Erstmals mehr Riester-Verträge gekündigt als abgeschlossen

Die Aufklärung über die Unsinnigkeit der Riester-Rente, insbesondere für schlechter Verdienende, kommt offenbar an. Zum ersten Mal sind mehr Verträge gekündigt als neu abgeschlossen worden.

Von Redaktion/dts

Die Nullzinsphase und anhaltende Negativschlagzeilen bringen die Riester-Vorsorge endgültig zum Erliegen. Nach einem Bericht des "Kölner Stadt-Anzeigers" sind im ersten Quartal diesen Jahres erstmals mehr Verträge gekündigt als abgeschlossen worden. Das Blatt zitiert eine Statistik des Bundessozialministeriums, derzufolge die Zahl der Riester-Verträge in den ersten drei Monaten um rund 1.000 auf 16,481 Millionen zurückging.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) gibt der Politik die Mitschuld. Ganz offensichtlich wachse die Zahl der Menschen, "die durch die zum Teil unsachlich geführte Rentendebatte verunsichert sind", sagte GDV-Präsident Alexander Erdland dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Manche Experten hatten die Riester-Verträge schon immer für wenig lohnenswert gehalten, möglicherweise kommt diese Erkenntnis nun auch bei den potentiellen Versicherten an. Zudem zeigten bereits frühere Berechnungen, dass sich "Riestern" insbesondere für Bezieher niedriger Einkommen gar nicht lohnt.

Der Geschäftseinbruch befeuert zudem die politische Debatte um eine Reform der geförderten Altersvorsorge. "Die Mechanik des Walter Riester, sinkendes Rentenniveau hier, stärkere private Vorsorge dort,– geht erkennbar nicht auf", sagte Grünen-Rentenexperte Markus Kurth der Zeitung: "Wir brauchen besser heute als morgen einen Neustart." Auch SPD-Fraktionsvize Carola Reimann erklärte: "Die Erwartungen haben sich nicht erfüllt."

Während die Versicherer bessere Rahmenbedingungen für die private Altersvorsorge fordern, setzt die große Koalition auf eine Stärkung der Betriebsrenten: "Wenn eine Säule schwächelt, muss man die beiden anderen umso stärker machen", erklärte Reimann. Ähnlich äußerte sich Unions-Rentenexperte Peter Weiß (CDU): "Im Vordergrund steht nun eine Reform der betrieblichen Altersvorsorge, für die man auch die Riester-Förderung nutzen sollte", sagte er dem Kölner Stadt-Anzeiger. Nach Informationen des Blattes will die Regierung noch vor der Sommerpause entsprechende Vorschläge machen.

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8 Kommentare

  1. Toll, das mit der Betriebsrente. Was macht jemand der krankheitsbedingt mit 48 Jahren in die Rente geschickt wird und noch seine private Altersvorsorge (Haus) abbezahlen muß?

    Der lebt unter der Brücke und wird bei Asylanten Versorgungseinrichtungen fort gejagt.

  2. Der Riestermist hat mich noch nie so wirklich angemacht, aber wenn ich „ Reform „  lese, komme mir die Nackenhaare hoch. Auch wenn die breite Masse immer noch meint, dass es nicht so schlimm werden wird , weil man ja eine betriebliche Vorsorge hat und man ihnen die Rente nicht nehmen kann, bleiben gewisse Tatsachen :

    es werden bei der Gesetzlichen nur noch 43% vom netto sein, von der

    Kranken- und Pflegeversicherung gezahlt werden muß und mit ein wenig
    „ Glück „

    die Rente besteuert wird

    Niemand weiß, wieviel bei der " Betrieblichen " rauskommt, da auch hier gekürzt und gemauschelt wird
     

    Von anderen nicht kalkulierbaren Fakten wie Renten-Eintrittsalter ( vielleicht dürfen unsere Kinder ja mal mit 85 J. vorzeitig in den Ruhestand ) , Krankenkassen- und Pflegeversicherungssatz, Kassenleistungen bzw. Zuzahlungen oder auch zwangsweise verordneter vorzeitiger Ruhestand , bei dem auf Dauer die Rentenkürzung vorgenommen wird, reden wir jetzt nicht. Unterm Strich ist es auch egal…. wir werden in allen Lebenslagen kurz gehalten werden
     

  3. Wie kommt das?

    1. Die Menschen sind pleite aufgrund der ganzen direkten und indirekten Steuern, Abgaben, Gebühren, Zwangsmitgleidschaftsgebühren die bereits über 75% des Einkommens ausmachen.

