Foto: flickr.com/Piotr Drabik (CC BY 2.0)

Marseille wurde zum Schlachtfeld und andere Städte folgten. Es sind die üblichen Verdächtigen, wie Engländer, Nordiren, Waliser und Deutsche, die mit Russen, Slowaken, Polen und Ukrainern, unter Alkoholeinfluss aneinander gerieten. Während das Sicherheitskonzept auf Terroristen geeicht war, übernahmen die Hooligans die Aufgabe, Chaos, Angst und Schrecken zu verbreiten. Hooligans statt Terroristen.

Von Rui Filipe Gutschmidt

Manche lernen wohl nie. Ein paar Bier, die Sonne knallt und die Fangesänge, die die Stimmung anheizen, sind willkommen, solange nicht so weit angeheizt wird bis es brennt. Doch genau das ist passiert. Während die meisten Fans friedlich ihr Fußballfest feiern, hübsche Mädels und Jungs von weit her kennen und lieben lernen, haben die üblichen Verdächtigen erst Ruhe, wenn sie den anderen das Fest versaut haben. Auch wenn es weit hergeholt scheint, so ist der Vergleich mit den Terroristen des Daesh oder mit den viel zitierten Übergriffen in der Kölner Silvesternacht nicht von der Hand zu weisen. „Gäste“, die sich nicht zu benehmen wissen, Tote und Verletzte und jede Menge Sachschäden, ganz zu schweigen von der allgemeinen Unfähigkeit der Polizei, das Chaos zu verhindern oder auch nur einzudämmen.

Eine der vielen Anti-Islambewegungen in Deutschland sind die „Hooligans gegen Salafisten“. Mein erster Gedanke damals? Die einen predigen die Gewalt, die anderen praktizieren sie! Kopfschüttelnd musste ich mit ansehen, wie Leute für die der Fußball ein Anlass ist um sich gegenseitig die Fresse einzuschlagen und die dabei ganze Innenstädte in Schutt und Asche legen, applaudiert wurden, als wären sie die „Beschützer des Abendlandes“. Den Alkoholikern, denen es egal ist ob Frauen, Kinder oder einfach nur friedliebende Fans bei ihren im Suff durchgezogenen Aktionen zu Schaden kommen als „Bewahrer christlicher Werte“ sehen zu wollen – das ist nun wirklich weit hergeholt.

Fußball ist kein Krieg. Ganz im Gegenteil, es ist der Weg, den die Menschheit fand um sich zu messen ohne sich gleich die Köpfe gegenseitig einzuschlagen. Denn es liegt uns im Blut, rein genetisch, uns miteinander zu vergleichen. Nicht nur um den Partner für die Fortpflanzung auszusuchen, sondern auch um unseren Status in der Sippe und die Rangordnung innerhalb der Gemeinschaft festzulegen, folgen wir instinktiv dieser Verhaltensweise, die nur im Ausnahmefall zu Gewaltakten führen sollte. „Im Reich der wilden Tiere“ gibt es jede Menge Beispiele dafür. Leider gibt es schlechte Verlierer, die den Krieg vorziehen, da dieser keine Regeln hat. Zumindest hält sich niemand so richtig an Regeln, wenn es ums Töten, Schützen der Seinen oder Rache für deren Tod geht. „Im Krieg und in der Liebe ist jedes Mittel erlaubt.“ So der Philosoph.

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Der Sport, zu Ehren der Götter um die Einhaltung der Regeln mit Gottes Zorn zu gewährleisten, ist eine geniale Erfindung. Die Menschen haben also die Möglichkeit ihren Nationalstolz, Heimatliebe oder Patriotismus auf friedlichem Weg zu zeigen, ohne dabei die anderen Nationen, Städte oder Vereine zu beleidigen, als minderwertig und unwürdig zu bezeichnen. Außerdem ist es eine gute Form um Werte wie Gerechtigkeit, Fairness oder Zusammenhalt zu lernen. Kinder lernen Werte, wenn richtig geleitet, auf denen unsere Gesellschaft basiert. Hooligans sind eine Pervertierung dieser Wertegemeinschaft und zu behaupten, diese Werte schützen zu wollen ist einfach nur der Gipfel der Falschheit. Den Steinzeitislam der Salafisten, Taliban, Daesh und welcher Djihadisten abzulehnen und zu bekämpfen, nur um ein Steinzeitchristentum, das orthodoxe Judentum der Siedler im Westjordanland oder sonstige autoritäre Ideologien an dessen Stelle zu setzen ist wohl nicht der Sinn der Sache. Die letzten Tage zeigen ganz genau, wie die Hooligans und ihre rechtsextremen Unterstützer die Geschicke Europas lenken würden. Wenn man die Geschichte leugnet oder meint, dass wir jetzt „andere Zeiten leben und einen gemeinsamen Feind haben, der muss sich nur die Gegenwart in Frankreich ansehen. Jeglicher Extremismus nährt sich vom Hass und nutzt die Gewalt und den Terror als Basis zur Machterhaltung.

