Eurasische Wirtschaftsgemeinschaft statt Europäische Union?

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Anstatt eine politische Union in Europa zu formen, wäre ein wirtschaftliches Bündnis von Lissabon bis Wladiwostok und Shanghai deutlich sinnvoller und könnte wichtige Akzente für ein friedliches Miteinander ohne US-Kriegstreiberei setzen.

Von Marco Maier

Die Europäische Union steht vor einem Wendepunkt. Mit dem baldigen Aussscheiden Großbritanniens infolge des Referendums erstarken auch in den anderen EU-Ländern jene Kräfte, die sich dem politischen Zentralisierungsprozess verweigern. Denn der Brexit verdeutlicht gerade infolge der nun aufkeimenden Debatten, wie sehr dieser Vereinheitlichungs- und Zentralisierungsprozess den Widerstand jener verstärkt, die die sprachliche und kulturelle Vielfalt Europas erhalten wollen.

Zudem haben die Briten stets klargemacht, dass sie den europäischen Binnenmarkt durchaus befürworten – was ja auch eine gute Sache ist. Soll die Europäische Union ein kontinentales Friedensprojekt sein, dann ist der wirtschaftliche Weg durchaus die beste Möglichkeit. Politisch hingegen bestehen so viele Unterschiede (siehe auch die verschiedenen Forderungen in Sachen Eurokrise oder Migrationskrise), dass in solchen "von oben verordneten" Prozessen zur Bewältigung (oder zumindest den Versuch dessen) mehr böses Blut entsteht als Einigkeit.

Europa muss damit beginnen, seine geographische Position vor allem wirtschaftlich zu nutzen und mit den Nachbarn entsprechende Kooperationen eingehen. Anstatt jedoch mit TTIP, Tisa und CETA die Herrschaft der transatlantischen Konzerne zu festigen, braucht es ein eurasisches Bündnis, welches die europäischen Länder mit Russland, Zentralasien und China zusammenführt. Davon kann der ganze Doppelkontinent profitieren. Mit einer gegenseitigen Anerkennung der politischen Souveränität ergibt sich auch eine Respektbezeugung, die dann ebenso in guten wirtschaftlichen Beziehungen resultiert.

Allerdings müssen die Europäer dann damit aufhören, sich als politische Moralapostel aufzuspielen. Wer jahrzehntelang eine Politik verfolgt hat, die die Machtergreifung der multinationalen Konzerne (welche kein Gewissen, nur Profite kennen) begünstigt und die ein undemokratisches Gebilde namens EU formierte, sollte bei solchen Themen lieber etwas leiser sein. Vom westlichen Kulturimperialismus ganz zu schweigen, der durchaus mit der Herrenrassenmentalität der Nationalsozialisten zu vergleichen ist – nur eben mit dem Unterschied, dass sich dieser nicht auf eine Rasse bezieht, sondern auf die angeblichen "westlichen Werte", welche überall verbreitet werden sollen.

Eine Eurasische Wirtschaftsgemeinschaft, basierend auf gegenseitigem Respekt, fairen Bedingungen auch für die ökonomisch schwächeren Mitglieder und struktureller Unterstützung für die ärmeren Staaten und Regionen könnte so einen wichtigen Beitrag für ein friedliches 21. Jahrhundert sein und verhindern, dass die USA den nächsten Weltkrieg wieder auf europäischem und russischem Boden austragen.

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10 KOMMENTARE

  1. Den nachfolgenden Beitrag habe ich kürzlich bei RT-deutsch zum Thema chinesisch-russische Partnerschaft in Eurasien gepostet. Er passt auch hier, deswegen erlaube ich ihn hier gleichlautend einzustellen.

     

    Frieden durch Entwicklung – funktioniert überall auf der Welt, wenn man es wirklich will.

    Es ist erfreulich zu lesen, dass dieses Projekt 'Eurasische Landbrücke' nicht nur erste Früchte trägt, sondern auch nachweislich als die einzig gangbare Alternative zum westlichen Finanzfaschismus mit Deregulierung, Sanktionen und Zinserpressung gegenüber Schuldnern darstellt, mit der sich eine Entwicklung der Menschheit in Frieden und wachsendem Wohlstand betreiben lässt.

    Die Frage ist jetzt nur noch: werden das die USA und die gerade kläglich an sich selbst gescheiterte EU rechtzeitig begreifen, bevor die Falken im Westen einen neuen alles vernichtenden Krieg vom Zaun brechen.

    Ich wünsche mir, dass rechtzeitig Vernunft in DC, Brüssel und Berlin eingekehrt und man sich dieser eurasischen Entwicklung anschließt.

    Die Bürgerrechtsbewegung Solidarität hat in dieser Sache übrigens seit Jahren eine erhebliche Vorarbeit geleistet. Das muss man neidlos anerkennen. Hier gibt es jede Menge Stoff zu dem Thema.

    http://www.bueso.de/wlb

  2. Eurasische Wirtschaftsgemeinschaft statt Europäische Union?

    ——

    Na klar, was denn sonst?

    Allein der Gedanke daran treibt den Polit-Puppets der Wall Street und City of Londen den Angstschweiß auf die Stirn!

    STRATFOR (Friedman) : US-Hauptziel war es immer, Bündnis Deutschland + Russland zu verhindern

    3 Februar 2015. Der Gründer und Direktor der weltweit führenden privaten US-Denkfabrik auf dem Gebiet Geopolitik STARTFOR (Abk. Strategic Forecasting) George Friedman über weltweite Geopolitik der USA und speziell in Europa. Zitat: "Das primäre Interesse der USA, wofür wir seit einem Jahrhundert die Kriege führen – Erster und Zweiter Weltkrieg und Kalter Krieg – waren die Beziehungen zwischen Deutschlan und Russland. Weil vereint sind sie die einzige Macht, die uns bedrohen kann, und unser Interesse war es immer, sicherzustellen, dass das nicht eintritt." Ausschnitte. Quelle The Chicago Council on Global Affairs

    https://www.youtube.com/watch?v=gcj8xN2UDKc

    • @ Dietrich von Bern

      Teile Ihre Meinung voll und ganz.

