Großbritannien: Labour will bedingungsloses Grundeinkommen prüfen

Trotz der gescheiterten Volksabstimmung in der Schweiz wollen die britischen Sozialdemokraten das BGE-Modell überprüfen. "Schattenkanzler" McDonnell sieht darin ein Konzept gegen die Roboterisierung der Wirtschaft im Rahmen der vierten industriellen Revolution.

Von Marco Maier

Das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE) stellt eine radikale Transformation des Sozialstaates dar und wird deshalb nicht umsonst von äußerst kontroversen Debatten begleitet. In der Schweiz konnten die Stimmbürger gestern darüber abstimmen – und lehnten die Einführung mit gewaltiger Mehrheit ab. Doch bei den britischen Sozialdemokraten scheint man sich angesichts der Argumente der BGE-Befürworter dafür zu interessieren.

Besonders John McDonnell, Schattenkanzler und bekennender Linkspolitiker, kann sich für die Idee des "Universal Basic Income" (UBI), wie das BGE in Großbritannien genannt wird, sichtlich erwärmen. Immerhin galt McDonnell schon zu Zeiten der Führung Tony Blairs als erbitterter Gegner der neoliberalen "New Labour"-Politik und der britischen Unterstützung der Irak-Invasion durch die USA unter George W. Bush.

So sagte McDonnell, dass die Forschung "einen interessanten Fall für eine universelle und bedingungslose Zahlung für alle macht, welche unser Land gegen jegliche Revolution in Sachen Jobs und Technologie schützen kann, die noch kommen werden. Es ist ein Gedanke den Labour in den nächsten Jahren ernsthaft betrachten will".

Er beruft sich dabei auf den "Compass Report", der besagt: "Für den Fall für ein BGE zentral ist der Weg, wie es uns dabei hilft, uns für eine Welt in der die neue technologische Revolution, geführt von künstlicher Intelligenz und Robotik, mit der Zeit die Natur der Arbeit und die Art und Anzahl an Jobs transformiert, vorzubereiten." Weiters führt der Bericht aus: "Ein BGE bietet einen kraftvollen weg alle Bürger vor den großen Winden des Wandels zu schützen, der uns in das vierte industrielle Zeitalter hineinführt, sowie die potentiellen massiven Produktivitätszuwächse zu teilen, welche es mit sich bringt."

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5 Kommentare

  1. Jetzt haben die pervers-dekadenten Vollidioten ein neues "europäisches" Tertiärreizthema zum heimlichen Ablenken von der  volksbeglückenden Migratisierung!

  2. Die Oberschicht bekommt ihr bedingungsloses Grundeinkommen schon seit Jahrhunderten in die Wiege gelegt. Im Vergleich zu dieser allgegenwärtigen und alle Lebensbereiche durchdringenden sozialen Diskriminierung der großen Mehrheit erscheint die nicht weniger verabscheuungswürdige rassistische Diskriminierung sogar schon geradezu nebensächlich. Und übrigens wäre darüber hinaus ein BGE in menschenwürdiger Höhe geeignet, dem kapitalistischen System zumindest bis auf weiteres seine Legitimation wiederherzustellen. Das BGE sollte am Besten sehr schnell kommen. McDonnel hat recht. Es löst einiges.

  3. auch ich bin für ein bed. grundeinkommen. aber dafür müsste sich der deutsche dumm-michel und bildzeitungsleser erstmal von dem münteferingschen satz "wer nciht arbeitet, soll auch nicht essen" lösen. und das traue ich ihm nicht zu. was arbeiten die eliten eigentlich, ausser dieses land kaputt zu machen. sie dürften noch weniger essen dürfen.

    1. Solange es Arbeitsplätze gibt, sollte man auch arbeiten müssen. In Zukunft wird sich das alles Dank Automatisierungstechnik allerdings von selbst ergeben.

      Arbeiten "darf" dann nur noch die elitäre Schicht, die dafür hoffentlich wie die Götter leben.

      Wer zurzeit von BGE träumt ist einfach nur faul. So einfach ist das.

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