Vier Tage lang tobte eine Straßenschlacht im Hafen von Marseille. Es war eine barbarische Auseinandersetzung zwischen Engländern und Russen, mit einigen Franzosen mittendrin – meist auf Seite der Russen, die den Streit nach Meinung der Einheimischen nicht begonnen haben. Seit einigen Tagen waren 70.000 Engländer und 20.000 Russen in der Hafenstadt am Mittelmeer. Sie feierten friedlich bis irgendein Maulheld die Klappe zu weit aufriss und aus verbalen Provokationen, eine handfeste Auseinandersetzung wurde. So führte der eine oder andere Streit zur Massenschlägerei auf die einige schon gewartet hatten. Der Funken sprang auf andere Städte über und man muss sich fragen, was aus den schwarzen Listen wurde, auf denen bekannte Hooligans registriert sind? Vor lauter Terrorgefahr, die selbstverständlich Priorität hat, wurden die gewaltbereiten „Fans“ vernachlässigt. Und was wird jetzt?

Am dritten Tag verlor die UEFA die Geduld mit den englischen und russischen Unruhestiftern in Marseille und drohte mit der Disqualifikation der beiden Teams. Wenn die Hooligans sich denn darum scheren würden. Leider ist für viele der Fußball nur ein Vorwand um sich zu Prügeln, ihrer Zerstörungswut zu frönen und so nebenbei natürlich Läden zu plündern. Während die linken Chaoten Veranstaltungen wie Bilderbergtreffen oder die G7 nutzen, haben wir rechte Chaoten, die bei der Fußball EM Stunk machen. Nicht gerade klug, ausgerechnet da so eine Sauerei anzurichten, wo Anschläge der Islamisten zu erwarten sind. Die freuen sich über die Ablenkung und man kann nur hoffen, dass die Terroristen nicht das allgemeine Chaos nutzen, um zuzuschlagen. Sieht fast so aus, als würden dessen Führungsspitzen Hand in Hand arbeiten. Fast…

100.000 Polizisten wurden direkt für den Terrorschutz abgestellt, wobei die Sicherheitsmaßnahmen nicht selten übertrieben sind. Dennoch ist es schwer den Enthusiasmus der waren Fans zu bremsen. 25.000 wollten beispielsweise das öffentliche Training Portugals sehen. Den Behörden standen bei der Idee – für die Portugiesen völlig normal – die Haare zu Berge. Nach langem hin und her durften 1.000 das Training sehen. Autogramme, Pressekonferenzen und die Fans die dem Mannschaftsbussen überall hin folgen, sind der französischen Polizei ein Graus. Jetzt haben sie noch mehr Arbeit, da sie auch den friedfertigen, den wahren Fans auf die Finger schauen müssen und ihnen jeglichen Kontakt mit ihren Idolen verbieten werden.

Die Engländer, Franzosen und ein Österreicher, die in Marseille verhaftet wurden, haben schon ihre Gerichtsverhandlung hinter sich. Im Schnellverfahren zu Haftstrafen verurteilt, ist für diese „Barbaren“, wie sie inzwischen genannt werden, die Europameisterschaft zu Ende. Der zuständige Staatsanwalt lamentierte noch, dass von den etwa 150 Russen, die auf Videoaufnahmen beim verüben von Straftaten zu sehen sein sollen, kein einziger verhaftet wurde. Sie waren wohl einfach zu schlau, um sich erwischen zu lassen. Jetzt wird kein Alkohol mehr vor den Spielen ausgeschenkt (aber sicher doch) und es heißt „Null Toleranz“ gegenüber Gewaltakten von sogenannten Fans. Wie man sieht, brauchen wir gar keine Djihadisten des Daesh, um uns umzubringen. Ein Fan aus Nordirland stürzte in den Tod, nach dem er unbestätigten Berichten nach, vor polnischen Hooligans floh. In Marseille gab es 35 Verletzte, vier davon schwer. Ein Engländer ringt derzeit mit dem Tod. Dazu wurde der Fußball, wurde der Sport, nicht erfunden. Fußball ist kein Krieg! Hooligans sind auch nur Terroristen und die „Soldaten des Islam“ bedanken sich für dessen Hilfe!

P.S.: Die UEFA hat der Russischen Föderation die Gelbe Karte gezeigt. Bei weiteren Ausschreitungen folgt Rot und die Russische Mannschaft (Gastgeber der WM 2018) wird disqualifiziert. Und England? Das riecht doch irgendwie nach Politik, nach politischer Ausnutzung der Lage!

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7 KOMMENTARE

  1. Und doch ist Fußball Krieg, um sich gegenseitig die Köpfe einzuschlagen. Gebt den Deppen Brot und Spiele und schon haben wir unsere Ruhe. Die ganzen Hohlbirnen fahren darauf voll ab !