    2. Sie haben das System verstanden und wollen nicht mehr mitspielen.

    3. Sie gehen lieber in Puff und weil sie dort nicht mehr anschreiben dürfen durch Basel 2, müssen Sie liquide sein und kündigen als erstes ihre Altersvorsorge.

    4. Sie haben das Buch von Herrn Maschmeier gelesen.

    5. Sie dachten immer, daß Veronika Verres in Wirklichkeit ein Busenstar sei und wurden bitterlich enttäuscht nach den Bildern der letzten Maschmaier-Verres Soap in der Bunten rund um die letzten Brigitte-Tina-Spaghetti-Kartoffeldiät.

    6. Sie vertrauen auf den kleinen Mann, der gerne in Flüchtlingscamps zeltet, wenn er nicht in talkshows sitzt und ihnen verspricht, daß nur eines sicher sei und zwar ihre Rente (ab 115 Jahren)

    7. sie Riestern nicht mehr, weil sie mit dem Gründer von Space X nun zum Mars auswandern.

    8. Sie haben erfahren, daß Riester gar kein Finanzfachmann ist, niemals war, sondern nur Parteisoldat der gewerbesteuerbebefreiten Firma SPD mit dem GF Gasgerd, dem Vize Biometrieschilli, dem Vizevize RAGmueller.

    9. …

    1. 9. oder sie haben alle Unterlagen über ihre Existenz vernichtet, um in Zukunft mit gut sitzenden und schwarz gefärbten Haaren wieder in Deutschland als Vollpensionär unter dem Pseudnym "MussTaffHaar" einzureisen.

      10. Sie rauben lieber eine Bank aus ohne Maske und in Zeitlupe, weil Sie dann auf kostenfreies Essen, auf eine kostenlose Unterkunft, Zugang zu einer Bibliothek nicht erst auf ihren Rentenbescheid mit 70,75,80,85,90,95 oder irgendwann 190 Jahren warten müssen, sondern schon mit 55 Entspannung genießen können.

      11. Sie melden sich beim Königreich Deutschland an und warten, daß der dritte Weltkrieg um das Territorium einen respektvollen Bogen macht.

  4. Die Nummer von dem Fliesenlegermeister der auszog die Rente zu Reformieren hat mich seinerzeit wirklich beeindruckt. Dass das nur ne Mogelpackung is war schon klar. Aber das man als kleiner Handwerksmeister sowas durchbringe kann fand ich kurzzeitig wirklich beeindruckend.

    "Wenn eine Säule schwächelt, muss man die beiden anderen umso stärker machen", erklärte Reimann. Ähnlich äußerte sich Unions-Rentenexperte Peter Weiß (CDU): "Im Vordergrund steht nun eine Reform der betrieblichen Altersvorsorge

    Na da darf man doch gespannt sein. Vor allem vor dem Hintergrund das kaum mehr einer sein Leben lang in ein und derselben Firma Arbeitet.

    Experten….. 🙂

  5. Eines ist mir immer noch nicht klar: Wie ist es möglich, daß man auf seine Lebensversicherung, die man von seinem Netto einbezahlt, bei Auszahlung noch einmal versteuern muß? Oder, wenn man sich ein Haus kauft, das auch nicht sein Eigentum ist, denn sonst müßte man ja wohl keine sogenannten "Grundsteuern" darauf ewig bezahlen. Mit der normalen Rente geht es weiter: Die wird versteuert, obwohl man bei Einzahlung schon versteuert hat. Alles nur Betrug und Abzocke auf legalem BRD-GmbH-Weg.

  6. Das Kapital Mensch muss so gut wie möglich quantifiziert und kategorisiert, markiert, eingeordnet und verwurstet werden, sodass die Räder des übergiergen Kapitalismus, mit deren Schweiß geschmiert wird und am Ende bei einem ach-so-realistischen Wert von 0 % liegt. Dieses Grundwissen besitzt nicht nur der vorbestrafte Walter Riester…. Diese Kenntnis zu erlangen, kann nur wer fundierte theoretische Grundlagen hat, und das dauert nunmal ein paar Jahre. Wie erlären sich die aufgeführten Neu-Abschlüsse ?

    " Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Anleitung eines anderen zu bedienen. Selbst verschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.  Habe Mut, Dich deines eigenen Verstandes zu bedienen ! " – Immanuel Kant ( 22.04.1724 – 12.02.1804 ) 

     

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