eine revolutionäre soziale Tat.
    http://fassadenkratzer.wordpress.com/2013/10/11/die-sozial-zerstorerische-wirkung-des-aktienrechts/

  5. Das Grosskapital gehört zerschlagen, enteignet und vernichtet zu werden. Das sind die grössten Räuber und Gangster.

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