  2. Frage: Wenn diese Hooligans "rechtsextrem" sein sollen, wo sind dann die staatlich alimentierten, linkstremen und gewalttätigen und "friedlichen" Blockierer dieser Leute? Wo ist das "breite Bündnis gegen Rechts" usw., welches auch bei der kleinsten patriotischen Demonstration auf die Menschheit losgelassen wird? Wo sind die polizeilichen Überfallkommandos, die sonst gerne mal bei "falschen" Äußerungen früh um 04.00 Uhr die Wohnung stürmen und dieselbe verwüsten?

  3. Für was kloppen sich diese Hirnlosen Sportfachkräfte eigentlich?

    Dafür dass die Mehrfachmillionäre auf dem Platz inkl. Nutzniesser noch mehr Geld verdienen? Dafür dass einige der Multinationalen Nationalspieler endlich ihre Nationalhymne singen? Dass die 90 Minuten jeweils schnell vorbei sind und sich endlich so richtig besaufen und schlecht benehmen kann? Als Reaktion auf die bittere Einsicht, dass man selber so doof ist, dass man selber verprügelt werden muss in der Hoffnung einer positiven Hirnaktivität? Als Dankeschön an die eigenen Regierungen, weil sie ihren Polizeistaat danach noch weiter vergrößern können? Als Ausdruch der eigenen Anteilnahme der Würdigung, dass eine ganze Industrie von dieser Volksverblödung existiert? Und, und, und… 

    • Als ehemaliger, lang her, kann ich ihnen sagen. Wegen nix von alle dem was sie da aufzählen. Es geht schlicht um Zusammenhalt, darum zu siegen, andere zu demütigen, als Mann geboren zu sein und sich so zu verhalten, einfach mal drauf zu halten und stehen zu bleiben wo andere weglaufen. Kurz man fühlt sich als anerkannter Krieger in ner Gemeinschaft. Jedes Spiel, jeder Sonntag, war ein neues Abenteuer. Außenstehende haben nie was ab bekommen. Es wurden immer nur die getestet die voller Stolz ihre Farben getragen haben. Der normale Fußballgucker wurde nie behelligt.

      Das die Jungs Humor haben kann man an ihrer Forderung und Sprechchören am ersten Tag sehen….. Wo ist der IS, wo sit der IS….. 🙂

  4. Wie es genau woanders aussieht, ist mir doch unbekannt. Was die Fussball-Kultur angeht fällt bei uns in Portugal auf, dass es einen gewissen Zusammenhang zwischen den- gelinde gesagt – undurchsichtigen Geschäftspraktiken mancher Vereinsführung einerseits und der allgemeinen Mittelmässigkeit der "Basis" andererseits besteht. Dieser Zustand wird zusehends kaum angetastet, denn niemand wagt es, sich mit den hier enormen im Spiel stehenden politisch-wirtschaftlich-gesellschaftlichen Interessen anzulegen. Üben wie drüben scheint somit der garantierte Weg in die Sport-Barbarei gesichert zu seim.

  5. Engländer, Franzosen und ein Österreicher im Schnellverfahren verurteilt,verhaftet ???

    Da stellt sich die Frage, warum franz. MUSLIME nicht verhaftet worden sind , die nämlich in der Stadt Marseille bei den Massenschlägereien auch involviert waren.

    Dazu ein Artikel: Epoch Times: Migranten in Marseille zetteln Fan-Krawalle bei Fußball EM an.

    In den Medien und TV wird seit Tagen von anhaltenden Zusammenstößen versch. Fangruppierungen in franz.Marseille (Fußball EM) berichtet.Aber sie verschweigen und es fällt kein Wort darüber, das auch muslimische Jungendliche in der STADT bei den Massenschlägereien involviert waren.

    Stellen dafür lieber England und Russland – Fans als Sündenböcke da.

    Es waren Migranten die England-Fans nach Anti-IS Chöre attackierten.

    Genauso wie schon 1998 bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Marseille, auch da wurden englische Fußball-Fans von tunesische und nordafrikanischen Einwandereren attackiert.

    ABER MEDIEN,TV UND POLITIK SCHWEIGEN ZU DEN ATTACKEN DER MIGRANTEN IN MARSEILLE. Und verhaften nur EU Bürger, nicht aber Migranten die auch in den Massenschlägereien verwickelt waren.

  6. Nachtrag : Staatsanwalt lamentiert, 150 Russen waren zu schlau sich erwischen zulassen ???

    .Na, dann waren wohl auch die "Migranten" zu schlau um sich erwischen zulassen.

    Dazu aber kein Wort des zuständigen Staatsanwalt .

    EU Bürger wurden im Schnellverfahren verhaftet – nicht aber Migranten die auch in den Massenschlägereien verwickelt waren ? !

    Sind mittlerweile Europäer in EUROPA – Menschen zweiter Klasse ?????

    Für mich, ein erschreckendes Erkenntnis .

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