      Putin macht derzeit die vernünftigste Politik für Europa, und sichtlich auch für ein Gross-Europa zusammen mit Asien. Das schmeckt den Yankees sicher gar nicht, ist aber nicht mehr aufzuhalten. Europa und Asien ist ein Kontinent, da muss man nur auf die Landkarte schauen.

      Westeuropa und Russland haben kulturell, technisch und wirtschaftlich aus natürlichen Gegebenheiten soviele historische und auch gegenwärtig wirtschaftlich-kulturelle Kontaktpunkte, dass eine gemeinsame Weiterentwicklung dieser eurasischen Regionen nicht mehr zu unterbinden ist. Und heute kommt noch hinzu, dass immer mehr Menschen in den einzelnen Ländern die hinterhältigen Dreckspiele der USA durchschauen. So werden Putin und seine Verbündeten zunehmend mehr Weltbevölkerung hinter sich scharen, während die USrael-Oberclique immer verhasster wird. Regierende, die das übersehen, fliegen wie Cameron früher oder später ganz böse auf die Nase. Selbst in den USA machen sich starke Kräfte gegen die eigene Regierung breit.

      Trump zerreißt Clinton in vernichtender Rede
      http://www.compact-online.de/trump-zerreisst-clinton-in-vernichtender-rede/

       

  3. "…fairen Bedingungen auch für die ökonomisch schwächeren Mitglieder und struktureller Unterstützung für die ärmeren Staaten und Regionen…"

    Da isser wieder, der deutsche Gutmensch. Im Falle des Falles sollten die Deutschen zuerst einmal die Chinesen im Auge behalten. Jurassic Park voll in Echt.

  4. Die marionetten lügen und betrügen doch schon weiter. Nun sinniert man öffentlich über eine neue EU, im Stile der EWG. Nur, das die Völker Europas da wieder nicht gefragt würden. Sie haben auch höchst unterschiedliche Interessen. Noch nie ging es Polen so gut. Natürlich über mannigfache Subventionen und der Zuwanderung deutscher und europäischer Betriebe. Denn der Wirtschaftsstandort in Oberschlesien ist durchaus attraktiv. Kaum eine Viertel- bis halbe Stunde nach der BRD. Natürlich würde man in Rumänien, Bulgarien, den Balten und Polen eine EU oder EWG weiterhin fordern. Sollte die BRD Austrittsversuche unternehmen, werden wir sogleich an unsere Vergangenheit und die daraus resultierende Verantwortung erinnert. Solange in Deutschland noch ein Blutstropfen vorhanden ist, wird dieser versucht abzusaugen. Der Weg ist egal.

    • @ Grimm

      ..…werden wir sogleich an unsere Vergangenheit und die daraus resultierende Verantwortung erinnert. Solange in Deutschland noch ein Blutstropfen vorhanden ist, wird dieser versucht abzusaugen. Der Weg ist egal.  (..)

       

      Professor Michael Hudson: „Die Geschichtslügen gegen Deutschland wurden von der Wall-Street erfunden, um sie für den ewigen Tribut erpressbar zu halten.“

      Der an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der University of Missouri-Kansas City lehrende Professor Michael Hudson erklärte mit klaren Worten, dass die Wall-Street für die über die Deutschen verhängten Geschichtslügen verantwortlich sei. Hudson:

       „Sie können in Deutschland nicht Geschichte lehren wie sie war, ohne gefeuert zu werden. … Die ganze Theorie der Schuldenpolitik wurde damals von der Wall Street entwickelt. Plötzlich gab man den Deutschen eine falsche Geschichte. Sehen Sie sich die deutschen Schulbücher an, und die Propaganda der Banken, Monat für Monat, Jahr für Jahr.“ 

      Quelle: RT (boom and bust), January 16, 2014

  5. Es ist schon nachvollziehbar, dass sich viele Menschen in Eurasien so eine Entwicklung wünschen, auch wenn sie sich zunächst als Wunschdenken versteht. Fakt ist aber, dass viele dieser Menschen bestimmt zu den weltweit millionenfachen Benutzern von Windows, Facebook, Twitter, usw. gehören.  Aus dieser und zwar nicht etwa aus der Diesel-Wiege stammen zwar einige der für die heutige Welt ausschlaggebenden Innovationen; das ist nun mal Tatsache. Ist es doch möglich, auf zwei Hochzeiten zu tanzen?

  6. Mit dem Artikel kann ich nichts anfangen, da er nur eine typische Incidenterdarstellung ist. Expressis verbis müßte vielmehr  dargestellt werden, dass aufgrund der SHEAF-Militärgesetze sich Deutschland nicht einen Zentimeter   irgendwohin bewegen kann, ohne usraelischen Segen. Insoweit wäre angezeigter, wenn contra mal ganz dezidiert dieses mittelalterliche usraelische Sklaven-und Helotentum darstellt und darstellt, welche Chancen und Möglichkeiten wir- generell und einzelbezogen- wirtschaftlicher Art  hätten, wenn es gelänge  diese ekelhaften Sklavenhalter loszubekommen.  Dies illusionistischen Phantasieprodukte einer eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft tun weh! Es ist höchste Zeit, dass dieses scheinheilige Theater aufhört und dass klipp und klar gesagt wird, dass man uns versklavt. Und das ist mit 1000 prozentiger Sicherheit kein Verschwörungsgedöns!!

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